Tobias Gerber (Team xc-run.de)
Ausrüstungstests

XC-RUN.DE Praxistest: Kopfhörer zum Trailrunnig

Für Trailrunner ist es fast eine Grundsatzfrage: Mit Kopfhörern laufen und sich dadurch zusätzlich motivieren lassen, oder auf die Umgebung hören? Die Antwort darauf können wir euch nicht geben. Aber wenn ihr euch entscheidet, mit Kopfhörern zu laufen, können wir euch sagen, worauf ihr achten solltet und welche Modelle sich besonders gut eigenen.

Userguide: Kopfhörer beim Trailrun- worauf es ankommt

Kopfhörer sollen gut klingen – das versteht sich von selbst. Was „gut klingen“ genau heißt, ist relativ unterschiedlich und hängt von den eigenen Hörgewohnheiten und z. B. dem Musikgeschmack ab. Aber gerade bei Trailrunning-Kopfhörern kommt es noch auf einiges mehr an.

Was gibt es zu beachten?

Die Kopfhörer sollten leicht sein und gut sitzen, denn schon bei normalem Laufen ist der Körper ständig in Bewegung und wird bei jedem Schritt leicht erschüttert. Geht es dann auch noch über Stock und Stein, muss alles halten und es darf trotzdem kein unangenehmes Drücken im Ohr geben. Den Sitz solltet ihr also unbedingt vor dem Laufen testen. Bleibt er sauber am/im Ohr? Muss eventuell ein anderer Größenaufsatz benutzt werden? Diese liegen den meisten Kopfhörern beim Kauf bei. Und stört das gewählte Modell auch nicht, wenn ihr mit einer Brille lauft? Oder mit einem Headband?

Außerdem sollten die Kopfhörer mit Feuchtigkeit klarkommen – denn geschwitzt wird in unserem Sport fast immer und ein leichter Regenschauer ist auch normal. Die Abkürzung IPX gibt dabei an, wie stark Feuchtigkeit abgewiesen wird: 1 = wenige Tropfen / 8 = sehr wasserdicht. Oft folgen auf das IP, das übrigens für „Ingress Protection“ steht, also „Schutz gegen Eindringen“, eine doppelte Zahl. Dann bezieht sich die erste Zahl auf den Staubschutz, die zweite auf den Feuchtigkeitsschutz.

Welche Modelle und Bauarten gibt es?

Die erste offensichtliche Unterscheidung ist, ob ihr mit Kabeln unterwegs sein wollt, oder die Musik per Bluetooth übertragen wird. Die meisten aktuellen Sportkopfhörer setzen auf Bluetooth, da dies handlicher ist und man sich gerade beim Laufen nicht im Kabel verheddern kann. Das setzt aber voraus, dass das Abspielgerät Bluetooth unterstützt – wie es z. B. Smartphones tun. Außerdem gibt es eine Batterie im Kopfhörer, die eben auch mal leer sein kann. Noch interessanter werden solche Kopfhörer, wenn die Laufuhr über eine Musikfunktion und Bluetooth verfügt. Dann kann das schwere Smartphone zuhause bleiben.

Grob kann man diese Bauweisen im Sportbereich unterscheiden:

  1. Over-ear
  2. Bügelkopfhörer
  3. In-ear
  4. Knochenschall / Bone-conduct

Over-ear Kopfhörer sind wegen ihres voluminösen Sounds vor allem außerhalb des Sports beliebt. Zum Laufen eigenen sie sich auf Grund ihres Gewichts und des großen Formats aber kaum. Bügelkopfhörer werden über einen leichten Bügel an der Ohrmuschel eingehängt. In-ear werden direkt in den Gehörgang eingesetzt und sind damit meistens am leichtesten. Parallel dazu etablieren sich gerade Knochenschall-Kopfhörer, die den Ton nicht über das Ohr, sondern über den Wangenknochen übertragen.

Alle Varianten haben Vor- und Nachteile, die vom Sound bis hin zu zusätzlichen Features wie Noise Cancelling reichen. Der Ton von Bügelkopfhörern, die oft auch zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten über die Bügelkonstruktion anbieten, ist anders als der von Knochenschall-Kopfhörern. Letztere können wiederum keine Unterdrückung externer Geräusche anbieten, da sie nicht im Ohr sitzen und damit Geräusche von außen immer ins Ohr kommen. Dafür belasten sie das Trommelfell nicht.

Kopfhörer im xc-run.de Praxistest

MiiBUDS Active Go

Miiego Miibuds Active Go

Die MiiBUDS ACTIVE GO von MIIEGO richten sich klar an alle, die beim Sport und im Alltag keine Kompromisse eingehen wollen. Schon auf dem Papier überzeugen sie mit einer extrem langen Akkulaufzeit von bis zu 100 Stunden, die durch das Ladeetui mit integrierter Powerbank-Funktion noch vielseitiger wird. Damit sind auch längere Trainingseinheiten, Wochenendtrips oder spontane Outdoor-Abenteuer problemlos abgedeckt. Dank Schnellladefunktion sind die Earbuds zudem im Handumdrehen wieder einsatzbereit.

Mit ihrer ergonomischen Passform und stabilen Ohrbügeln sitzen die Kopfhörer auch bei intensiven Workouts sicher und bequem im Ohr. Die IPX7-Zertifizierung macht sie unempfindlich gegenüber Schweiß und Regen, während Bluetooth 5.4 für eine stabile Verbindung sorgt. Klanglich setzen die MiiBUDS ACTIVE GO auf kraftvolle Bässe und klare Höhen, die sich über die MIIEGO-App individuell anpassen lassen. Ergänzt wird das Gesamtpaket durch ein integriertes Mikrofon mit ENC-Algorithmus für verständliche Telefonate – ideale Voraussetzungen für einen zuverlässigen Trainingspartner.

UVP: 119 EUR

Gewicht: 10g (Kopfhörer) / 123g (Etui)

Farbe: schwarz

xc-run.de Fazit

Die MiiBuds Active Go machen ihrem sportlichen Anspruch alle Ehre und sind ein ausdauernder Begleiter für lange Trailruns. Die flexiblen Ohrbügel halten die Hörer sicher am Ohr, sodass sie auch auf ruppigen Downhills stabil sitzen und nicht herausrutschen. Der Klang ist kräftig und bassbetont, was gerade auf langen Anstiegen motiviert, ohne dass Stimmen und Höhen völlig untergehen. Die Bedienung über die Tasten an den Hörern ist funktional und zuverlässig, auch wenn sie im Lauftempo etwas weniger intuitiv wirkt als bei manchen Touch-Bedienkonzepten. Dafür wirkt das gesamte System robust und klar auf sportliche Einsätze ausgelegt, inklusive IPX7-Schutz gegen Regen, Matsch und Schweiß. Durch die verschiedenen Silikon- und Schaumstoffaufsätze lässt sich der Sitz im Gehörgang anpassen, was für Tragekomfort auf langen Strecken sorgt.

Im direkten Vergleich zu sehr leichten Open-Ear- oder Earbud-Lösungen liegen die MiiBuds Active Go aber spürbarer am Ohr an, und bei viel Schweiß oder sehr langen Läufen kann es vorkommen, dass sie minimal im Gehörgang verrutschen. Das verändert dann leicht den Klang, ein Effekt, den sie mit vielen anderen In-Ear-Sportkopfhörern teilen. Unterm Strich sind die MiiBuds Active Go ein sehr gelungener Kopfhörer für lange Trailrunning-Touren: sicherer Sitz, wetterfeste Konstruktion, starke Akkulaufzeit und ein dynamischer, bassstarker Sound zu einem insgesamt attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Suunto Wing 2

Suunto Wing 2

Die Suunto Wing 2 sind konsequent auf aktive Outdoor-Sportler ausgerichtet, die Musik, Sicherheit und Komfort miteinander verbinden wollen. Dank der Open-Ear-Technologie sitzen die Kopfhörer nicht im Gehörgang, sondern auf dem Kieferknochen – so bleibt die Wahrnehmung von Umgebungs- und Verkehrsgeräuschen jederzeit erhalten. Gerade beim Laufen, Radfahren oder Wandern sorgt das für ein deutliches Plus an Sicherheit, ohne auf Motivation durch Musik verzichten zu müssen.

Der leichte Rahmen aus Titan und Silikon bietet einen sicheren Sitz ohne Druck auf die Ohren und eignet sich damit auch für lange Trainingseinheiten. Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 12 Stunden, Schnellladefunktion sowie einer zusätzlichen Powerbank zur Laufzeitverlängerung zeigen sich die Wing 2 flexibel im Alltag und auf Abenteuern. Die IP66-Zertifizierung schützt zuverlässig vor Schweiß, Staub und Regen. Ergänzt wird das sportliche Gesamtpaket durch Gestensteuerung per Kopfbewegung, zwei Mikrofone mit Geräuschunterdrückung, LED-Sicherheitslichter für bessere Sichtbarkeit sowie umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten über die Suunto App. In Kombination mit einer Suunto-Uhr liefern die Wing 2 sogar Echtzeit-Sprachfeedback – ein durchdachter Trainingspartner für alle, die draußen unterwegs sind.

UVP: 169 EUR

Gewicht: 35g (Kopfhörer)

Farben: Schwarz, Orange

xc-run.de Fazit

Für Trailrunner sind die Suunto Wing 2 vor allem dann interessant, wenn Sicherheit und Trainingsintegration im Vordergrund stehen. In Symbiose mit Suunto-Uhren spielen die Kopfhörer ihre größten Stärken aus: Echtzeit-Sprachfeedback, nahtlose Kopplung und eine insgesamt sehr stabile Nutzung machen sie zu einem durchdachten Trainingsbegleiter. Dass sie zudem von vielen bekannten Trailrunning-Athleten beworben werden, unterstreicht ihre klare Ausrichtung auf den Outdoor-Einsatz.

Ein großer Pluspunkt auf dem Trail ist die permanente Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen, was gerade auf schmalen Wegen, in alpinem Gelände oder bei Begegnungen mit anderen Sportlern und Verkehr ein echtes Sicherheitsplus darstellt. Allerdings hat die Open-Ear-Bauweise auch ihre Kehrseite: Der Sound ist teilweise recht leise, insbesondere bei Wind oder in anspruchsvollem Gelände. Die Kopfgestensteuerung erweist sich auf Trails zudem als wenig praktikabel und kann durch unbeabsichtigte Auslösungen eher störend als hilfreich sein.

Im Winter zeigen sich weitere Einschränkungen, da der Bügel unter Mütze oder Stirnband unbequem sein kann. Dafür überzeugen die Wing 2 umso mehr im Fitnessstudio oder bei sehr schweißintensiven Einheiten: Sie sitzen absolut stabil, rutschen nicht heraus und liefern einen konstanten Klang – auch bei hoher Belastung. Ist die Verbindung einmal hergestellt, ist die Bedienung insgesamt einfach und zuverlässig.

Unterm Strich sind die Suunto Wing 2 keine klassischen Sound-Kopfhörer für maximale Immersion, sondern ein funktionales Trainingswerkzeug für sicherheitsbewusste Trailrunner, mit klaren Stärken im Zusammenspiel mit dem Suunto-Ökosystem und Schwächen bei Lautstärke und Bedienung im technischen Gelände.

JBL Endurance Peak 3

JBL Endurance Peak 3
JBL Endurance Peak 3 © JBL

Die JBL Endurance Peak 3 sind explizit für lange Einheiten gemacht. Das belegen vor allem die lange Akkulaufzeit und das robuste Design bei gleichzeitig hohem Tragekomfort. Auf bis zu 50 Stunden Wiedergabezeit schafft man es, wenn man das Case mit seinen zusätzlichen rund 40 Stunden Ladung mitnimmt Die verbaute Schnellladefunktion ermöglicht bis zu eine Stunde Wiedergabe nach nur 10 Minuten Ladezeit. Beim Ausziehen werden die Kopfhörer automatisch abgeschaltet – auch ohne sie ins Case zu legen.

Dank der Schutzklasse IP68 sind die Ohrhörer wasser- und staubdicht, so dass sie bei wirklich allen Laufbedingungen performen. Zusätzlich bieten sie Funktionen wie Ambient Aware und TalkThru, wodurch Umgebungsgeräusche wahrgenommen oder Gespräche geführt werden können. Die Kopfhörer schalten sich beim Abnehmen automatisch aus, und die App ermöglicht Personalisierungen, die auch eine Veränderung der Gestensteuerung beinhaltet. Verbunden wird über eine Bluetooth 5.2 Schnittstelle.

UVP: 99,99 EUR

Gewicht: 26g (Kopfhörer) / 78g (Case)

Farben: Schwarz, Blau, Rot, Weiß

xc-run.de Fazit

Der Kopfhörer macht seinem Namen alle Ehre und ist ein wahrer Langstreckenbegleiter. Die Tragebügel halten den Kopfhörer stabil am Ohr und im Gehörgang. Die Umgebungsgeräusche können wahlweise unterdrück oder durchgelassen werden und der Sound ist voll und rund. Die Touchpads funktionieren so einfach wie solide: rechts gibt es Play/Stopp, sowie Skip vor/zurück, links wird Ambient Aware an- und abgeschaltet. Die Touchpads lassen sich auch im Lauf hervorragend bedienen und machen einen so robusten Eindruck wie der ganze Kopfhörer.

Zum Lieferumfang gehören auch diverse Aufsätze für den Gehörgang, so dass der Kopfhörer individuell angepasst werden kann. Im Vergleich zum Beispiel zum Teufel Airy Open TWS liegen die Kopfhörer aber etwas merkbarer am Ohr und bei viel Bewegung oder starkem Schwitzen können sie ein wenig im Gehörgang verrutschen, was eine Disbalance im Sound verursacht. Aber dieses Leid teilen die Endurance Peak 3 mit vielen anderen In-Ear-Kopfhörern.

Ein sehr gelungener Kopfhörer für lange Touren mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis.

Shokz OpenRun Pro 2

Shokz OpenRun Pro 2
Shokz OpenRun Pro 2 © Shokz

Der Shokz OpenRun Pro 2 legt nach, wo der Vorgänger aufgehört hat und will nichts weniger, als die Regeln des Open-Ear-Audios neu definieren. Auf dem Bone-Conduction-Prinzip des Vorgängers aufsetzend, sollen nun auch Features von herkömmlichen Kopfhörern der Sound abrunden. Systemseitig sind vier auf verschiedene Musikgenres zugeschnittene Equalizer-Modi verfügbar. Dazu gibt es zwei anpassbare Modi, die über die App verwaltet werden können.

Den frei hinter dem Kopf hängenden Bügelrahmen kennt man vom Vorgängermodell, die Wiedergabezeit liegt bei ca. 12 Stunden. Eine Schnellladung ist ebenfalls vorhanden: 5 Minuten Laden reichen schon für bis zu 2,5 Stunden Einsatz. Dies geht allerdings nicht über das – sehr große – Case. Die Schutzklasse IP55 sorgt für Sicherheit bei Regen oder Schweiß. Verbunden wird über eine Bluetooth 5.3-Schnittstelle.

Wer unterwegs auch telefonieren möchte, wird von einem KI-Algorithmus unterstützt, der Hintergrundgeräusche herausfiltern soll und damit die Doppel-Mikrofone in ihrer Arbeit unterstützen. Aufgeladen wird über eine sicher verbaute USB-C-Verbindung. Den Kopfhörer gibt es in zwei Größen.

UVP: 199 EUR

Gewicht: 31g (Kopfhörer)

Farben: Schwarz, Orange

xc-run.de Fazit

Mit dem OpenRun Pro 2 wollen Shokz Maßstäbe setzen. Der Vorgänger hat ordentlich Staub aufgewirbelt, der OpenRun Pro 2 macht alles einfach nochmal besser. Schon die ersten Töne sind überraschend voluminös, dick und dynamisch. Das ist mehr als nur ein Schritt nach vorne, denn es radiert den traditionellen Wermutstropfen der Bone-Conductor-Technologie aus, bei dem der Schall über den Knochen übertragen wird und dadurch nicht an die Qualität herkömmlicher Kopfhörer anschließen kann.

Die überragende Unauffälligkeit beim Tragen wurde dem Kopfhörer belassen. Lediglich Kapuzen vertragen sich nicht so gut mit dem Bügel hinter dem Kopf. Ansonsten vergisst man schnell, überhaupt einen Kopfhörer zu tragen. Ebenfalls behalten wurde die haptische Steuerung, die auch mit kalten oder nassen Fingern und durch ein Headband funktioniert. Auf der Unterseite des rechten Bügels gibt es eine Lautstärkesteuerung, auf der linken Seite ermöglicht die Multifunktionstaste die Steuerung der Musikwiedergabe, Telefonate, etc. Dass das Laden jetzt über eine reguläre USB-C-Verbindung funktioniert, anstatt eines Spezialsteckers, kommt der Nachhaltigkeit entgegen, da bei Verschleiß kein neuer Spezialstecker gekauft werden muss.

Wenn es ein Open-Ear-Kopfhörer sein soll, ist der Shokz OpenRun Pro 2 aktuell first in class. In einer Großstadt lohnt er sich zwar nur in ruhigeren Parks und der Preis ist stolz, aber die Performance auf Trails und langen Distanzen ist absolut überzeugend.

Teufel Airy Open TWS

Teufel Airy Open TWS
Teufel Airy Open TWS © Teufel

Die Airy Open TWS sind die ersten Open-Ear-Kopfhörer der Berliner Traditionsmarke Teufel – man darf also gespannt sein. Dank der weichen und individuell einstellbaren Tragebügel sollen sie ihre Position am Ohr sicher halten, während sogenannte Waveguides den Sound direkt in deine Ohren spielen. Typisch für das Open-Ear-Konzept bleiben die Gehörgänge offen für Umgebungsgeräusche. Sie bieten zudem Spritzwasserschutz nach IPX4 gegen Schweiß und leichten Regen und nutzen Bluetooth 5.3 Verbindung.
Für Telefonate in hoher Qualität wurden vier Mikrofone eingearbeitet, die Earbuds wurden mit Touch-Control für Lautstärke, Rufannahme, Sprachassistent und ähnlichem versehen und nach 10 Minuten ohne Signal gehen die Kopfhörer in einen Auto-Standby zum Stromsparen. Mit Unterstützung des Lade-Case kommt man auf eine Gesamtspielzeit von rund 20 Stunden. Geladen wird über einen USB-C-Ladeport.

UVP: 119,99 EUR

Gewicht: 20g (Kopfhörer) / 76g (Case)

Farben: Schwarz, Grau

xc-run.de Fazit

Der erste Eindruck ist stark. Die Kopfhörer liegen kaum spürbar am Ohr – und bleiben auch genau dort. Da sie die Gehörgänge nicht verschließen, können sie im Ohr selbst nicht verrutschen. Der Sound ist kraftvoll und gleichzeitig klar. Kurz gesagt: erst einmal alles richtig gemacht.

Leider gibt es auch einige Negativpunkte. Die eher mäßige Akkulaufzeit von rund sechs Stunden ohne Case ließe sich noch verschmerzen. Problematischer ist jedoch die grundsätzlich gute, in der Praxis aber unglücklich umgesetzte Auto-Standby-Funktion. Aus dem Standby lassen sich die Kopfhörer nur reaktivieren, indem man sie erneut aus dem Case nimmt. Dieses muss also immer mitgeführt werden – was bei minimalistischer Laufausstattung durchaus nerven kann. Auch die Touch-Bedienung funktioniert während des Laufens nur eingeschränkt. Die Lautstärke per Wischgeste gezielt zu verändern, ist nahezu unmöglich. Zudem lässt sich die Belegung der Touch-Flächen nicht anpassen, da es keine begleitende App gibt.

Unterm Strich bleiben ein hervorragender Sitz und ein überzeugender Klang, der Umgebungsgeräusche und die eigenen Schritte nicht ausblendet. Man muss jedoch häufig laden und vor allem das Case bei Läufen dabeihaben. Trotzdem stellen die Airy Open TWS eine interessante Alternative zum deutlich teureren Platzhirsch OpenRun Pro 2 von Shokz dar.

Jabra Elite 7 Active

Jabra Elite 7 Active
Jabra Elite 7 Active © Jabra

Die Elite 7 Active Kopfhörer von Jabra wirken klein und unscheinbar – und sind doch ein Schwergewicht, wenn es um Trailrunning-kompatible In-ear-Kopfhörer geht. Jeder Earbud wiegt nur 5,5 Gramm, zusammengenommen „belasten“ sie die Läufer*innen also nur mit 11 Gramm. Dank eines speziellen Flüssigsilikon-Gummi-Verbundmaterials bleiben die kleinen Stöpsel auch bei schnellen Läufen im Trail-Terrain genau an der Stelle im Ohr, wo wir sie haben möchten. Hier verrutscht nichts.

Der Sound ist rund, dynamisch und hat Volumen, die Außengeräusche lassen sich durch Druck auf den linken Ohrstöpsel entweder über ANC (ambient noise cancelling) ausblenden, oder im HearThrough-Modus hören. Hierfür gibt es sogar unterschiedliche Modi, die über die Jabra Sound+ App eingestellt werden können. Dort lässt sich auch der Musikwiedergabe-Sound einstellen.

Verbunden wird der Kopfhörer über Bluetooth 5.2, wobei auch an 2 Geräte gleichzeitig gekoppelt werden kann. Die Musikwiedergabe liegt bei knapp unter 8h, das Case lädt die Earbuds aber extrem schnell wieder auf und bringt so eine Laufzeit von bis zu 30h. Play und Stopp werden über den rechten Kopfhörer per Knopfdruck gesteuert – wobei die Knopfbelegung auch in der App geändert werden kann.

UVP: 180 €
Gewicht: 11g (Kopfhörer) / 54g (Case + Kabel)
Farben: Schwarz, Blau, Mint

xc-run.de Fazit

Der „reduce to the max“-Ansatz der winzigen In-Ears ist gewagt, zahlt sich bei den Jabra Elite 7 Active jedoch spürbar aus. Die kleinen Stöpsel sitzen sofort wie angegossen im Ohr, wackeln nicht, rutschen nicht und drücken nicht – und liefern bereits ohne Feinanpassung per App einen druckvollen, lebendigen Sound.

Vor allem im Vergleich zu ähnlichen Produkten punkten die nochmals kompakteren Jabras mit ihrer haptischen Knopfsteuerung. Hier muss man tatsächlich drücken, um Befehle auszulösen – unbeabsichtigte Eingaben gehören damit der Vergangenheit an. Die aktive Geräuschunterdrückung arbeitet äußerst effektiv, sodass man beim Laufen teilweise regelrecht zusammenzuckt, wenn plötzlich etwas auftaucht, das zuvor vollständig ausgeblendet war.

Auch technisch müssen sich die kleinen Kopfhörer keineswegs hinter größeren Modellen verstecken. Im Gegenteil: Sie überzeugen mit hoher Einsatzfreude und kraftvollem Klang. Dank IP57 sind die Elite 7 Active selbst gegen starken Regen bestens geschützt und können nach dem Lauf direkt im kompakten Lade-Case wieder aufgeladen werden.

beyerdynamic Free Bird

beyerdynamic Free Bird © beyerdynamic.de

Audiotechnologie mit herausragender Klangqualität ist die große Leidenschaft von beyerdynamic – und das merkt man. Wer schon einmal einen Kopfhörer des Herstellers getragen und Musik gehört oder gespielt hat, wird das bestätigen. Die Produkte werden in Deutschland entwickelt und stehen seit jeher für hohen Anspruch an Sound und Verarbeitung.

Clevere Technologien wie Qualcomm Dual 2-Mic cVc sorgen beim Free BYRD für eine sehr gute Sprachverständlichkeit. Telefonate gelingen in Mono- wie auch im Stereo-Betrieb jederzeit klar und verständlich. Das digitale Active Noise Cancelling mit Hybrid-Technologie blendet Umgebungsgeräusche effektiv aus, ohne die Klangqualität zu beeinträchtigen. Soll die Umgebung bewusst wahrgenommen werden, lassen sich Außengeräusche über den Transparency Mode gezielt einblenden. Der weltweit geschätzte beyerdynamic Sound wird hier mit moderner ANC-Technik kombiniert. Leistungsstarke Treiber und aktuelle Codecs wie aptX Adaptive und AAC sorgen für ein detailreiches, dynamisches Klangbild.

Dank IPX4-Zertifizierung ist der Free BYRD gegen Schweiß und Spritzwasser geschützt. Hochwertige Materialien sollen für eine lange Lebensdauer sorgen. Ersatzteile wie Ohrpassstücke können bei Bedarf nachbestellt werden, auch der Verlust eines einzelnen Ohrhörers lässt sich so kompensieren.

UVP: 199 €
Gewicht: 7g (je Ohrhörer) / 60g (Case + Kabel)
Farben: Schwarz, Grau

xc-run.de Fazit

Klanglich zählt der Free BYRD von beyerdynamic zweifellos zu den Highlights unseres Tests. Die Sprachqualität ist hervorragend, das Active Noise Cancelling überzeugt auch beim Laufen und blendet störende Umgebungsgeräusche zuverlässig aus – bei konstant hoher Soundqualität. Auch der Funktionsumfang lässt zunächst kaum Wünsche offen: Eine übersichtliche App für Android und iOS, flexibler Ein-Ohr-Betrieb mit beiden Hörern, hoher Tragekomfort sowie zahlreiche Ohrpassstücke in acht Größen und unterschiedlichen Materialien (für sportliche Einsätze bewährten sich besonders die Schaumstoff-Varianten) sorgen für viele Pluspunkte. Positiv fallen zudem das geringe Gewicht und die lange Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden (30 Stunden mit Case) auf. Nach nur zehn Minuten Ladezeit sind bereits rund 70 Minuten Wiedergabe möglich.

Etwas gewöhnungsbedürftig empfanden wir die Bedienung, die nicht immer intuitiv wirkt – was allerdings auch der Vielzahl parallel getesteter Kopfhörer geschuldet sein kann.

Leider gibt es einen entscheidenden Wermutstropfen: Im Langzeittest haben die beyerdynamic Free BYRD nicht überzeugt. Bereits nach längerer Nutzung traten Defekte auf, die letztlich zum Ausfall der Kopfhörer führten. Gerade bei einem Premiumprodukt in dieser Preisklasse ist das ein schwerwiegender Kritikpunkt.

Grundsätzlich bieten True Wireless In-Ears maximale Bewegungsfreiheit und Flexibilität. Für uns Trailrunner kann genau dieses Konzept jedoch zum Nachteil werden: Auf schnellen Downhills und auch beim Radfahren hatten wir mehrfach das ungute Gefühl, die In-Ears zu verlieren. Wir sehen den Free BYRD daher eher bei ruhigeren Läufen, anderen Sportarten oder im Alltagseinsatz – sofern man bereit ist, das Risiko in puncto Langzeitstabilität einzugehen.

Teufel Airy Sports TWS

Teufel Airy Sports TWS © Teufel

Die Teufel Airy Kopfhörer-Reihe gehört zu den Dauerbrennern des Technik-Herstellers. Neben dem oben besprochenen Standard-Modell gibt es mit den Teufel Airy Sports TWS auch eine Version, die ohne Kabel funktioniert. Entwickelt in Berlin von Teufel Ingenieuren vor Ort, bietet der AIRY SPORTS TWS die gleiche Bassperformance, Dynamik und Auflösung, die man bei POWER HIFI oder DEFINION Systemen hört. Die Bluetooth-Lautsprecher und Kopfhörer garantieren dabei eine saubere, stabile Bluetooth-Verbindung bei minimalem Stromverbrauch. Egal ob Sprühwasser, Schweiß oder Regen: die Kopfhörer bleiben immer sauber und geschützt. Die Ear-Tips sind natürlich abnehmbar und auswaschbar.

UVP: 149,99 € (Reduziert auf 119,99)
Gewicht: 16g (je Kopfhörer) / 71g (Case + Kabel)
Farben: Schwarz

xc-run.de Fazit

Der Teufel Airy Sports TWS bietet satten Sound wie ein echter HiFi-Kopfhörer. Die Bluetooth 5.0 Verbindung klappt denkbar einfach und konstant. Weiche, biegsame Ohrbügel und 4 Ear-Tips aus antibakteriellem Silikon sorgen für einen festen, komfortablen Sitz. Auch die smarte Touch-Steuerung an der Ohrmuschel für Musiksteuerung, Telefonannahme, Sprachassistent und Lautstärke funktioniert nach kurzer „Einarbeitung“ reibungslos und relativ intuitiv.

Mit einer Wiedergabeleistung von über 7 Stunden (31 Stunden mit Ladecase) ist der In-Ear-Sportkopfhörer im mittleren Bereich der hier getesteten Produkte. Im Gegensatz zu anderen Sport-Kopfhörern ist der Airy Sports nur Sprühwassergeschützt nach IPX3 – bei Starkregen sollte man ihn also besser wegpacken. Gut gefallen hat uns die Sprachqualität bei Telefonaten, auch in lauter Umgebung. Verzichten muss man auf Noise Cancelling.

Die Teufel Airy Sports TWS sind im Moment beim Hersteller auf 119,99 € reduziert und bieten damit ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer intensive Bässe gepaart mit einfachem Handling und guter Qualität liebt und auf Schnickschnack verzichten kann, hat hier seinen Trainingspartner gefunden.

JBL Reflect Flow Pro

JBL Reflect Flow Pro
JBL Reflect Flow Pro © JBL

Die Reflect Flow Pro Kopfhörer sind als reinrassige Sportkopfhörer konzipiert. Mit dem hohen Staub- und Feuchtigkeitsschutz IP68 halten sie selbst starken Regen aus. Drei verschiedene Größenaufsätze und vier Flügelsets – JBL nennt sie Powerfins – sollen einen absolut sicheren Halt gewährleisten. Technisch bieten die kleinen In-ears ebenfalls einiges fürs Geld: starken Sound, App-Unterstützung, 3 verschiedene Modi für externe Geräusche, Berührungssteuerung an den Kopfhörern, Unterstützung von Hey Google und Alexa, in Abhängigkeit vom Sound-Modus rund 10h Laufzeit, das Case als Ladestation und dergleichen mehr.

UVP: 180 €
Gewicht: 15g (Kopfhörer) / 71g (Case + Kabel)
Farben: Schwarz, Weiß, Pink, Blau

xc-run.de Fazit

Der erste Eindruck ist stark – wenn man die richtige Kombination von Ohrstöpsel und Flügeln gefunden hat. Dann sitzen die kleinen Knubbel sauber und solide im Ohr. Out of the box kann das leider nicht gewährleistet werden. Da verrutschten die Hörer alle paar Schritte. Hier lohnt sich also das Experimentieren mit dem mitgelieferten Equipment.

Das Koppeln mit Bluetooth-fähigen Geräten läuft dank Bluetooth 5.0 reibungslos, die minimalistische Touch-Steuerung ebenfalls. Am linken Ohr lässt sich zwischen „ambient aware“ on/off und „noise cancelling“ wechseln, am rechten Ohr gibt es stop, play, Track vor und zurück. Vieles weiteres lässt sich über die Sprachsteuerung von Hey Google und Alexa bedienen – sofern die Reflect Flow Pro Kopfhörer mit einem entsprechenden Smartphone verbunden sind.

Eher unpraktisch ist die Touch-Steuerung. Gerade im holprigen Terrain ist diese zu empfindlich. Hier wäre eine haptische Steuerung besser gewesen. Falls z. B. ein In-ear mal etwas verrutscht und nachjustiert wird, ändert sich zu häufig die Sound-Einstellung oder die Musik stoppt, weil man halt doch ans Touch-Interface gekommen ist. Der Sound ist für leichte Sportkopfhörer ziemlich rund – vor allem im Noise Cancelling Modus – könnte aber noch etwas dynamischer sein. Hier kann die Smarphone-App aber Abhilfe schaffen. Stimmsteuerung und App sind allerdings nur für Android verfügbar.

Ein guter Sportkopfhörer, der aber vor allem für Läufe in der Ebene oder fürs Radfahren geeignet ist.