Am Samstag, den 17. Oktober 2026, trifft sich die internationale Vertical-Elite im österreichischen Dorfgastein zum großen Saisonfinale des VK OPEN World Cups. Beim legendären Beinhoat das Vertical kämpfen die besten Bergaufspezialisten der Welt um den Gesamtsieg. Auf gerade einmal 3,3 Kilometern warten brutale 1.200 Höhenmeter – und dank doppelter Punktevergabe ist in der Gesamtwertung noch alles möglich.
Österreich erstmals Gastgeber des VK OPEN Grand Finale
Steil, kurz und kompromisslos: Am kommenden Samstag steht Dorfgastein im Salzburger Land ganz im Zeichen des Vertical Running. Erstmals wird das große Finale des VK OPEN World Cups in Österreich ausgetragen. Schauplatz ist die bereits 13. Auflage des Beinhoat das Vertical, das als eines der steilsten Berglaufrennen Österreichs gilt.
Die zertifizierte Strecke führt über 3,3 Kilometer und 1.200 Höhenmeter vom Tal in Dorfgastein hinauf zum 2.033 Meter hohen Fulseck. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von mehr als 36 Prozent. Hier sind nicht nur starke Beine, sondern auch eine gehörige Portion Leidensfähigkeit gefragt. Die bestehenden Streckenrekorde unterstreichen das außergewöhnliche Niveau des Rennens: Bei den Männern liegt die Bestmarke bei beeindruckenden 38:00 Minuten, bei den Frauen bei 46:46 Minuten.
Weltcup-Finale nach neun Rennen auf vier Kontinenten
Der VK OPEN World Cup, der bis zur vergangenen Saison unter dem Namen VK OPEN Championships ausgetragen wurde, feiert 2026 seine sechste Auflage. Die Rennserie der International Skyrunning Federation (ISF) hat sich ganz der Vertical-Disziplin verschrieben und soll insbesondere den klassischen Vertical Kilometer stärker in den internationalen Fokus rücken. Insgesamt umfasst die diesjährige Serie neun Stationen in sieben Ländern auf vier Kontinenten. Nach dem Saisonauftakt auf Madeira führte der Weltcup über Andorra und Japan nach Nordamerika mit Rennen in Kanada und den USA. Die letzte Station vor dem Finale fand in Kolumbien statt.
257 Athleten aus 17 Nationen haben sich im Laufe der Saison in der Gesamtwertung platziert. Beim Finale in Dorfgastein werden nun die Gesamtsieger ermittelt. Besonders spannend macht das Rennen die doppelte Punktevergabe. Während bei den regulären Weltcupstationen maximal 100 Punkte vergeben werden, erhält der Sieger des Finales satte 200 Zähler. Für Platz zwei gibt es 176 Punkte, insgesamt sammeln die besten 40 Athleten Weltcuppunkte. Für die Gesamtwertung zählen maximal drei Ergebnisse: die beiden besten Saisonrennen sowie das Grand Finale. Neben dem prestigeträchtigen Weltcuptitel warten auf die Gesamtsieger auch Preisgelder.
Männer: Louis Dumas führt – Konkurrenz sitzt ihm im Nacken
Bei den Männern verspricht das Finale einen spannenden Kampf um den Gesamtsieg. Der Franzose Louis Dumas, bereits VK OPEN Champion 2024, führt die Wertung mit 188 Punkten an. Dahinter lauern der Japaner Suguru Inui mit 176 Punkten und der Ire Zak Hanna mit 168 Zählern. Auch der als neutraler Athlet startende Vitalii Chernov liegt mit 152 Punkten auf Rang sechs noch in Schlagdistanz.
Dumas zeigt sich vor dem Finale optimistisch. Seine Form sei aktuell besser als noch bei den Weltmeisterschaften vor einem Monat. Gleichzeitig weiß der Franzose um die Stärke seiner Konkurrenten und die Unberechenbarkeit eines solchen Rennens. Die Strecke in Dorfgastein bezeichnet er als spektakulär, steil und brutal. Druck verspüre er dennoch kaum, schließlich sei seine bisherige Saison bereits äußerst erfolgreich verlaufen. Besonders motiviert dürfte auch Suguru Inui an den Start gehen. Der Japaner belegte bei den VK OPEN Championships 2025 den zweiten Gesamtrang und möchte diesmal ganz nach oben. Für seine Weltcuppunkte reiste er in diesem Jahr um die halbe Welt. Neben seinem Heimrennen beim Biwako Valley Vertical sammelte er jeweils zweite Plätze beim Minotaur VK in Kanada und beim Whiteface VK in den USA. Seine Zielsetzung ist entsprechend eindeutig: Nach Platz zwei im Vorjahr soll diesmal der Gesamtsieg her.
Frauen: Chernova und Zagorac im Titelkampf
Auch bei den Frauen ist die Entscheidung um den Weltcuptitel noch offen. Die als neutrale Athletin startende Irina Chernova führt die Gesamtwertung mit 200 Punkten an. Dahinter folgt die Serbin Sladjana Zagorac mit 178 Punkten. Zagorac ist die amtierende VK OPEN Gesamtsiegerin und möchte ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Die Serbin freut sich besonders auf das Rennen in Österreich, da ihr sowohl das steile Gelände als auch die zu erwartenden Bedingungen entgegenkommen dürften. Dass die Titelverteidigung kein Selbstläufer wird, ist ihr bewusst. Für Zagorac liegt gerade darin der Reiz des Vertical Running: Jeder Erfolg muss hart erarbeitet werden. Durch die doppelte Punktevergabe beim Finale können sich auch weitere Athletinnen noch Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung in der Gesamtwertung machen.
Beinhoat das Vertical: Ein würdiger Abschluss für die Bergaufspezialisten
Für Veranstalterin Sibylle Schild ist die erstmalige Austragung des Weltcupfinales in Dorfgastein eine besondere Auszeichnung. Die Region bietet mit ihren steilen Hängen ideale Voraussetzungen für ein internationales Vertical-Rennen. Dabei soll das Beinhoat das Vertical auch in seiner 13. Auflage nicht ausschließlich ein Rennen für Profis sein. Wie gewohnt stehen ambitionierte Hobbyläufer gemeinsam mit internationalen Spitzenathleten an der Startlinie. Am Ende wartet auf alle Teilnehmer dieselbe Belohnung: der Blick vom Fulseck über die Bergwelt des Gasteinertals.
ISF-Präsident Marino Giacometti bringt die Faszination der Disziplin auf den Punkt: Ein Vertical Kilometer ist zwar kurz, verlangt den Athleten aber eine enorme körperliche Leistung ab. Genau diese Kombination aus maximaler Intensität und hochklassigem Wettbewerb macht den Reiz der Serie aus. Am Samstag entscheidet sich, wer sich nach einer langen internationalen Weltcupsaison die Krone der Vertical-Spezialisten aufsetzen darf.