Braucht man beim Trailrunning wirklich eine Sportbrille? Wer einmal mit zusammengekniffenen Augen über einen verblockten Grat gelaufen ist oder nach einer rasanten Downhill Insekten aus den Augen blinzeln musste, kennt die Antwort. Eine gute Laufbrille ist längst kein modisches Accessoire mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung.
Gerade im Gelände schützt sie nicht nur zuverlässig vor intensiver UV-Strahlung, Wind, Staub oder kleinen Ästen, sondern verbessert durch moderne Gläser häufig auch Kontraste und die Tiefenwahrnehmung. Das sorgt für mehr Sicherheit und kann auf technischen Trails sogar die Performance steigern.
Kein Wunder also, dass Sportbrillen aus der Trailrunning-Szene kaum noch wegzudenken sind. Die Auswahl ist mittlerweile riesig: Vom ultraleichten Race-Modell über photochrome Allrounder bis hin zur individuell per 3D-Druck gefertigten Brille ist für nahezu jeden Einsatzbereich etwas dabei. Doch welche Modelle überzeugen wirklich im Praxiseinsatz?
In unserem Langzeittest haben wir zahlreiche Sportbrillen bei Trainingseinheiten, Wettkämpfen und alpinen Touren ausprobiert. Dabei standen nicht nur Gewicht und Optik im Fokus, sondern vor allem Sitz, Sichtqualität, Belüftung und Alltagstauglichkeit auf dem Trail.
Worauf sollte ich beim Kauf achten?
Der wichtigste Faktor ist zunächst die Schutzwirkung der Gläser. Der Blendschutz wird in Kategorien von 0 bis 4 (Cat.) eingeteilt:
- Cat. 0–1: Für bewölkte Tage, Dämmerung oder Waldpassagen
- Cat. 2–3: Für sonnige Tage und die meisten Trailrunning-Einsätze
- Cat. 4: Für Hochgebirge, Gletscher und extreme Sonneneinstrahlung
Dabei gilt: Blendschutz ist nicht gleich UV-Schutz. Während die Tönung das Sehen angenehmer macht, schützt ein hochwertiger UV400-Filter die Augen zuverlässig vor schädlicher UV-Strahlung. Gerade im Hochgebirge, wo die UV-Belastung mit jedem Höhenmeter zunimmt, ist dieser Schutz unverzichtbar.
Ebenso wichtig sind Gewicht, Passform und Belüftung. Eine gute Laufbrille sollte auch nach mehreren Stunden kaum spürbar sein, sicher sitzen und selbst bei schweißtreibenden Anstiegen oder wechselnden Temperaturen möglichst nicht beschlagen.
Ein weiterer Pluspunkt sind photochrome Gläser, die ihre Tönung automatisch an die Lichtverhältnisse anpassen. Wer häufig zwischen sonnigen Almwegen, schattigen Waldpassagen und offenen Gipfelbereichen unterwegs ist, profitiert davon besonders. Alternativ bieten viele Hersteller Wechselgläser oder kontrastverstärkende Scheiben, die Unebenheiten und Wurzeln auf dem Trail noch besser sichtbar machen.
Die Test-Brillen
NAKED Optics SHYFT
Die NAKED Optics SHYFT bringt frischen Wind in den Sportbrillenmarkt. Während die meisten Hersteller auf standardisierte Größen setzen, verfolgt der österreichische Brillenspezialist einen völlig neuen Ansatz: Jede SHYFT wird individuell an die Gesichtsform ihres Trägers angepasst. Grundlage dafür ist ein digitaler Gesichtsscan, der bequem über Smartphone oder Laptop durchgeführt werden kann – ganz ohne zusätzliche App. Auf Basis der erfassten Daten wird die optimale Rahmenbreite berechnet und der Rahmen anschließend per 3D-Druck in Salzburg gefertigt.
Im Praxistest funktionierte der Bestellprozess unkompliziert und überraschend schnell. Trotz der individuellen Fertigung traf die Brille bereits nach weniger als zehn Tagen bei uns ein. Noch wichtiger als der innovative Bestellprozess ist jedoch die Passform – und genau hier spielt die SHYFT ihre größte Stärke aus. Die Brille sitzt angenehm sicher, ohne Druckstellen zu verursachen, verrutscht auch auf technischen Trails nicht und bleibt selbst bei langen Laufeinheiten komfortabel auf der Nase.
Auch optisch und qualitativ hinterlässt die SHYFT einen hochwertigen Eindruck. Die großen Gläser bieten ein großzügiges Sichtfeld und sorgen für eine klare, kontrastreiche Sicht bei wechselnden Lichtverhältnissen. Verarbeitung und Materialqualität bewegen sich auf einem hohen Niveau und müssen den Vergleich mit deutlich teureren Modellen nicht scheuen.
UVP: 99 €
Gewicht: 30 g
Kategorien: 3 (je nach Glasvariante)
xc-run.de Fazit
Die SHYFT gehört zu den innovativsten Sportbrillen der vergangenen Jahre. Das individuell angepasste 3D-Druck-Konzept sorgt für einen außergewöhnlich guten Sitz und macht die Brille besonders für Läuferinnen und Läufer interessant, die mit herkömmlichen Standardgrößen Schwierigkeiten haben. Hochwertige Verarbeitung, überzeugende Gläser und ein attraktiver Preis runden das Gesamtpaket ab. Wer Wert auf perfekten Sitz legt, findet mit der SHYFT eine spannende Alternative zu den etablierten Premiumherstellern.
adidas Sport Eyewear KAPHIROS
Die adidas Sport Eyewear KAPHIROS setzt konsequent auf Minimalismus. Mit ihrem rahmenlosen Shield-Design, einem Gewicht von 31 Gramm und einem großzügigen Sichtfeld richtet sie sich an alle, die beim Sport möglichst wenig von ihrer Brille bemerken möchten. Ob Trailrunning, Rennrad, Gravelbike oder Wanderung – die KAPHIROS ist als vielseitige Performance-Brille für unterschiedlichste Outdoor-Abenteuer konzipiert.
Im Test überzeugte bereits der erste Eindruck. Die getestete Farbvariante SP0122 67L wirkt modern und sportlich, ohne dabei übertrieben futuristisch aufzutreten. Dank der anpassbaren Nasenpads und gummierten Bügel sitzt die Brille angenehm sicher und bleibt auch auf technischen Trails oder schnellen Downhills zuverlässig an ihrem Platz. Selbst während längerer Laufeinheiten konnten wir keine störenden Druckstellen feststellen. Das rahmenlose Design sorgt zudem für ein angenehm offenes Sichtfeld – besonders in schnellen Passagen oder beim Blick nach vorne am Berg ein echter Pluspunkt.
Auch die Gläser hinterließen einen hochwertigen Eindruck. Das POWERVIZN Lens System verstärkt Kontraste spürbar und erleichtert das Erkennen von Unebenheiten und Details auf dem Trail. Bei sonnigen Bedingungen bietet die Scheibe eine angenehm natürliche Farbwiedergabe und schützt zuverlässig vor UV-Strahlung, Wind, Staub und Insekten. Die wasser-, schweiß- und schmutzabweisende Beschichtung erleichtert zudem die Reinigung und sorgt auch bei intensiven Trainingseinheiten für dauerhaft klare Sicht.
Eine kleine Einschränkung zeigte sich bei wechselnden Lichtverhältnissen. Die getestete Glasvariante spielt ihre Stärken vor allem bei Sonne und offenen Landschaften aus. Für häufige Waldpassagen, Läufe in der Dämmerung oder lange Ultratrails mit wechselnden Bedingungen würden wir uns zusätzlich eine photochrome Variante wünschen.
UVP: 155 €
Gewicht: 31 g
Getestete Variante: SP0122 67L
xc-run.de Fazit
Die adidas Sport Eyewear KAPHIROS überzeugt mit gutem hervorragenden Tragekomfort und einem großzügigen Sichtfeld. Das rahmenlose Design macht die Brille beim Laufen nahezu unsichtbar, während die kontrastverstärkenden Gläser bei sonnigen Bedingungen eine klare und angenehme Sicht bieten. Wer eine vielseitige Sportbrille für Trailrunning, Rennrad oder Gravelbike sucht und überwiegend bei guten Lichtverhältnissen unterwegs ist, findet in der KAPHIROS einen gelungenen Begleiter. Lediglich eine selbsttönende Glasoption würde das ohnehin starke Gesamtpaket für Trailrunner noch abrunden.
Julbo Intensity
Die Julbo Intensity ist der jüngste Neuzugang im Trailrunning-Sortiment von Julbo und positioniert sich zwischen den bewährten Modellen Density und Frequency. Sie richtet sich an ambitionierte Läuferinnen und Läufer, die eine möglichst leichte, hervorragend belüftete und vielseitige Sportbrille für Training und Wettkampf suchen. Erhältlich ist sie mit klassischem SPECTRON-Glas, dem kontrastverstärkenden SPECTRON HD3 sowie den selbsttönenden REACTIV-Gläsern.
Im Praxistest überzeugte die Intensity bereits nach den ersten Kilometern. Mit nur 19 Gramm zählt sie zu den leichtesten Brillen im Test und ist selbst auf langen Läufen kaum spürbar. Besonders gelungen sind die stärker gebogenen Bügel, die den Halt gegenüber anderen Julbo-Modellen nochmals verbessern. Auch auf technischen Downhills, bei schnellen Richtungswechseln oder schweißtreibenden Bergaufpassagen sitzt die Brille absolut sicher, ohne hinter den Ohren unangenehm zu drücken.
Ein weiteres Highlight ist das großzügige Sichtfeld. Durch das rahmennahe Design bleibt der Blick auch in steilen Anstiegen oder bei schnellen Downhills uneingeschränkt frei. Das getestete SPECTRON HD3-Glas liefert dabei brillante Farben, starke Kontraste und eine angenehm natürliche Farbwiedergabe. Unebenheiten, Wurzeln oder Steine lassen sich auch bei grellem Sonnenlicht hervorragend erkennen, während störende Reflexionen zuverlässig reduziert werden.
Besonders positiv fiel im Test die Belüftung auf. Die geschickt integrierten Lüftungsschlitze verhindern selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit oder intensiven Anstiegen zuverlässig ein Beschlagen der Scheibe. Gerade im Sommer oder bei langen Wettkämpfen ist das ein spürbarer Vorteil.
Wer häufig bei wechselnden Lichtverhältnissen unterwegs ist, sollte allerdings die passende Glasvariante wählen. Das getestete SPECTRON HD3-Glas spielt seine Stärken vor allem bei sonnigen Bedingungen aus, ist jedoch nicht photochromatisch. Für Läufe mit häufigen Waldpassagen, frühen Starts oder bis in die Dämmerung hinein empfehlen wir daher die REACTIV-Version, die sich automatisch an wechselnde Lichtverhältnisse anpasst.
UVP: 124,90 € (SPECTRON) / 214,90 € (REACTIV)
Gewicht: 19 g
Varianten: SPECTRON, SPECTRON HD3, REACTIV
Kategorien: 0–3 (je nach Glasvariante)
xc-run.de Fazit
Mit der Intensity gelingt Julbo ein echtes Ausrufezeichen im Trailrunning-Segment. Sie kombiniert ein extrem geringes Gewicht mit hervorragendem Sitz, einer ausgezeichneten Belüftung und einer überzeugenden Sichtqualität. Besonders das SPECTRON HD3-Glas sorgt bei sonnigen Bedingungen für brillante Kontraste und ein sehr angenehmes Seherlebnis. Wer maximale Flexibilität bei wechselnden Lichtverhältnissen sucht, greift zur REACTIV-Version. Unabhängig von der Glaswahl gehört die Julbo Intensity für uns aktuell zu den besten Allround-Sportbrillen für ambitionierte Trailrunner und ist ein verdienter Kandidat für den Testsieg.
Rudy Project Astral Sphere
100% Hypercraft
Die 100% Hypercraft zählt seit Jahren zu den Referenzen unter den Performance-Sportbrillen. Mit ihrem rahmenlosen Design, nur 23 Gramm Gewicht und den kontrastverstärkenden HiPER-Gläsern richtet sie sich an ambitionierte Läuferinnen und Läufer, die auf maximale Sicht und ein möglichst geringes Gewicht Wert legen.
Im Praxistest überzeugte die Hypercraft vor allem durch ihr außergewöhnlich großes Sichtfeld. Der fehlende Rahmen sorgt dafür, dass der Blick auch in steilen Anstiegen oder technischen Downhills vollkommen frei bleibt. Gleichzeitig sitzt die Brille erstaunlich sicher auf der Nase. Trotz ihres filigranen Aufbaus verrutschte sie weder auf langen Läufen noch bei schnellen Richtungswechseln oder schweißtreibenden Anstiegen. Druckstellen oder störende Bewegungen traten während des gesamten Testzeitraums nicht auf.
Zu den größten Stärken gehören die HiPER-Gläser. Sie verstärken Kontraste deutlich und erleichtern das Erkennen von Wurzeln, Steinen und Bodenstrukturen. Gerade bei diffusem Licht, in schattigen Waldpassagen oder in der dunkleren Jahreszeit spielt die Hypercraft ihre Qualitäten aus. Während viele stark getönte Sportbrillen unter diesen Bedingungen an Kontrast verlieren, liefert sie weiterhin ein scharfes und angenehm natürliches Bild.
Mit 23 Gramm gehört die Hypercraft zu den leichteren Modellen im Testfeld und ist beim Laufen praktisch nicht zu spüren. Lediglich das sehr markante Design polarisiert etwas – optisch ist sie sicherlich nicht jedermanns Geschmack.
UVP: ca. 159 €
Gewicht: 23 g
Kategorien: 0–4 (je nach Glasvariante)
xc-run.de Fazit
Die 100% Hypercraft gehört für uns zu den leistungsstärksten Sportbrillen im Test. Das enorme Sichtfeld, das extrem geringe Gewicht und die hervorragenden HiPER-Gläser machen sie insbesondere für schnelle Trailruns und technische Wettkämpfe zu einer ausgezeichneten Wahl. Wer sich mit dem markanten Design anfreunden kann, erhält eine kompromisslose Performance-Brille, die vor allem bei wechselnden Lichtverhältnissen und in der dunkleren Jahreszeit ihre Stärken eindrucksvoll ausspielt.
Julbo Density
Die Julbo Density zählt seit Jahren zu den beliebtesten Sportbrillen im Trailrunning und hat sich in zahlreichen Trainings- und Wettkampfeinsätzen als zuverlässiger Begleiter bewährt. Mit ihrem großzügigen Sichtfeld, einem Gewicht von nur 20 Gramm und den bewährten REACTIV-Gläsern richtet sie sich an alle, die eine leichte Allround-Brille für unterschiedlichste Einsatzbedingungen suchen.
Auf den ersten Blick wirkt die Density mit ihrer großen Scheibe fast etwas überdimensioniert und erinnert eher an eine moderne Rennradbrille als an eine klassische Laufbrille. Spätestens nach den ersten Kilometern relativiert sich dieser Eindruck jedoch. Die Brille sitzt ausgesprochen angenehm auf der Nase, verteilt ihr geringes Gewicht hervorragend und ist selbst auf langen Läufen kaum wahrnehmbar. Der rutschfeste Nasensteg sowie die weichen Auflageflächen sorgen für einen sicheren Halt, ohne unangenehme Druckstellen zu verursachen.
Zu ihren größten Stärken gehört das außergewöhnlich große Sichtfeld. Gerade auf technischen Trails oder in schnellen Downhills bleibt der Blick jederzeit frei und unverstellt. Besonders überzeugt haben uns die REACTIV-Gläser, die sich innerhalb kürzester Zeit an wechselnde Lichtverhältnisse anpassen. Ob sonniger Höhenweg, schattiger Waldtrail oder einsetzende Dämmerung – die Sicht bleibt jederzeit angenehm und kontrastreich. Seit vielen Jahren zählen die selbsttönenden Julbo-Gläser für uns zu den besten photochromatischen Lösungen auf dem Markt.
Mit 20 Gramm gehört die Density zudem nach wie vor zu den leichtesten Sportbrillen im Test und verbindet geringes Gewicht mit einem ausgezeichneten Tragekomfort. Gegenüber der neueren Intensity wirkt sie allerdings etwas größer und weniger sportlich-aggressiv. Wer ein möglichst kompaktes Design bevorzugt, findet dort die modernere Alternative.
UVP: 124,90 € (SPECTRON) / 214,90 € (REACTIV)
Gewicht: 20 g
Varianten: verschiedene Farb- und Glasvarianten
Kategorien: 0–3 (je nach Glasvariante)
xc-run.de Fazit
Die Julbo Density gehört auch Jahre nach ihrer Vorstellung zu den besten Allround-Sportbrillen für Trailrunner. Das enorme Sichtfeld, das extrem geringe Gewicht und insbesondere die hervorragenden REACTIV-Gläser machen sie zum idealen Begleiter für lange Trainingseinheiten und Wettkämpfe bei wechselnden Lichtverhältnissen. Optisch polarisiert die große Scheibe zwar etwas, funktional lässt die Density jedoch kaum Wünsche offen und zählt weiterhin zu unseren Favoriten im Testfeld.
CimAlp Vision One
Rahmenlos, ultraleicht und ultra-belüftet – CIMALP präsentiert mit der Vision One eine Sportbrille speziell fürs Trailrunning. Sie bietet ein großes Sichtfeld und flexible Bügelenden in Verbindung mit einem anpassbaren Nasensteg sorgen für einen hohen Tragekomfort ohne Druck auf dem Gesicht. Das 3D-Kreativ-Tool von CIMALP macht es möglich, jedes einzelne Teil der VISION ONE Sonnenbrille individuell zu gestalten. Online sind unzählige Farbkombinationen konfigurierbar, die mit drei verschiedenfarbigen Gläsern oder einer photochromatischen Scheibe (+30 €) geliefert werden können. Für 5 € zusätzlich kann ein optischer Clip für Korrekturgläser erworben werden.
UVP: ab 89,95 €
Gewicht: 26g
Kategorien: 1-3
Farben: frei kombinierbar im Onlineshop
xc-run.de Fazit
Wie bei allen bisherigen CimAlp Produkten überzeugt auch bei den Brillen das großartige Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 119 € (im Moment gibt es sogar 20 % Rabatt) bekommt man eine hochwertige Sportbrille mit selbsttönender Scheibe speziell fürs Trailrunning. Hier liegt man bei Konkurrenzprodukten in ganz anderen Preisdimensionen. Der zweite große Clou der Vision One ist die individuelle Gestaltbarkeit. Online wählt man aus schier unzähligen Farbkombinationen Gestell, Scheibe und Nasensteg und kreiert dadurch ein individuelles Produkt nach eigenen Vorlieben. Jede Brille wird individuell gefertigt und von Hand zusammengesetzt.
Der Tragekomfort der Brille und der Sitz durch anpassbare Bügel und den flexiblen Nasensteg ist gut. In rasanten Downhills konnte sie in Sachen Halt dennoch nicht ganz mit dem Testsieger von JULBO mithalten. Das große Sichtfeld und auch die Farbgebung durch die bruchsichere Polycarbonat Scheibe empfanden wir als angenehm und gut. An ihre Grenzen kam die Brille bei Regen. Einen Abperleffekt der Tropfen konnten wir nicht erkennen und die Scheibe beschlug sehr stark.
Julbo Faster
Mit der Julbo Faster erweitert Julbo sein Trailrunning- und Multisport-Portfolio um eine konsequent auf Geschwindigkeit ausgelegte Performance-Brille. Das rahmenlose Design, die große sphärische Monoscheibe und ein Gewicht von nur 25 Gramm machen sie zum idealen Begleiter für schnelle Trailruns, Rennrad- oder Graveltouren. Trotz der großzügigen Scheibenfläche wirkt die Faster angenehm filigran und sitzt dank ihres durchdachten Designs überraschend kompakt am Gesicht.
Im Praxistest überzeugte die Faster vor allem durch ihr riesiges Sichtfeld. Das rahmenlose Design ermöglicht eine nahezu uneingeschränkte Rundumsicht – besonders auf technischen Trails oder in schnellen Downhills ein echter Vorteil. Gleichzeitig sorgt das neue 3D Fit Nose Evo dafür, dass sich die Brille individuell an unterschiedliche Gesichtsformen anpassen lässt. Zusammen mit den schlanken Grip-Tech-Bügeln bleibt sie auch bei intensiven Laufeinheiten oder ruppigem Gelände sicher an ihrem Platz, ohne unangenehme Druckstellen zu verursachen.
Besonders empfehlen würden wir die Faster mit den bewährten REACTIV-Gläsern. Sie passen ihre Tönung innerhalb kürzester Zeit an wechselnde Lichtverhältnisse an und eignen sich damit hervorragend für lange Trailruns mit häufigem Wechsel zwischen sonnigen Passagen, Waldstücken und alpinem Gelände. Die kontrastreiche Darstellung sorgt für eine sehr gute Tiefenwahrnehmung und erleichtert das Erkennen von Wurzeln, Steinen und Unebenheiten.
Mit 25 Gramm gehört die Faster zwar nicht zu den absoluten Leichtgewichten im Julbo-Programm – die Intensity und Density sind nochmals einige Gramm leichter –, bietet dafür aber eine größere Scheibe, mehr Schutz vor Wind und einen besonders sportlichen, aerodynamischen Charakter. Gerade für Läuferinnen und Läufer, die auch regelmäßig auf dem Rennrad oder Gravelbike unterwegs sind, ist sie deshalb eine interessante Alternative.
UVP: 124,90 € (SPECTRON) / 214,90 € (REACTIV)
Gewicht: 25 g
Varianten: SPECTRON, REACTIV
Kategorien: 0–3 (je nach Glasvariante)
xc-run.de Fazit
Die Julbo Faster schließt die Lücke zwischen klassischer Lauf- und moderner Performance-Brille. Das riesige Sichtfeld, die hervorragende Passform und die ausgezeichneten REACTIV-Gläser machen sie zu einer vielseitigen Wahl für ambitionierte Trailrunner und Multisportler. Gegenüber der ultraleichten Intensity bringt sie zwar einige Gramm mehr auf die Waage, bietet dafür aber noch mehr Schutz und eine etwas sportlichere Sitzposition. Wer eine kompromisslose Performance-Brille für schnelle Trails und lange Tage in den Bergen sucht, wird mit der Faster viel Freude haben.
Gesamtfazit
Die Auswahl an hochwertigen Sportbrillen für Trailrunner war noch nie so groß wie heute. Gleichzeitig zeigt unser Praxistest, dass sich die einzelnen Modelle trotz ähnlicher Optik deutlich unterscheiden. Gewicht, Passform, Sichtqualität, Belüftung und die Wahl der Gläser entscheiden darüber, ob eine Brille auf langen Trails zum treuen Begleiter wird – oder schon nach wenigen Kilometern stört.
Einen eindeutigen Testsieger gibt es deshalb nicht, denn jede Brille setzt ihre Schwerpunkte etwas anders. Wer möglichst wenig Gewicht auf der Nase spüren möchte, findet mit der Julbo Intensity oder Julbo Density zwei herausragende Modelle. Die 100% Hypercraft überzeugt mit ihrem riesigen Sichtfeld und exzellenten Kontrastwerten, während die Rudy Project Astral Sphere mit einer ausgewogenen Kombination aus Komfort, Sicht und hochwertiger Verarbeitung punktet. Die adidas Sport Eyewear KAPHIROS gefällt mit ihrem minimalistischen Design und ihrem sicheren Sitz vor allem bei sonnigen Bedingungen. Eine spannende Innovation ist die NAKED Optics SHYFT, deren individuell gefertigter 3D-Druck-Rahmen besonders Läuferinnen und Läufer anspricht, die mit Standardgrößen bislang keine optimale Passform gefunden haben. Wer besonders auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achtet, erhält mit der CIMALP Vision One nach wie vor ein überzeugendes Gesamtpaket.
Unsere Empfehlung lautet deshalb: Nicht allein nach Design oder Marke entscheiden. Gerade bei Sportbrillen lohnt es sich, auf Passform und den geplanten Einsatzbereich zu achten. Für häufig wechselnde Lichtverhältnisse empfehlen wir klar photochrome Gläser, während bei überwiegend sonnigen Bedingungen kontrastverstärkende Scheiben oft die bessere Wahl sind. Ebenso wichtig ist ein sicherer Sitz – denn selbst die beste Scheibe hilft wenig, wenn die Brille auf jedem Downhill verrutscht.
Fest steht: Eine gute Sportbrille ist längst kein modisches Accessoire mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil der Trailrunning-Ausrüstung. Sie schützt die Augen, verbessert die Sicht auf technischem Terrain und sorgt dafür, dass man sich voll auf das Wesentliche konzentrieren kann – den nächsten Trail.
Weitere Tests und Vergleiche
Nach dem Einstieg in die Welt der Sportbrillen, könnt ihr euch auch mit unserem Special zu Laufgürteln oder Rucksäcken einen Überblick verschaffen. Wer neue Schuhe braucht, findet in unserer Übersicht der Trailschuh-Modelle nicht nur einen Überblick, sondern auch fundierte Praxistests zu den neuen Modellen. Auch Kopfhörer, Stirnlampen, Socken oder Regenjacken findet ihr in unserem großen Portfolio an Test.