Thrudark Force Running Hydration Vest 5L - xc-run.de Trailrunning

Thrudark Force Running Hydration Vest 5L

Allgemeine Informationen

Thrudark Force Running Hydration Vest 5L © thrudark.de/

Der Rocker unter den Trailklamotten? Mit seiner Force Trail Running Collection geht Thrudark optisch und konzeptionell einen etwas anderen Weg als viele etablierte Trailrunning-Marken. Dunkle Farben, robuste Materialien und ein fast schon martialischer Outdoor-Look prägen die Kollektion. Die Force Running Hydration Vest 5L passt perfekt in dieses Konzept: Sie wirkt weniger wie eine filigrane Race Vest und mehr wie eine Mischung aus Trailrunning-, Bergsport- und Expeditionsausrüstung.

Mit 5 Litern Volumen bewegt sich die Weste eigentlich in einem Bereich, der prädestiniert für schnelle Trainingseinheiten und Wettkämpfe wäre. Die Ausstattung fällt umfangreich aus: Zwei Softflask-Taschen mit elastischer Fixierung, zwei Brusttaschen mit Klettverschluss, zwei Reißverschlusstaschen auf der Vorderseite, seitliche Einschubtaschen sowie ein großes Netzfach und eine weitere Reißverschlusstasche am Rücken bieten reichlich Möglichkeiten zur Organisation der Ausrüstung. Zusätzlich gibt es ein separates Fach für eine bis zu zwei Liter große Trinkblase.

Thrudark setzt auf einen Vier-Wege-Stretchstoff mit wasserabweisender C0-DWR-Behandlung. Verstellbare Brustgurte und eine seitliche Kompression sollen den Sitz bei unterschiedlicher Beladung optimieren. Reflektierende Logos und eine Notfallpfeife ergänzen die Ausstattung. Für Lauf- oder Trekkingstöcke ist am Rücken ein horizontales Bungee-System vorgesehen.

Mit einem Preis von 155 Euro gehört die Force Running Hydration Vest 5L allerdings bereits zur hochpreisigen Fraktion – und Softflasks sind trotz der entsprechenden Fronttaschen nicht im Lieferumfang enthalten.

Praxiseinsatz

© thrudark.de/

Bereits beim ersten Anfassen wird deutlich, wo Thrudark die Prioritäten setzt. Die Force Vest fühlt sich ausgesprochen robust an. Materialien, Nähte und Reißverschlüsse vermitteln einen hochwertigen und langlebigen Eindruck. Wer bei seiner Ausrüstung wenig Lust auf filigrane Stoffe und ultraleichte Konstruktionen hat, dürfte daran Gefallen finden.

Auch das Taschensystem bietet auf dem Papier nahezu alles, was man von einer modernen 5-Liter-Laufweste erwartet. Die unterschiedlichen Front-, Seiten- und Rückentaschen ermöglichen eine gute Organisation, und durch die seitliche Kompression lässt sich die Weste an unterschiedliche Beladungszustände anpassen. Die zusätzliche Möglichkeit, eine Zwei-Liter-Trinkblase zu verwenden, erweitert den Einsatzbereich.

Im direkten Vergleich mit konsequent für den Trailrunning-Einsatz entwickelten Race Vests fehlt es der Thrudark allerdings an einigen entscheidenden Details. Besonders auffällig: Bei einem Verkaufspreis von 155 Euro werden keine Softflasks mitgeliefert. Gerade bei einer Weste dieser Preisklasse ist das schwer nachvollziehbar.

Noch deutlicher werden die Defizite beim Stocktransport. Zwar besitzt die Force Vest ein horizontales Bungee-System, eine wirklich schnelle und überzeugende Lösung für Faltstöcke bietet dieses im Praxiseinsatz jedoch nicht. Gerade im Wettkampf, wenn Stöcke innerhalb weniger Sekunden verstaut und wieder aufgenommen werden sollen, kann das System mit einer guten Köcherlösung nicht mithalten.

Hinzu kommt die robuste Materialwahl. Was bei Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit Pluspunkte sammelt, macht sich bei höheren Temperaturen negativ bemerkbar. Die Weste wird vergleichsweise schnell warm und wirkt weniger luftig als minimalistisch konstruierte Race Vests. Auch das höhere Gewicht passt nicht so recht zu ambitionierten Wettkampfläufern, bei denen jedes Gramm zählt.

Genau hier entsteht der Eindruck, dass Thrudark zwar eine extrem hochwertig und robust wirkende Outdoor-Weste gebaut hat, es im Detail aber noch etwas an spezifischem Trailrunning-Know-how fehlt. Taschen alleine machen eben noch keine perfekte Race Vest. Damenmodelle sind derzeit noch nicht verfügbar.

Einsatzbereich

Die Thrudark Force Running Hydration Vest 5L ist trotz ihrer fünf Liter Volumen keine klassische Race Vest. Dafür ist sie zu robust, vergleichsweise schwer und bei warmen Bedingungen zu wenig luftig. Ambitionierte Wettkämpfer finden bei spezialisierten Trailrunning-Marken leichtere und funktionell konsequentere Lösungen.

Ihre Stärken liegen eher bei langen Trainingstagen, Touren bei wechselhaftem Wetter, Speed Hiking oder kleinen Fastpacking-Abenteuern. Hier können die robuste Verarbeitung, die zahlreichen Verstaumöglichkeiten, die Kompressionsoptionen und die Kompatibilität mit einer Zwei-Liter-Trinkblase ihre Vorteile ausspielen. Wer seine Ausrüstung nicht mit Samthandschuhen anfassen möchte, bekommt eine Weste, die einen ausgesprochen widerstandsfähigen Eindruck hinterlässt.

Und dann wäre da natürlich noch der Look. Die Force Vest hebt sich mit ihrer komplett schwarzen, technischen Gestaltung wohltuend vom üblichen Trailrunning-Einerlei ab. Wer genau diesen Thrudark-Stil sucht, wird vermutlich auch bereit sein, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.

Denn 155 Euro ohne Softflasks sind eine Ansage. Dafür müsste die Force Vest funktionell und in Sachen Ausstattung eigentlich zur absoluten Spitze gehören – und davon ist sie im Trailrunning-Einsatz ein gutes Stück entfernt. Man muss schon genau das Besondere, Robuste und etwas Andere wollen, das Thrudark hier bietet.

Weitere Informationen:

Daten
Hersteller: Thrudark
Modell: Force Running Hydration Vest 5L
Empf. Verkaufspreis:  155 €
Gewicht: 238 g
Volumen: 5 Liter

 

Testergebnis

Verarbeitung
15 von 15
Tragekomfort
10 von 15
Funktionalität
8 von 15
Gesamtnote
Robust, auffällig und definitiv anders: Die Thrudark Force Running Hydration Vest 5L hebt sich wohltuend vom üblichen Race-Vest-Einerlei ab. Im Praxistest überzeugt sie mit hochwertiger Verarbeitung und viel Stauraum, offenbart aber Schwächen bei Gewicht, Atmungsaktivität und Stocktransport.
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