UTMB 2026: Die Stars von Chamonix – Favoriten bei UTMB, CCC und OCC - xc-run.de Trailrunning

UTMB 2026: Die Stars von Chamonix – Favoriten bei UTMB, CCC und OCC

Gefühlt hat es eine Ewigkeit gedauert, nun ist sie endlich da: Der UTMB hat die Listen der Top-Athleten für die Finals 2026 veröffentlicht. Und das Warten hat sich gelohnt. Bei UTMB, CCC und OCC versammelt sich auch in diesem Jahr ein beeindruckendes Who’s who der internationalen Trailrunning-Szene. Courtney Dauwalter, Ruth Croft, Jim Walmsley, Kilian Jornet, Hannes Namberger, Tove Alexandersson, Judith Wyder oder Rémi Bonnet – Chamonix wird Ende August einmal mehr zum Mittelpunkt der Trailrunning-Welt.

Ein Blick auf die Favoritenlisten zeigt dabei auch, wie international die absolute Spitze mittlerweile aufgestellt ist. Aus deutscher Sicht finden sich unter den Topnamen der drei großen Finals lediglich Hannes Namberger beim UTMB sowie Laura Hottenrott und Kim Schreiber beim OCC. Welche weiteren Athleten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Chancen auf starke Platzierungen besitzen, werden wir während der UTMB-Woche in unseren detaillierten Rennvorschauen beleuchten.

UTMB Frauen: Dauwalter fordert Titelverteidigerin Croft

Bei den Frauen verspricht der UTMB ein Duell zweier Athletinnen, die die vergangenen Jahre entscheidend geprägt haben: Courtney Dauwalter gegen Ruth Croft.

Dauwalter führt die Favoritenliste mit einem UTMB Index von 859 an. Die US-Amerikanerin gewann den UTMB bereits 2019, 2021 und 2023 und gehört längst zu den erfolgreichsten Ultraläuferinnen der Geschichte. 2025 musste sie sich allerdings geschlagen geben und belegte, nach einem Einbruch, beim Sieg von Croft Rang zehn.

2026 reist Dauwalter mit reichlich Rennkilometern in den Beinen nach Chamonix. Im Juli gewann sie die Frauenwertung beim extrem anspruchsvollen Hardrock 100 über rund 162 Kilometer und mehr als 10.000 Höhenmeter.

Die Gejagte ist diesmal jedoch Ruth Croft. Die Neuseeländerin triumphierte 2025 in 22:56:23 Stunden und schrieb damit Geschichte: Nach ihren Erfolgen bei CCC und OCC komplettierte sie als erste Frau das Triple aus Siegen bei allen drei großen UTMB-Finals.

Doch das Feld besteht keineswegs nur aus Dauwalter und Croft. Riley Brady, Fuzhao Xiang, Abby Hall, Lucy Bartholomew und Sunmaya Budha bringen allesamt die Qualität mit, um weit vorne zu landen. Dazu kommen mit Blandine L’Hirondel, Ida Nilsson, Eszter Csillag, Fiona Pascall und Martina Valmassoi zahlreiche weitere erfahrene Athletinnen.

Damit dürfte die Frage vor dem Start lauten: Erlebt Chamonix die Rückkehr von Courtney Dauwalter auf den UTMB-Thron, verteidigt Ruth Croft ihren Titel oder gelingt einer Herausforderin der große Coup?

UTMB Männer: Ein Feld für die Geschichtsbücher

Noch spektakulärer liest sich die Favoritenliste der Männer. Jim Walmsley, Caleb Olson, Hannes Namberger, Vincent Bouillard, Chris Myers, Kilian Jornet, Ben Dhiman und Jonathan Albon – alleine diese Namen würden für ein außergewöhnliches Rennen reichen.

Nach UTMB Index führt Jim Walmsley das Feld an. Der US-Amerikaner erfüllte sich 2023 seinen großen Traum und gewann den UTMB in 19:37:43 Stunden. 2025 zeigte er zudem seine enorme Vielseitigkeit, als er zunächst die OCC und anschließend den Long Trail bei den Weltmeisterschaften gewann.

Und dann ist da natürlich Kilian Jornet. Der mehrfache UTMB-Sieger gehört unabhängig von Index und Vorleistungen zu den Athleten, die man bei einem Start in Chamonix niemals abschreiben darf. Zuletzt gewann er den UTMB 2022. Nach einer Zeit voller Verletzungen steht hinter seiner Performance wohl das größte Fragezeichen.

Einer der spannendsten Namen ist Vincent Bouillard. Der Franzose sorgte 2024 mit seinem UTMB-Sieg für eine der großen Geschichten der jüngeren Vergangenheit. 2026 hat er bereits eindrucksvoll bestätigt, dass dieser Triumph kein Zufallsprodukt war: Ende Juni gewann Bouillard die Western States 100 in 13:46:15 Stunden.

Hannes Namberger mit besten Chancen aus deutscher Sicht

Mitten in dieser Ansammlung internationaler Superstars steht Hannes Namberger. Der Dynafit-Athlet ist der einzige Deutsche, der in der vorliegenden Favoritenliste des UTMB geführt wird – und er muss sich vor keinem Namen verstecken.

Namberger reist mit einem UTMB Index von 943 und vor allem mit einem herausragenden Erfolg im Gepäck nach Chamonix. Ende Juni gewann er den Lavaredo Ultra Trail über 120 Kilometer und 5.800 Höhenmeter in 11:45:31 Stunden.

Damit zählt der Deutsche auch beim wichtigsten 100-Meilen-Rennen der Saison zum engsten Kreis der Podiumsanwärter. Die Konkurrenz könnte allerdings kaum größer sein.

Neben Walmsley, Olson, Bouillard, Jornet und Namberger stehen Chris Myers, Ben Dhiman, Jonathan Albon, Josh Wade, Baptiste Chassagne und Andreas Reiterer auf der Liste. Hinzu kommen Tobias Geiser, Rod Farvard, Beñat Marmissolle, Joaquin Lopez, Raul Octaviu Butaci, Paul Cornut-Chauvinc und Zach Miller.

Bemerkenswert ist außerdem, wer nicht in der Favoritenliste auftaucht: Tom Evans, UTMB-Sieger von 2025, ist dort nicht geführt. Damit ist eine erfolgreiche Titelverteidigung nach aktuellem Stand kein Thema. Evans hatte im vergangenen Jahr in 19:18:58 Stunden gewonnen.

CCC Frauen: Jennifer Lichter mit deutlichem Index-Vorsprung

Auch die CCC bietet 2026 ein hochklassiges Feld. An der Spitze der Frauenliste steht Jennifer Lichter. Die US-Amerikanerin besitzt mit 854 den mit Abstand höchsten UTMB Index der gemeldeten Topathletinnen und hat ihre Form 2026 bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Ende Juni gewann sie den Western States 100 in 15:28:05 Stunden.

Hinter ihr folgt Lingjie Chi aus China mit einem Index von 817. Zu beachten sind außerdem Toni McCann, Honoka Akiyama, Caitlin Fielder, Veronika Leng und Yngvild Kaspersen.

Gerade Kaspersen und Fielder bringen enorme Geschwindigkeit mit und könnten dafür sorgen, dass die Entscheidung auf der CCC bis weit in die zweite Rennhälfte offenbleibt. Mit Fabiola Conti, Emily Hawgood, Candice Fertin-Baccon, Anna-Stiina Erkkilä und weiteren starken Läuferinnen besitzt das Rennen zudem eine beachtliche Tiefe.

CCC Männer: Roubiol und Minoggio führen ein extrem ausgeglichenes Feld an

Bei den Männern gibt es auf dem Papier keinen klaren Alleinfavoriten. Benjamin Roubiol und Cristian Minoggio stehen mit einem Index von jeweils 943 ganz oben, unmittelbar dahinter folgt David Sinclair mit 941.

Roubiol bringt als einer der stärksten französischen Trailläufer beste Voraussetzungen für die CCC mit. 2026 wurde er unter anderem Zweiter bei den französischen Meisterschaften über die kurze Trail-Distanz und Achter bei Zegama-Aizkorri.

Doch die Liste der möglichen Sieger ist lang. Guangfu Meng, Andrzej Witek, Daniel Jones, Hans Troyer, Adam Peterman, Peter Frano, Seth Ruhling und Anthony Costales liegen allesamt in einem Bereich, in dem an einem perfekten Tag ein Spitzenresultat möglich erscheint.

Besonders interessant dürfte auch Nadir Maguet werden. Der Italiener steht für enorme Geschwindigkeit und technische Klasse und könnte dem Rennen seinen Stempel aufdrücken. Komplettiert wird der engere Favoritenkreis unter anderem durch den Franzosen Damien Humbert.

OCC Frauen: Tove Alexandersson als große Favoritin

Die vielleicht beeindruckendste Zahl im gesamten OCC-Feld steht hinter dem Namen Tove Alexandersson. Die Schwedin geht mit einem UTMB Index von 862 in das Rennen und führt die Liste damit deutlich an.

Doch gerade bei der OCC ist die Dichte an außergewöhnlich schnellen Läuferinnen enorm. Judith Wyder gehört seit Jahren zur absoluten Weltklasse und bringt mit ihrem Hintergrund im Orientierungslauf genau jene Kombination aus Geschwindigkeit, Technik und Geländekompetenz mit, die auf dieser Distanz gefragt ist.

Dazu kommt Maude Mathys, die ebenfalls seit Jahren zu den prägenden Figuren des internationalen Mountain- und Trailrunnings zählt. Dahinter folgen mit Ida Amelie Robsahm, Sara Alonso und Naomi Lang drei weitere Athletinnen mit einem Index jenseits der 800-Punkte-Marke.

Laura Hottenrott und Kim Schreiber vertreten die deutsche Spitze

Aus deutscher Sicht richten sich die Augen bei der OCC vor allem auf Laura Hottenrott. Die Olympiateilnehmerin hat sich längst auch im internationalen Trailrunning etabliert und wird mit einem Index von 788 auf Position sieben der Favoritenliste geführt. Ihr Profil vereint enorme Grundgeschwindigkeit mit immer mehr Erfahrung auf anspruchsvollen Trails.

Ebenfalls in der Liste steht Kim Schreiber. Die adidas-Athletin besitzt aktuell einen Index von 754 und gewann Ende Mai den Swiss Canyon Trail über rund 32 Kilometer. Bei der Broken Arrow Skyrace belegte sie im Juni Rang vier der Frauenwertung.

Mit Malen Osa Ansa, Lauren Gregory, Makena Morley, Julia Font Gomez, Ioana Madalina Amariei, Agnes Josefsson und Margherita Vitali ist die OCC auch hinter den absoluten Topfavoritinnen stark besetzt.

OCC Männer: Tranchand gegen Bonnet – und eine Armada aus Italien

Bei den Männern kündigt sich ein spektakuläres Rennen an. Ganz oben stehen Frédéric Tranchand mit einem Index von 950 und Rémi Bonnet mit 949.

Tranchand bringt beste Voraussetzungen für das schnelle und technisch anspruchsvolle Rennen mit. Der Franzose wurde 2025 Trail-Weltmeister und unterstrich auch 2026 seine Form. Ende Juni lief er beim Marathon du Mont-Blanc über 42 Kilometer und 2.540 Höhenmeter auf Rang zwei.

Bonnet wiederum gehört seit Jahren zu den stärksten Bergläufern der Welt und dürfte gerade an den Anstiegen kaum jemandem freiwillig das Tempo überlassen.

Dahinter lauert eine beeindruckende italienische Fraktion: Daniel Pattis, Francesco Puppi, Luca Del Pero und Davide Magnini gehören allesamt zum erweiterten Kreis der Siegkandidaten. Mit Petter Engdahl steht außerdem ein ehemaliger CCC-Sieger am Start.

Roberto Delorenzi, Antonio Martínez Pérez, Sylvain Cachard, Alain Santamaria Blanco, Andreu Blanes-Reig, Anton Gustafsson und Kristian Jones sorgen dafür, dass die OCC der Männer bis weit über die Top Ten hinaus hochkarätig besetzt ist.

Drei Finals, drei völlig unterschiedliche Rennen

Gerade die drei großen Finals zeigen die enorme Bandbreite des modernen Trailrunnings. Beim UTMB zählen Erfahrung, Ausdauer, Rennstrategie und die Fähigkeit, auch nach vielen Stunden in den Bergen noch konkurrenzfähig zu sein. Die CCC verbindet Ultralauf mit deutlich höherem Grundtempo, während die OCC zunehmend zum Treffpunkt einiger der schnellsten Mountain- und Trailrunner der Welt geworden ist.

2026 treffen dabei zahlreiche ehemalige Sieger, Weltmeister und einige der aktuell formstärksten Athleten der Szene aufeinander. Beim UTMB stehen mit Jim Walmsley, Vincent Bouillard und Kilian Jornet gleich mehrere frühere Sieger auf der Favoritenliste, während bei den Frauen Ruth Croft als Titelverteidigerin auf die dreimalige Siegerin Courtney Dauwalter trifft.

Aus deutscher Sicht ist die absolute Spitze dagegen überschaubar vertreten. Hannes Namberger beim UTMB sowie Laura Hottenrott und Kim Schreiber bei der OCC sind die einzigen deutschen Athleten in den vorderen Rägen der vorliegenden Toplisten. Das bedeutet allerdings nicht, dass es während der UTMB-Woche keine weiteren interessanten Starter aus dem DACH-Raum geben wird.

Die genauen Chancen der weiteren Athleten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beleuchten wir deshalb unmittelbar vor den jeweiligen Rennen während der UTMB-Woche. Dann geht es nicht mehr nur um die ganz großen Namen – sondern auch um jene Läuferinnen und Läufer, die aus DACH-Sicht für Überraschungen sorgen könnten.

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