Die Erztrophy in Werfenweng ist seit über 20 Jahren das österreichische Aushängeschild des alpinen Skibergsteigens. Dieses Prädikat wurde am 11. Jänner 2026 eindrucksvoll bestätigt. Unter den Gipfeln des Tennengebirges kämpften rund 100 Athleten um die Staatsmeistertitel im Skibergsteigen in der Disziplin Individual sowie um die ersten Punkte im SKIMO Alpencup 2026.
Große Herausforderungen vor dem Start
Bis zuletzt war es harte Arbeit für das erfahrene LAWASTO-Veranstalterteam in Werfenweng. Noch wenige Tage vor dem Event erschwerte akuter Schneemangel die Vorbereitungen. In der Nacht vor dem Rennen fegte dann ein Orkan mit starken Schneefällen über die Berge und setzte das Start-Ziel-Gelände nahezu außer Gefecht. Der große Einsatz am Rennmorgen wurde jedoch belohnt: Pünktlich zum Start präsentierten sich kitschiges Winterwetter und eine perfekt präparierte Strecke mit Pulverschnee.
Anspruchsvolle Strecke für Damen, Herren und Nachwuchs
Knapp 100 Skibergsteiger gingen bei Sonne und Kälte auf die anspruchsvolle Strecke.
Die Damen absolvierten 1.010 Höhenmeter mit fünf Anstiegen und zwei Tragepassagen, die Herren sogar 1.360 Höhenmeter mit sechs Anstiegen und drei Tragepassagen. Die Jugendklassen стартeten auf verkürzten Strecken. In Abwesenheit der Olympia-Teilnehmer Johanna Erhart und Paul Verbnjak entwickelte sich ein überraschend enges und spannendes Rennen.
Damen: Sarah Dreier setzt sich trotz Rückschlägen durch
Bei den Damen sicherte sich Favoritin Sarah Dreier (SBG) in 1:11:08 Stunden den Sieg. Ina Forchthammer (SBG) und Bianca Somavilla (TIROL) blieben zwar in Schlagdistanz, konnten den Erfolg der Pinzgauerin jedoch nicht ernsthaft gefährden – trotz eines doppelten Missgeschicks der Siegerin.
Sarah Dreier zum Rennen:
„Leider habe ich bereits am Start und später noch einmal im zweiten Anstieg meine Felle verloren. Ich habe die kalten Temperaturen etwas unterschätzt. Dadurch wurde es anfangs eine echte Aufholjagd. Umso glücklicher bin ich, trotz dieser Umstände gewonnen zu haben. Das Rennen war hervorragend organisiert, und die Veranstalter haben trotz Schneemangels eine tolle Strecke gezaubert.“
Herren: Oberauer gewinnt packendes Duell der Nationalteam-Athleten
Bei den Herren ging es deutlich knapper zu. Die jungen Athleten aus dem ÖSV-Nationalteam schenkten sich nichts und lieferten sich ein hochklassiges Duell – im Aufstieg mit hohem Tempo, in den Abfahrten mit waghalsigen Manövern.
Aus diesem sehenswerten Kampf ging Nils Oberauer (STMK) in 1:15:50 Stunden als Sieger hervor. Nach anfänglichem Rückstand übernahm er bald die Führung und verteidigte diese bis ins Ziel. Hannes Lohfeyer (SBG) und Julian Tritscher (STMK) komplettierten das Podest.
Nils Oberauer zu seinem Sieg:
„Heute ist mir einfach alles aufgegangen. Von den ersten Metern an habe ich mich sehr gut gefühlt und bin derzeit in Topform. Es bedeutet mir enorm viel, meinen ersten Staatsmeistertitel gewonnen zu haben. Ein großes Dankeschön an die Veranstalter, die trotz der schwierigen Schneesituation ein so tolles und technisch anspruchsvolles Rennen ermöglicht haben. Jetzt freue ich mich auf den Weltcup am kommenden Wochenende in Frankreich – dort stehen die Chancen für unser Team nicht schlecht.“
Blick nach vorne: Volles Programm im SKIMO Alpencup
Nach diesem gelungenen Auftakt der Wettkampfsaison geht es mit Volldampf weiter. Der SKIMO Alpencup macht am 7. und 8. Februar 2026 Station bei den bayerischen Nachbarn in Berchtesgaden. Vom 19. bis 21. Februar 2026 folgt das lang ersehnte Olympia-Debüt der Sportart in Bormio. Das österreichische Finale des SKIMO Alpencups findet schließlich am 7. und 8. März 2026 in Maurach am Achensee statt.