Vom 15. bis 19. Juli trifft sich die Trailrunning-Szene erneut in Grindelwald zum Eiger Ultra Trail by UTMB. Während die alpine Kulisse rund um Eiger, Mönch und Jungfrau gewohnt spektakulär ist, präsentiert sich das Elitefeld 2026 ungewöhnlich offen. Die ganz großen internationalen Stars fehlen, wodurch sich insbesondere für Athletinnen und Athleten aus der DACH-Region ausgezeichnete Chancen auf Spitzenplatzierungen ergeben.
Offene Ausgangslage beim Eiger Ultra Trail 2026
Der Eiger Ultra Trail by UTMB zählt seit Jahren zu den prestigeträchtigsten Trailrunning-Events Europas. Die anspruchsvollen Strecken rund um Grindelwald führen durch das UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch und bieten eine einzigartige Mischung aus hochalpinen Trails, langen Anstiegen und technisch anspruchsvollen Downhills.
Vom 15. bis 19. Juli stehen mit dem E250 (200 km), E101 (101 km), E51 (51 km) und E35 (35 km) wieder die wichtigsten Wettbewerbe auf dem Programm.
Sportlich fällt allerdings eines sofort auf: 2026 fehlt es an den ganz großen Namen der internationalen Trailrunning-Szene. Weder aktuelle UTMB-Sieger noch Golden-Trail-Stars oder die absoluten Top-Athleten der Ultra-Szene stehen an der Startlinie. Besonders deutlich zeigt sich dies auf der Königsdistanz.
E101: Selten war der Sieg so offen
Normalerweise gehört der E101 zu den am stärksten besetzten 100-Kilometer-Rennen Europas. In diesem Jahr präsentiert sich das Elitefeld jedoch ungewöhnlich ausgeglichen.
Männer: Offenes Rennen ohne klaren Topfavoriten
Mit einem UTMB Index von über 800 Punkten führen Maxime Pellouchoud (SUI), Stefan Ungericht (ITA), Stian Dahl Sommerseth (NOR) und Manuel Hartweg (GER) das Teilnehmerfeld an. Keiner der gemeldeten Athleten erreicht jedoch die Marke von 900 Punkten, was die ungewöhnlich offene Ausgangslage auf der E101 unterstreicht.
Der Schweizer Maxime Pellouchoud (BCVS Mount Salomon Team) reist als einer der höchstbewerteten Läufer nach Grindelwald und zählt ebenso zum Favoritenkreis wie der Norweger Stian Dahl Sommerseth (SATISFY) und der Italiener Stefan Ungericht (Alpenpower).
Aus deutscher Sicht stehen vor allem Manuel Hartweg (LG Rülzheim) und Lennard Muschinski (Salomon Running Team) im Fokus. Beide gehören zu den stärksten deutschsprachigen Athleten im Starterfeld und könnten von der ausgeglichenen Konkurrenz profitieren.
Frauen: Schweizerinnen führen das Feld an
Auch bei den Frauen fehlt die absolute Weltelite. Die Favoritinnenrolle dürfte bei Mirjam Niederberger (SUI) liegen. Die Dynafit-Läuferin kennt das alpine Terrain hervorragend und gehört zu den konstantesten Schweizer Trailrunnerinnen.
Zu ihren stärksten Konkurrentinnen zählen:
- Alina Wylezalek (POL)
- Andrea Vlasakova (CZE)
- Emily Vaudan (SUI)
- Julia Harnie (FRA)
Mit gleich mehreren Schweizerinnen besitzt das Gastgeberland ausgezeichnete Chancen auf einen Heimsieg.
E51: Stark besetzte Mitteldistanz
Deutlich hochwertiger präsentiert sich das Teilnehmerfeld über die 51 Kilometer.
Männer
Favorit dürfte Chris Myers (USA) vom Brooks-Team sein. Der Amerikaner trifft allerdings auf starke Konkurrenz.
Vor allem die DACH-Region ist hervorragend vertreten:
- Dominik Rolli (SUI) zählt zu den stärksten Schweizer Trailläufern über die Mitteldistanz.
- Francesco Ceschi (SUI) bringt viel Erfahrung mit.
- Marco Wildhaber (SUI) gehört ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis.
- Samuel Ruffieux (SUI) ist trotz seiner Altersklasse immer für Spitzenresultate gut.
Internationale Konkurrenz kommt unter anderem von:
- Peter Fraňo (SVK)
- Luke Grenfell-Shaw (GBR)
- Marc Bernades Ollé (ESP)
Frauen
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Juliane Rössler. Die Läuferin der TG Viktoria Augsburg gehört zu den stärksten deutschen Berg- und Trailläuferinnen und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung machen.
Ebenfalls aussichtsreich:
- Kim Strohmann (GER)
- Claudia Chmielowska (POL)
- Sonia Samuels (GBR)
- Nora Havlinová (AUT)
Gerade auf der E51 könnten die deutschsprachigen Athletinnen eine prägende Rolle spielen.
E35: Schweizer Favoriten und deutsche Chancen
Über die 35 Kilometer dominieren traditionell die Schweizer Athleten.
Bei den Männern zählen vor allem:
- Ramon Manetsch (SUI)
- Boris Jaquet (SUI)
- Beat Neff (SUI)
zum engeren Favoritenkreis.
Aus deutscher Sicht steht Nadine Hubel im Fokus. Die erfahrene Bergläuferin könnte ebenso wie die Schweizerinnen Rea Iseli, Simone Troxler und Natalina Neuenschwander um die Spitzenplätze kämpfen.
E250: Abenteuer statt Rekordjagd
Bereits am Donnerstagmorgen startet mit dem E250 UNESCO Trail das längste Rennen des Wochenendes. Auf 200 Kilometern und 17.000 Höhenmetern steht weniger die Rekordjagd als vielmehr das reine Durchhaltevermögen im Mittelpunkt. Der Rundkurs verbindet Kandersteg mit Grindelwald und führt durch einige der spektakulärsten Landschaften der Schweizer Alpen.
DACH-Athleten stark vertreten
Während in den vergangenen Jahren internationale Superstars wie Kilian Jornet, Jim Walmsley oder François D’Haene das Geschehen rund um den Eiger prägten, eröffnet die ungewöhnlich offene Ausgangslage 2026 insbesondere den Läuferinnen und Läufern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz neue Möglichkeiten.
Vor allem Lennard Muschinski, Manuel Hartweg, Mirjam Niederberger, Dominik Rolli, Juliane Rössler sowie zahlreiche Schweizer Athletinnen und Athleten gehören zu den Namen, die von der fehlenden Weltelite profitieren könnten.
Fest steht: Die Streckenrekorde dürften angesichts der Leistungsdichte außer Reichweite bleiben. Dafür verspricht der Eiger Ultra Trail 2026 so viele offene Rennen wie seit Jahren nicht mehr. Gerade diese Unberechenbarkeit könnte für besonders spannende Wettkämpfe vor der imposanten Nordwand des Eigers sorgen.
Zur Einstimmung: Bines Rennbericht von 2024
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