Vom Trailrunner zum Langläufer in 90 Tagen: Es geht voran - xc-run.de Trailrunning

Vom Trailrunner zum Langläufer in 90 Tagen: Es geht voran

Motivation durch Lob – ein Satz mit Wirkung

„Du stehst ja scho ganz guad am Schi!“

Bei diesem Satz muss ich schmunzeln. Er erinnert mich an meinen ehemaligen Seminarlehrer, der mir im Umgang mit Schülern immer wieder eingebläut hat:

„Loben, loben, loben – das tut den Menschen gut!“

Und er hatte recht. Denn Stephans Worte wirken ungemein motivierend und lassen mich noch einmal eine kleine Schippe drauflegen.

Schnauze voll vom Asphalt

Aber von Beginn an: Der Winter ist zurück im Bayerischen Wald und mein erster (Straßen-)Marathon des Jahres – der Thermenmarathon Bad Füssing – steckt mir noch in den Beinen. Die Form stimmt, doch vom Asphalt habe ich erst einmal gründlich die Schnauze voll.

Die wirklich schönen Trails sind aktuell witterungsbedingt schlicht nicht laufbar. Also verlagert sich der Fokus weiter auf den Skilanglauf.

Mehr Kilometer auf Skiern als je zuvor

Das Langlauftraining geht spürbar voran. Anfang Februar habe ich bereits mehr Kilometer auf Skiern gesammelt als sonst in einer kompletten Saison. Das Gefühl wird von Einheit zu Einheit besser, die Runden schneller und auch die berüchtigte „Nähmaschine“ in den Beinen bei steilen Abfahrten hat sich deutlich beruhigt.

Doch so richtig „flutscht“ es noch nicht. Immer wieder bin ich unsicher, welche Technik ich wann anwenden sollte. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, von anderen Sportlern – die objektiv gar nicht fitter aussehen – regelrecht stehen gelassen zu werden.

Früher hätte ich das vermutlich auf mein Material geschoben. Doch mit dem Fischer Speedmax Skate Plus habe ich wohl einen der besten Skating-Ski überhaupt unter den Füßen.
Höchste Zeit also, an der Technik zu feilen.

Techniktipps vom Profi

Mit Stephan Treml hat sich ein echter Profi angeboten, mir ein paar gezielte Tipps zu geben. Als ehemaliger deutscher Jugendmeister im Skilanglauf bringt er nicht nur enormes Know-how, sondern auch ein gutes Auge für Details mit.

Bisher war ich fast ausschließlich mit einer autodidaktisch erlernten Armschwungtechnik unterwegs – meist im 2:1-Doppelschub. Stephan zeigt mir nun, wie entscheidend es ist, die Technik dem Gelände anzupassen.

Eine kleine Korrektur – „Schwerpunkt weiter nach vorne“ – sorgt direkt für den ersten Aha-Effekt. Plötzlich klappt auch der für mich koordinativ bislang so schwierige Eintakter (1:1). Nach wenigen hundert Metern bin ich im Flow und das Ganze beginnt so richtig, richtig Spaß zu machen 🙂

Bergauf mit Mut, Puls und Führarmtechnik

Bergauf funktioniert für mich aktuell die sogenannte Führarmtechnik am besten. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass mit den Beinen noch deutlich mehr gehen müsste.

Auch dafür hat Stephan eine passende Analogie parat:

„Hast du Magdalena Neuner oder Martin Fourcade schon einmal den Berg hochlaufen sehen? Die springen den Anstieg regelrecht an.“

Gesagt, getan. Ich versuche also, den nächsten Anstieg mit gefühlten 180 Puls regelrecht hochzuspringen. Dass diese Methode nicht nur für mich anstrengend ist, merke ich spätestens, als ich meinen Lehrmeister hinter mir ordentlich pusten höre.

Technik schlägt Trainingsumfang

Nach zahlreichen weiteren Tipps und Korrekturen beende ich die 15-Kilometer-Runde am Bretterschachten mit einem außergewöhnlich guten Gefühl. Die 1,5 Stunden Techniktraining mit Stephan haben mir heute mehr gebracht als 20 Stunden blindes Training auf Langlaufskiern.

Ich bin zuversichtlich, die gewonnenen Erkenntnisse in den kommenden vier Wochen weiter zu festigen und mich gezielt auf den Skadi Loppet vorzubereiten.

Stephans Prognose für die 32 Kilometer Skating: 2:30 Stunden.

Meine Antwort: Ich bin schneller … 😏

Die mobile Version verlassen
Die mobile Version verlassen