GTWS vor dem Finale: Showdown auf der Chinesischen Mauer - xc-run.de Trailrunning

GTWS vor dem Finale: Showdown auf der Chinesischen Mauer

Die Golden Trail World Series geht in die entscheidende Phase: Beim Jinshanling Great Wall Trail Race wartet am Sonntag das siebte und letzte Rennen der regulären Saison. Auf 24 Kilometern mit 1.889 Höhenmetern treffen einige der stärksten Trailrunner der Welt aufeinander – darunter Myoko-Sieger Patrick Kipngeno und die deutsche Überraschungssiegerin Hanna Groeber.

Letzte Station vor dem Grand Finale

Nach dem Myoko Trail in Japan zieht die Golden Trail World Series weiter nach China. Das Jinshanling Great Wall Trail Race bildet die siebte und letzte Station der regulären Saison, ehe am 24. und 25. Oktober beim Muju Trail Grand Finale in Südkorea die endgültigen Entscheidungen fallen. Dabei wartet in China eine der spektakulärsten Kulissen des gesamten Kalenders. 24 Kilometer und 1.889 Höhenmeter führen die Athleten teilweise direkt über die Chinesische Mauer. Das Rennen ist das einzige Event der Golden Trail World Series, das auf einem der sieben modernen Weltwunder ausgetragen wird. Sportlich könnte die Ausgangslage kaum spannender sein. Patrick Kipngeno und Hanna Groeber, die zuletzt den Myoko Trail gewinnen konnten, stehen erneut am Start. Bei den Männern reist Philemon Kiriago als Führender der Gesamtwertung nach China, während bei den Frauen das Fehlen der erkrankten Spitzenreiterin Madalina Florea zusätzliche Spannung verspricht.

Treppen, steile Anstiege und technische Downhills

Jinshanling liegt in den Yan Mountains gut zwei Stunden von Peking entfernt und gilt als einer der besonders gut erhaltenen Abschnitte der Chinesischen Mauer. Die Strecke verbindet die historischen Treppen und Mauern mit trockenen, sandigen und technisch anspruchsvollen Trails. Statt eines einzelnen langen Anstiegs erwartet die Läufer eine permanente Abfolge kurzer, teilweise sehr steiler Anstiege und Downhills. Erholung gibt es auf der Runde kaum.

Zusätzliche Punkte können auf drei Zeitsegmenten gesammelt werden. Bereits bei Kilometer fünf wartet das Uphill Segment: ein Kilometer mit durchschnittlich 16,6 Prozent Steigung – inklusive der steilen und unregelmäßigen Stufen der Chinesischen Mauer. Nur drei Kilometer später folgt das 1,6 Kilometer lange Sprintsegment. Im letzten Renndrittel wartet schließlich bei Kilometer 14,6 ein 1,3 Kilometer langer Downhill mit durchschnittlich 17,9 Prozent Gefälle.

Kiriago übernimmt die Führung

Der Myoko Trail hat die Ausgangslage bei den Männern noch einmal verändert. Philemon Kiriago führt die Gesamtwertung nun mit 860 Punkten an. Dahinter folgt Elhousine Elazzaoui mit 824 Punkten. Kiriago hat allerdings bereits vier Wertungsresultate gesammelt und kann sein Konto in China deshalb nur durch eine Verbesserung eines bestehenden Ergebnisses oder über zusätzliche Segmentpunkte entscheidend ausbauen. Mit 772 Punkten folgt Patrick Kipngeno auf Rang drei. Der Kenianer reist mit viel Selbstvertrauen an. Nach seinem Sieg beim Myoko Trail spricht auch seine bisherige Bilanz in Asien für ihn: Kipngeno gewann sämtliche fünf GTWS-Rennen, die er bislang auf dem Kontinent bestritten hat – darunter auch das Jinshanling Great Wall Trail Race 2025.

Ebenfalls weit vorne in der Gesamtwertung liegt Michael Selelo. Mit 754 Punkten ist er Vierter und stand in allen vier GTWS-Rennen dieser Saison, bei denen er startete, auf dem Podium. Zum erweiterten Kreis der Spitzenläufer gehören außerdem Brayan Rodríguez, Bogdan Damian, Nashon Kiplimo, Isacco Costa, Joey Hadorn, Ryunosuke Omi und Zhu Yutao.

Hanna Groeber mit Rückenwind aus Japan

Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Hanna Groeber. Beim Myoko Trail feierte die amtierende Europameisterin im Up & Down ihren ersten Sieg in der Golden Trail World Series. Damit rückte sie mit 502 Punkten auf Rang sieben der Gesamtwertung vor. Nun wartet bereits die nächste große Herausforderung. In China trifft Groeber unter anderem auf Caroline Kimutai, die das Rennen 2025 gewinnen konnte. Die Kenianerin liegt mit 614 Punkten auf Rang fünf der Gesamtwertung und kehrt nach ihrem Verzicht auf den Myoko Trail zurück. Da Gesamtführende Madalina Florea – aktuell 872 Punkte – krankheitsbedingt fehlt, bietet sich ihren Verfolgerinnen die Gelegenheit, den Abstand vor dem Grand Finale deutlich zu verkürzen.

 

Enges Rennen bei den Frauen

Besonders dicht gedrängt ist das Feld unmittelbar hinter Florea. Ruth Gitonga liegt mit 698 Punkten auf Rang zwei, gefolgt von Barbora Bukovjan mit 696 und Marie Nivet mit 663 Punkten. Beim Myoko Trail trennten Nivet und Bukovjan im Kampf um das Podium lediglich 45 Sekunden.

Auch dahinter geht es um wichtige Positionen für die Gesamtwertung. Renee Cardinaals, María Fuentes, Estel Roig und Naiara Irigoyen kämpfen um Plätze innerhalb beziehungsweise in Reichweite der Top 10. Die chinesischen Gastgeber werden vor allem auf Chi Lingjie hoffen. Dabei geht es nicht nur um die Gesamtwertung 2026: Ein Platz unter den Top 20 ist mit Preisgeld verbunden, die Top 30 erhalten finanzielle und logistische Unterstützung der GTWS für die Saison 2027.

40.800 Euro Preisgeld in China

Die Golden Trail World Series hat das Preisgeld für die beiden asiatischen Rennen vor dem Grand Finale verdoppelt. Beim Jinshanling Great Wall Trail Race werden insgesamt 40.800 Euro an die jeweils besten zehn Männer und Frauen ausgeschüttet. Die beiden Sieger erhalten jeweils 6.000 Euro.

Live im TV und Stream

Der Startschuss fällt am Sonntag, 27. September. Die Frauen starten um 14:00 Uhr Ortszeit beziehungsweise 08:00 Uhr MESZ, die Männer folgen um 14:20 Uhr Ortszeit beziehungsweise 08:20 Uhr MESZ. Die Liveübertragung beginnt um 07:50 Uhr MESZ auf HBO Max. Eurosport 2 steigt ab 08:15 Uhr MESZ in die Übertragung ein. Damit ist alles angerichtet für das letzte Kräftemessen vor dem großen Finale in Südkorea – und für ein Rennen in einer Kulisse, die selbst im hochkarätigen Kalender der Golden Trail World Series herausragt.

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