Der Skibergsteiger-Klassiker Jennerstier in Berchtesgaden wurde bereits zum 19. Mal ausgetragen und war auch 2026 ein voller Erfolg. Von 5. bis 8. Februar stand die Region ganz im Zeichen des Skibergsteigens. Hochklassiger Skimo-Sport, spannende Entscheidungen und eine großartige Stimmung prägten das lange Rennwochenende am Jenner.
Bereits der Sprintbewerb am Donnerstag sowie das Vertical Race am Samstag boten Sport auf internationalem Topniveau. Der Höhepunkt folgte am Sonntag mit dem berühmten Individualrennen am Jenner. Insgesamt überquerten bei der zum SKIMO Alpencup gehörenden Veranstaltung – inklusive ISMF-Jugendweltcup-Rennen – knapp 500 Athletinnen und Athleten aus 22 Nationen die Ziellinie.
Explosiver Sprint zum Auftakt am Donnerstag
Den Auftakt des Jennerstier 2026 bildete am Donnerstag, 5. Februar, der Sprintbewerb, der als ISMF-Jugendweltcup für die Klassen U18 und U20 ausgetragen wurde. Auf der kurzen, technisch anspruchsvollen Strecke am Götschen in Marktschellenberg waren explosive Kraft, saubere Technik und perfekte Linienwahl gefragt.
In mehreren Heats kämpften sich die Nachwuchsathleten in der Abenddämmerung Runde für Runde durch das Tableau und lieferten sich packende Duelle bis ins nächtliche Finale. Internationale Top-Talente aus über 20 Nationen nutzten den Sprint, um früh im Rennwochenende ein sportliches Ausrufezeichen zu setzen.
Für das erhoffte Lokalkolorit sorgten ein deutscher Klassensieg bei den U20-Damen durch Elena Euringer sowie ein österreichischer 3. Platz durch Emma Albrecht in derselben Kategorie.
Vertical Race fordert Kraft und Ausdauer
Am Samstag, 7. Februar, stand mit dem Verticalrennen am Jenner die nächste Herausforderung auf dem Programm. Vom Start weg ging es kompromisslos bergauf – ein direkter Kampf gegen Steigung und Uhr. Der fordernde, teilweise rutschige Kurs verlangte den Teilnehmern alles ab und sorgte für beeindruckende Leistungen in allen Klassen.
Neben dem ISMF-Jugendweltcup wurde das Vertical auch als offenes Rennen ausgetragen. Besonderes Highlight: Lokalmatador Toni Palzer, zuletzt als Profi-Radfahrer beim Team BORA-hansgrohe, stand am Start.
Bei winterlichen Bedingungen und einer bestens präparierten Strecke zeigten die Athleten eindrucksvoll die Vielseitigkeit und Intensität des Skibergsteigens. Spannende Positionskämpfe und starke Einzelleistungen prägten auch diesen Bewerb.
In den Jugend-Weltcupklassen überzeugte erneut Elena Euringer, die in der U20-Klasse Rang 2 belegte. Ebenfalls auf Platz 2 landete Silas Walter in der Klasse U20M.
Im offenen Rennen blieben die Siege in heimischer Hand: Luisa Paller gewann bei den Damen, Toni Palzer setzte sich – wenig überraschend – bei den Herren durch. Die weiteren Podestplätze gingen bei den Herren an Christof Hohenwarter (AUT) und Clemen Spanring (SLO), bei den Damen an Annika Seefeld (GER) und Teresa Feix (AUT).
Höhepunkt am Sonntag: das Individual Race
Am Sonntag, 8. Februar, folgte mit dem Individualrennen das sportliche Highlight des Jennerstier 2026. Auf der sehr anspruchsvollen, international professionell angelegten Strecke mit mehreren Anstiegen, Abfahrten und Tragepassagen entschied sich, wer sich in der Königsklasse des Skibergsteigens durchsetzen konnte.
Auch in dieser Disziplin traten die besten Nachwuchsathleten im ISMF-Jugendweltcup an. Im starken Feld stach der junge Deutsche Moritz Bauregger hervor, der sich in der Klasse U20M souverän durchsetzte und ein klares Signal für die Zukunft setzte.
Offenes Individualrennen mit packenden Entscheidungen
Im Höhepunkt des Rennwochenendes, dem offenen Individualrennen, verlief das Damenrennen lange Zeit äußerst knapp. Eine Dreiergruppe mit Ina Forchthammer (AUT), Anna-Maria Michel (GER) und Luisa Paller (GER) kämpfte über fünf Anstiege und zwei Tragepassagen um den Sieg.
Schließlich konnte sich Ina Forchthammer absetzen und ihren lang ersehnten Sieg beim Jennerstier feiern, nachdem sie in den vergangenen Jahren mehrfach knapp am Podium vorbeigeschrammt war. Platz 2 ging an Anna-Maria Michel, Platz 3 an Luisa Paller.
Ina Forchthammer zu ihrem Sieg:
„Mir ist es heute sehr gut gegangen. In den vielen Spitzkehren konnte ich meine Technik ausspielen und meine Konkurrentinnen auf Distanz halten. Auch die Abfahrten waren richtig gut – die Organisatoren haben sie trotz des wenigen Schnees hervorragend hinbekommen. Ein rundum gelungener Renntag für mich.“
Bei den Herren verlief das Rennen deutlich eindeutiger. Beflügelt vom Sieg im Vertical am Samstag zündete Toni Palzer den Turbo und setzte sich früh souverän von seinen Verfolgern ab. Den Heimsieg ließ sich der Berchtesgadener nicht mehr nehmen. Mit einem Rückstand von 2:39 Minuten belegte Marc Dürr (GER) Rang 2, Julian Tritscher (AUT) komplettierte das Podium.
Toni Palzer im Ziel:
„Über die zwei Siege freue ich mich sehr. Es ist fünf Jahre her, seit ich aus dem Skibergsteiger-Wettkampfsport ausgestiegen bin – hier liegen meine Wurzeln. Die Zeit im Radsport war eine spezielle Erfahrung im Teamsport, aber im Skibergsteigen zählt der persönliche Erfolg. Für den schwierigen Winter hatten wir heute wirklich beste Verhältnisse. Hut ab vor der Organisation – das Rennen war technisch anspruchsvoll, aber nie gefährlich. Genau so muss es sein.“
Jennerstier als Aushängeschild des Skimo-Sports
Auch 2026 zeigt der Jennerstier als Teil des SKIMO Alpencups eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig der Skibergsteigersport ist – von explosiven Sprintformaten bis hin zum klassischen Individualrennen.
Der SKIMO Alpencup 2026 zieht nun zur finalen Station nach Tirol weiter: zum Achensee Xtreme in Maurach am Achensee am 7. und 8. März 2026.
