Wintereinbruch zum Auftakt – und trotzdem pure Euphorie
Die LOWA Trail Trophy 2026 zeigt bereits zum Auftakt, warum sie innerhalb kürzester Zeit zu einem der stimmungsvollsten Trailrunning-Events im Alpenraum geworden ist. Zwischen Neuschnee, dampfender Nudelsuppe und sportlichen Höchstleistungen entsteht rund um Pfronten und das Tannheimer Tal eine Atmosphäre, die weit über einen gewöhnlichen Wettkampf hinausgeht. Es ist ein Event, bei dem nicht nur Zeiten und Platzierungen zählen – sondern vor allem Gemeinschaft, Naturerlebnis und die Menschen dahinter.
Als am Donnerstagmorgen rund 300 Läuferinnen und Läufer in Pfronten zur ersten Etappe aufbrechen, erinnert die Szenerie eher an einen Wintertrail im Januar als an ein Rennen Mitte Mai. Oberhalb von 1.400 Metern hat es frisch geschneit, die Gipfel rund um den Breitenberg präsentieren sich tiefweiß und die Trails verwandeln sich stellenweise in matschige Schneepfade. Doch anstatt die Stimmung zu drücken, sorgt genau diese Mischung aus Herausforderung und Abenteuer für den besonderen Reiz der LOWA Trail Trophy.
Die 22,2 Kilometer lange Auftaktetappe von Pfronten nach Grän im Tannheimer Tal wird so zu einem echten Wintermärchen. Während sich in den höheren Passagen der Schnee unter den Schuhen verdichtet und kalter Nebel durch die Wälder zieht, kämpfen sich die Teilnehmer mit erstaunlich viel guter Laune durch die Bedingungen.
Sekundenkrimi im Schnee: Hochklassiger Sport trotz Extrembedingungen
An der Spitze wird trotz der widrigen Bedingungen hochklassiger Sport geboten. Bei den Männern liefern sich der Schweizer Marco Wildhaber und Mario Koch ein packendes Duell bis ins Ziel. Am Ende gewinnt Wildhaber in 2:20:21 Stunden – gerade einmal drei Sekunden vor Koch. Marvin Hitzler komplettiert das Tagespodium.
Über die gesamten vier Etappen hinweg bleibt das Rennen zwischen Wildhaber und Koch spannend. Erst auf der finalen Schlussetappe sorgt Wildhaber für die Entscheidung. Mit einer Gesamtzeit von 9:14:15 Stunden sichert er sich den Gesamtsieg vor Koch (9:39:14 Stunden). Platz drei der Gesamtwertung geht an Tom Huber (10:43:26 Stunden), der zugleich die Master-Men-Wertung gewinnt.
Bei den Frauen dominiert Lena Glasbrenner bereits zum Auftakt das Rennen und setzt sich souverän vor Julia Güthling und Svenja Moser durch. Beeindruckend dabei: Trotz Schnee, Matsch und eisiger Temperaturen entstehen schon am ersten Tag außergewöhnlich starke Zeiten.
Auch in der Gesamtwertung bleibt das Rennen bis zum Schluss hochspannend. Lena Glasbrenner triumphiert schließlich nach vier Etappen in 11:35:51 Stunden vor Julia Güthling (11:51:51 Stunden). Rang drei sichert sich Svenja Moser in 12:05:51 Stunden – ausgerechnet bei ihrem Heimspiel rund um Füssen.
Offizieller Pressebericht mit allen Ergebnissen
Vom Genussläufer bis zum Profi: Die LOWA Trail Trophy verbindet alle
Doch die LOWA Trail Trophy definiert sich nicht allein über die Schnellsten. Gerade die Vielfalt der Teilnehmenden macht den besonderen Charakter dieses Etappenrennens aus.
Da sind die ambitionierten Racer, die jede Sekunde jagen und die Trails mit beeindruckender Leichtigkeit hinauffliegen. Gleichzeitig stehen Einsteiger am Start, die vielleicht ihr erstes großes Trail-Abenteuer erleben. Genussläufer nehmen sich Zeit für die spektakulären Ausblicke auf die Lechtaler Alpen, die Zugspitze oder die markanten Felswände des Tannheimer Tals.
Dazwischen finden sich Locals, Familien, Staffelteams und erfahrene Ultraläufer, die die LOWA Trail Trophy als perfekten Formtest für weitere Saisonziele nutzen. Gerade die eher kurzen Etappen, faire Cut-Off-Zeiten und die verschiedenen Wertungsformate machen das Event für ein breites Publikum zugänglich.
Staffelrennen und Familienurlaub? Genau das funktioniert hier
Besonders das neue Staffel-Format erweist sich als echter Gamechanger – und vermutlich als eines der spannendsten Konzepte, das man aktuell im Trailrunning findet. Denn als Staffel wird ein Etappenrennen plötzlich deutlich entspannter, ohne dabei an sportlichem Reiz zu verlieren.
Man teilt sich nicht nur die Startgebühr, sondern auch die Etappen ganz flexibel nach Lust, Form oder Zeitplanung auf. Während an zwei Tagen voller Wettkampfmodus angesagt ist, kann man die anderen beiden Tage völlig anders erleben: den Partner supporten, entspannt an der Strecke mitfiebern, selbst locker laufen oder einzelne Passagen gemeinsam begleiten. Und manchmal genießt man einfach die Atmosphäre im Zielbereich bei Kaffee, Strudel und Trail-Talk.
Genau diese Mischung macht die LOWA Trail Trophy so besonders. Das Event wird dadurch nicht nur für ambitionierte Racer interessant, sondern auch für Familien, Freunde oder Paare, die Trailrunning gemeinsam erleben möchten, ohne vier Tage am Limit laufen zu müssen. Für Matthias Schwarze und seine Frau Christiane ist genau das der große Vorteil:
„Die Staffel ist perfekt für Familien. Christiane und ich wechseln uns jeden Tag ab mit Laufen und Kinderbetreuung. Nachmittags bleibt noch Zeit für Familienausflüge. Der perfekte Familienurlaub.“
Auch für uns selbst wurde die Staffel zum idealen Modell. Während Nana bereits auf den ersten beiden Etappen mächtig vorlegte, konnte ich arbeitsbedingt erst Freitagabend anreisen und am Wochenende übernehmen. Am Ende stand der Gesamtsieg bei den Staffeln zu Buche – doch fast wichtiger als das Ergebnis bleibt die Erinnerung an vier intensive Tage voller gemeinsamer Erlebnisse.
Und trotzdem: Die Staffel ist keineswegs nur die „lockere Variante“. Die eigene Siegerehrung in den Kategorien MEN, WOMEN und MIXED sowie die zusätzliche Overall-Wertung zeigen klar die sportliche Relevanz des Formats. Gerade die Frauen- oder Mixed-Teams können hier für Ausrufezeichen sorgen – ja Mädels, hier könnt ihr den Männern mal so richtig einheizen.
Für uns hat dieses Konzept enormes Potenzial. Die LOWA Trail Trophy könnte damit etwas geschaffen haben, das es in dieser Form bisher kaum gab: ein Etappenrennen, das gleichzeitig leistungsorientiert, flexibel und extrem gemeinschaftlich funktioniert. Ein Format mit großer Zukunft.
Heiße Suppe statt Kältefrust: Wie PLAN B ein echtes Trail-Festival schafft
Großen Anteil an der außergewöhnlichen Stimmung hat die Organisation von PLAN B. Der Veranstalter reagiert flexibel auf den Wintereinbruch, passt Strecken an kritischen Stellen an und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Stimmung niemals kippt.
Statt kalter Getränke warten an den Verpflegungsstationen heiße Tees und dampfende Nudelsuppen. In Grän gibt es heiße Waffeln in Weißenbach am Lech Apfelstrudel und in Reutte wartet Topfen- und Kartoffelstrudel als besonderes Schmankerl auf die Teilnehmenden. Überall stehen gut gelaunte Helfer, die trotz Schnee und Kälte lachen, motivieren und anfeuern.
Beeindruckend ist außerdem die enge Zusammenarbeit der vier Etappenorte Pfronten, Grän, Weißenbach am Lech und Reutte. Deutschland und Österreich arbeiten hier Hand in Hand und schaffen gemeinsam ein grenzüberschreitendes Trailrunning-Erlebnis, das die gesamte Region verbindet.
Auch Sponsoren wie LOWA oder Led Lenser sind gut präsentiert und tragen zur familiären Atmosphäre im Zielbereich bei. Lokale Unternehmen wie DMG Mori werden ebenfalls eingebunden – vom Firmengelände als Schauplatz der Eröffnungsfeier bis hin zum Zieleinlauf der letzten Etappe.
Trailrunning-Paradies zwischen Allgäu und Tirol
Die Region rund um Pfronten und das Tannheimer Tal liefert die perfekte Bühne für ein Event wie die LOWA Trail Trophy. Flowige Waldtrails wechseln sich mit alpinen Steigen, langen Anstiegen und panoramareichen Höhenwegen ab.
Immer wieder öffnen sich spektakuläre Blicke auf die Lechtaler Alpen, die Zugspitze oder die markanten Tannheimer Berge. Besonders im Mai entsteht dabei eine einzigartige Stimmung zwischen Frühling im Tal und winterlichen Bedingungen in höheren Lagen.
Wer mehrere Tage hier unterwegs ist, merkt schnell: Diese Region ist wie geschaffen für Trailrunning. Die Wege sind abwechslungsreich, die Infrastruktur hervorragend und die Distanzen zwischen den Etappenorten angenehm kurz.
Mehr als ein Rennen
Am Ende zeigt die LOWA Trail Trophy eindrucksvoll, worum es im Trailrunning wirklich geht. Nicht nur um Zeiten oder Platzierungen, sondern um Gemeinschaft, Natur, Emotionen und die Freude daran, gemeinsam Abenteuer zu erleben. Ergänzt wird dieses Erlebnis durch die tägliche After-Race-Hour im Zielbereich, das gemeinsame LTT Dinner im Salzstadl Reuttach oder den legendären Kaiserschmarrn beim Zieleinlauf in Pfronten. Genau diese Momente schaffen Erinnerungen, die weit über klassisches Trailrunning – und auch weit über typische Eintagesevents – hinausgehen.
Vier Tage lang entsteht zwischen Allgäu und Tirol eine Trail-Familie, die zusammen durch Schnee, Matsch und Höhenmeter geht – und genau darin liegt die Magie dieses besonderen Events.