Vom 8. bis 11. Oktober 2026 verwandelt sich Big Bear Lake in Kalifornien erneut in einen Treffpunkt der internationalen Trailrunning-Szene. Bei der 13. Ausgabe der HOKA Kodiak Ultra Marathons by UTMB werden rund 2.700 Teilnehmer erwartet. Als UTMB World Series Major lockt das Event mit doppelten Running Stones, direkten Startplätzen für die UTMB Finals 2027 und einem hochkarätigen Elitefeld. Mit Lotti Brinks zählt auch eine deutsche Athletin zu den Favoritinnen.
Trailrunning-Festival in den Bergen Kaliforniens
Seit mittlerweile 13 Jahren sind die HOKA Kodiak Ultra Marathons fester Bestandteil der amerikanischen Trailrunning-Szene. Was einst als regionales Laufevent begann, hat sich zu einem internationalen Trailrunning-Festival entwickelt. Vom 8. bis 11. Oktober 2026 steht Big Bear Lake in Kalifornien erneut ganz im Zeichen des Trailsports.
Bereits zum zweiten Mal wird die Veranstaltung als UTMB World Series Major für den amerikanischen Kontinent ausgetragen. Rund 2.700 Läufer werden auf sechs verschiedenen Wettbewerben erwartet. Neben den klassischen Distanzen über 10, 20, 50 und 100 Kilometer sowie 100 Meilen steht auch ein Kinderlauf auf dem Programm.
Die Strecken führen durch abwechslungsreiche Landschaften mit alpinen Wäldern, trockenen Hochebenen und tief eingeschnittenen Canyons. Spektakuläre Ausblicke auf den Big Bear Lake und den Sugarloaf Mountain gehören ebenso dazu wie anspruchsvolle Trails in den Bergen Südkaliforniens.
Trotz der zunehmenden internationalen Bedeutung bleibt die Veranstaltung stark in der Region verwurzelt. Mehr als 74 Prozent der Teilnehmer kommen aus Nordamerika, 61 Prozent aus den USA und 39 Prozent direkt aus Kalifornien. Musik, lokale Veranstaltungen und zahlreiche Aktivitäten rund um das Rennwochenende sorgen für Festivalatmosphäre.
Doppelte Running Stones und 210 direkte Startplätze für die UTMB Finals
Als eines der kontinentalen Major-Events der UTMB World Series besitzt Kodiak eine besondere sportliche Bedeutung. Teilnehmer erhalten auf den entsprechenden Distanzen doppelt so viele Running Stones wie bei regulären Events der Serie. Damit verbessern sich ihre Chancen bei der Verlosung der Startplätze für die UTMB World Series Finals in Chamonix.
Noch interessanter für ambitionierte Athleten sind die insgesamt 210 direkten Qualifikationsplätze für die UTMB Finals 2027, die auf den Distanzen 50K, 100K und 100M vergeben werden. Neben den jeweils zehn besten Männern und Frauen jeder Distanz profitieren auch die Sieger der Altersklassen von dieser Regelung. Darüber hinaus kündigt der Veranstalter verstärkte Anti-Doping-Maßnahmen an. Insgesamt 20 Kontrollen sind bei den drei längsten Wettbewerben vorgesehen.
100 Meilen: Ryan Montgomery führt das Favoritenfeld an
Auf der längsten Distanz über 100 Meilen zählt Ryan Montgomery zu den großen Favoriten. Der US-Amerikaner erreichte beim Western States Endurance Run 2026 den dritten Platz und besitzt mit einem UTMB Index von 925 den höchsten Wert im gesamten Starterfeld. Zu seinen stärksten Konkurrenten gehören Adam Loomis (USA, UTMB Index 816) und Jhon Barrera (Kolumbien, UTMB Index 807).
Auch bei den Frauen zeichnet sich ein spannender Wettkampf ab. Addie Bracy (USA, UTMB Index 749) geht mit dem höchsten Indexwert ins Rennen. Zu ihren stärksten Herausforderinnen zählen Helen Mino Faukner (USA, UTMB Index 733) und Jaclyn Noshay (USA, UTMB Index 694). Der Start des 100-Meilen-Rennens erfolgt an der Rim Nordic Ski Area. Auf die Teilnehmer wartet eine lange Reise durch die abwechslungsreiche Berglandschaft Südkaliforniens.
100 Kilometer: Deutsche Lotti Brinks zählt zu den Topfavoritinnen
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick besonders auf das Rennen über 100 Kilometer. Hier zählt Lotti Brinks zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen auf den Gesamtsieg. Die Deutsche überzeugte in diesem Jahr bereits mit einem hervorragenden fünften Platz beim legendären Western States Endurance Run. Mit einem UTMB Index von 803 führt sie das Favoritinnenfeld an. Zu ihren stärksten Konkurrentinnen gehören die in Colorado lebende Neuseeländerin Juliette Soule (UTMB Index 744) und Jenna Bensko aus den USA (UTMB Index 740).
Bei den Männern verspricht die 100-Kilometer-Distanz ebenfalls ein enges Rennen. Stephen Kersh (USA, UTMB Index 875) geht mit dem höchsten Indexwert ins Rennen. Dahinter folgen Gavin Prior (USA, UTMB Index 864) und der Spanier Jose Angel Fernandez Jimenez (UTMB Index 855). Gestartet wird direkt in Big Bear Lake.
50 Kilometer: Roberto Delorenzi fordert die amerikanische Elite
Besonders hochkarätig präsentiert sich das Starterfeld über 50 Kilometer. Mit Roberto Delorenzi (Schweiz, UTMB Index 919) und Eli Hemming (USA, UTMB Index 916) treffen zwei international erfolgreiche Trailrunner aufeinander, die sich auf Augenhöhe begegnen dürften. Delorenzi zählt seit Jahren zu den stärksten europäischen Athleten auf kürzeren und mittleren Trail-Distanzen. Mit Eli Hemming wartet allerdings ein starker amerikanischer Konkurrent, der auf heimischem Terrain sicherlich ein gewichtiges Wort um den Sieg mitreden möchte. Auch der Spanier Miquel Corbera Rubio (UTMB Index 888) gehört zum erweiterten Favoritenkreis.
Bei den Frauen führen Abby Hall (USA, UTMB Index 808) und Anna Gibson (USA, UTMB Index 791) das Feld an. Mit Dani Moreno (USA, UTMB Index 769) steht eine weitere starke Athletin an der Startlinie, die für eine Überraschung sorgen könnte. Damit verspricht insbesondere das 50-Kilometer-Rennen einen spannenden Vergleich zwischen der amerikanischen und europäischen Trailrunning-Elite.
Frauenförderung und Inklusion als Teil des Veranstaltungskonzepts
Neben den sportlichen Wettbewerben setzt der Veranstalter einen Schwerpunkt auf die Förderung von Frauen im Trailrunning. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei 33 Prozent. Auf den kürzeren Distanzen fällt dieser deutlich höher aus: Beim 10K sind nahezu 62 Prozent der Teilnehmer weiblich, beim 20K sind es 44 Prozent.
Zum zweiten Mal unterstützt die Veranstaltung gemeinsam mit HOKA das sogenannte Renegade Collective. Das Projekt ermöglicht 31 Läuferinnen aus unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen die Vorbereitung und Teilnahme am Event. Zehn von ihnen werden über 100 Kilometer starten, weitere 21 über 50 Kilometer. Zusätzlich sollen spezielle Hygieneartikel an den Verpflegungsstationen sowie eine gleichberechtigte mediale Berichterstattung über die Wettbewerbe der Frauen und Männer für bessere Rahmenbedingungen sorgen.
Spannung beim zweiten amerikanischen Major
Mit seiner Mischung aus hochklassigem Spitzensport, anspruchsvollen Trails und Festivalcharakter hat sich Kodiak einen festen Platz im internationalen Rennkalender erarbeitet. Sportlich dürften vor allem die drei längsten Distanzen im Mittelpunkt stehen. Während Ryan Montgomery über 100 Meilen seiner Favoritenrolle gerecht werden möchte, könnte Lotti Brinks über 100 Kilometer für einen deutschen Erfolg sorgen. Auf der 50-Kilometer-Distanz verspricht das Duell zwischen Roberto Delorenzi und Eli Hemming besonders viel Spannung. Durch die doppelte Anzahl an Running Stones und die direkten Qualifikationsmöglichkeiten für Chamonix besitzt das Rennen zudem eine Bedeutung, die weit über das Rennwochenende hinausgeht.