Elhousine Elazzaoui hat das Männerfinale der Golden Trail World Series 2026 in Südkorea gewonnen und seine Ambitionen auf den dritten Gesamttitel in Folge eindrucksvoll unterstrichen. Der Marokkaner setzte sich auf der technisch anspruchsvollen Strecke über 28,6 Kilometer und 2.313 Höhenmeter in 2:49:14 Stunden knapp vor Patrick Kipngeno und Timothy Kibett durch. Während der bisherige Gesamtführende Philemon Kiriago einen bitteren Rückschlag erlebte, sorgte aus deutscher Sicht besonders Finn Hösch für Aufsehen. Der Olympia-Skibergsteiger belegte im hochkarätig besetzten Elitefeld einen hervorragenden 21. Platz und deutete damit sein großes Potenzial im Trailrunning an.
Elazzaoui gewinnt packendes Finale in Südkorea
Das Männerfinale der Golden Trail World Series 2026 hätte kaum spannender beginnen können. Vor dem entscheidenden Rennen in Muju trennten die drei Titelanwärter Philemon Kiriago, Patrick Kipngeno und Elhousine Elazzaoui lediglich 46 Punkte. Mit 28,6 Kilometern und 2.313 Höhenmetern wartete eine der anspruchsvollsten Strecken der gesamten Saison auf die Athleten. Steile Anstiege, technisch schwierige Downhills und rutschige Passagen im Deogyusan-Nationalpark verlangten den weltbesten Trailrunnern alles ab. Am Ende setzte sich mit Elhousine Elazzaoui (NNormal) einer der erfolgreichsten Athleten der vergangenen Jahre durch. Der Marokkaner bewältigte die Strecke in 2:49:14 Stunden und feierte einen weiteren prestigeträchtigen Erfolg in der Golden Trail World Series. Dabei war die Entscheidung denkbar knapp. Patrick Kipngeno (Run2Gether On Trail) erreichte das Ziel nach 2:49:58 Stunden und hatte damit lediglich 44 Sekunden Rückstand. Timothy Kibett (Salomon) komplettierte in 2:50:48 Stunden das Podium. Gerade einmal 93 Sekunden trennten die drei Erstplatzierten nach fast drei Stunden Rennzeit.
Kipngeno bestätigt seine Topform – Kiriago erlebt bitteres Finale
Patrick Kipngeno war nach zwei Siegen in Folge in Japan und China mit viel Selbstvertrauen nach Südkorea gereist. Der Kenianer hatte sich im Saisonendspurt bis auf 40 Punkte an seinen Teamkollegen Philemon Kiriago herangearbeitet. Auch in Muju bestätigte Kipngeno seine herausragende Form. Mit Platz zwei und weniger als einer Minute Rückstand auf Elazzaoui sammelte er erneut wichtige Punkte im Kampf um die Gesamtwertung. Ganz anders verlief das Finale für Philemon Kiriago. Der Kenianer war mit 870 Punkten als Gesamtführender nach Südkorea gereist. Sein Sieg beim traditionsreichen Sierre-Zinal sowie vier zweite Plätze hatten ihn in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht. Doch ausgerechnet beim wichtigsten Rennen der Saison konnte Kiriago nicht an seine bisherigen Leistungen anknüpfen. In 3:05:08 Stunden erreichte er lediglich den elften Platz und verlor damit fast 16 Minuten auf Sieger Elazzaoui. Während seine beiden größten Konkurrenten um den Gesamttitel die ersten beiden Plätze belegten, blieb Kiriago deutlich hinter den Erwartungen zurück. Damit büßte er seinen Vorsprung in der Jahreswertung ein. Die endgültige Platzierung hängt von der offiziellen Berechnung einschließlich der zusätzlich vergebenen Segmentpunkte ab.
Joey Hadorn verpasst das Podium nur knapp – Finn Hösch ebenfalls stark
Auch aus deutschsprachiger Sicht gab es beim hochkarätig besetzten Finale der Golden Trail World Series in Südkorea erfreuliche Ergebnisse. Allen voran überzeugte der Schweizer Joey Hadorn (Salomon), der in 2:52:22 Stunden einen starken vierten Platz belegte. Lediglich 1:34 Minuten fehlten ihm auf das Podium, auf Sieger Elhousine Elazzaoui hatte er 3:08 Minuten Rückstand. Damit bestätigte Hadorn seine Klasse auf technisch anspruchsvollen Trails.
Mit Finn Hösch (Dynafit) war auch ein bekannter deutscher Skibergsteiger am Start. Der 23-jährige Olympiateilnehmer von Mailand-Cortina erreichte nach 3:17:04 Stunden den 21. Gesamtrang. Sein Rückstand auf den Sieger betrug knapp 28 Minuten. Angesichts des hochkarätigen Teilnehmerfeldes ist dies ein respektables Ergebnis, auch wenn der Abstand zur absoluten Weltspitze noch deutlich ausfällt. Hösch bringt aus dem Skibergsteigen hervorragende Ausdauerqualitäten mit. Ob er künftig häufiger bei internationalen Trailrennen antritt und den Rückstand auf die Spezialisten verkürzen kann, bleibt spannend.
Ergebnisse: GTWS Grand Finale 2026 – Männer
Muju Trail, Südkorea | 28,6 Kilometer | 2.313 Höhenmeter
| Platz | Athlet | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Elhousine Elazzaoui (MAR) | 2:49:14 |
| 2 | Patrick Kipngeno (KEN) | 2:49:58 |
| 3 | Timothy Kibett (KEN) | 2:50:48 |
| 4 | Joey Hadorn (SUI) | 2:52:22 |
| 5 | Alain Santamaría (ESP) | 2:54:00 |
| 6 | Taylor Stack (USA) | 2:55:47 |
| 7 | Bogdan Damian (ROU) | 2:57:39 |
| 8 | Samwel Kiprotich (KEN) | 3:00:21 |
| 9 | Michael Selelo Saoli (KEN) | 3:00:39 |
| 10 | Nashon Kiplimo (KEN) | 3:04:22 |
| 11 | Philemon Kiriago (KEN) | 3:05:08 |
| 12 | Brayan Rodríguez | 3:05:39 |
| 13 | Jonas Soldini (SUI) | 3:06:21 |
| 14 | Taiga Yamaguchi (JPN) | 3:06:27 |
| 15 | Isacco Costa (ITA) | 3:07:39 |
| 16 | Ezekiel Rutto (KEN) | 3:08:02 |
| 17 | Andrea Rostan (ITA) | 3:11:06 |
| 18 | Mattia Tanara (ITA) | 3:11:45 |
| 19 | Ryunosuke Omi (JPN) | 3:11:52 |
| 20 | Valentin Toma (ROU) | 3:16:25 |
| 21 | Finn Hösch (GER) | 3:17:04 |
Fazit: Elazzaoui setzt ein Ausrufezeichen – Hösch macht Hoffnung
Das Männerfinale der Golden Trail World Series 2026 lieferte einen hochklassigen Abschluss der Saison. Elhousine Elazzaoui zeigte einmal mehr, warum er seit Jahren zu den erfolgreichsten Athleten der Serie gehört. Patrick Kipngeno bestätigte seine starke Form, während Timothy Kibett mit seinem Podiumsplatz überzeugte. Für Philemon Kiriago endete das Finale dagegen mit einer bitteren Enttäuschung. Aus deutschsprachiger Sicht überzeugten vor allem Joey Hadorn und Finn Hösch.
Während der Schweizer als Vierter nur knapp am Podium vorbeilief, könnte der 21. Platz von Hösch langfristig besonders interessant sein. Der deutsche Olympia-Skibergsteiger bewies, dass er schon jetzt über das Potenzial verfügt, sich auch auf internationalem Topniveau im Trailrunning zu behaupten. Mit gerade einmal 23 Jahren hat er zudem noch viel Zeit für seine sportliche Entwicklung. Vielleicht war das Finale in Muju deshalb nicht nur ein starkes Einzelresultat, sondern auch ein erster Vorgeschmack auf das, was Finn Hösch künftig im Trailrunning erreichen könnte.