Kamnik (Slowenien) – Am Schlusstag der European Athletics Off-Road Running Championships in Ljubljana-Kamnik sorgte die deutsche Nachwuchsläuferin Julia Ehrle für ein starkes Ausrufezeichen. Die Titelverteidigerin im Up-and-Downhill-Rennen der U20-Klasse sicherte sich nach Bronze im Uphill-Wettbewerb.
Während Ehrle bei den Juniorinnen triumphierte, feierte Frankreich bei den Junioren einen Doppelsieg durch Basile Astier und Yannick Memheld.
Dramatischer Start bei den Junioren
Bereits wenige Sekunden nach dem Startschuss kam es im U20-Rennen der Männer zu den ersten turbulenten Szenen. Im Gedränge der Startphase stürzten mehrere Athleten und sorgten für einen hektischen Auftakt auf dem sechs Kilometer langen Kurs durch die Straßen von Kamnik hinauf in die umliegenden Wälder und zum Schlossberg.
Unbeeindruckt davon präsentierte sich Frankreich erneut als dominierende Nation. Basile Astier setzte sich früh an die Spitze und gewann in 23:58 Minuten souverän. Der Franzose verwies seinen Landsmann Yannick Memheld (24:37 Minuten) um 39 Sekunden auf Rang zwei. Bronze ging an den Briten Ewan Busfield, der nach 24:55 Minuten das Ziel erreichte.
„Es war ein gutes Rennen und ich habe mich sehr stark gefühlt“, sagte Astier nach seinem Erfolg.
Für Memheld war es bereits die vierte Medaille seiner ersten Europameisterschaften. Nach Gold im Uphill-Rennen gewann er nun auch Silber im Up-and-Downhill-Wettbewerb und trug zudem maßgeblich zu den französischen Teamtiteln bei.
Julia Ehrle schlägt eindrucksvoll zurück
Bei den Juniorinnen gelang Julia Ehrle die perfekte Revanche für den verpassten Titel im Uphill-Rennen. Nachdem sie dort als Titelverteidigerin Bronze gewonnen hatte, dominierte die Deutsche diesmal die Konkurrenz und lief nach 28:21 Minuten mit deutlichem Vorsprung zum Europameistertitel.
Silber sicherte sich die Ungarin Agota Szabo in 29:09 Minuten, Bronze ging an die Spanierin Sofia Rubio in 29:16 Minuten.
„Ich bin wirklich sehr glücklich, heute nach Bronze im Uphill-Rennen die Goldmedaille gewonnen zu haben“, sagte Ehrle nach ihrem Erfolg.
Entscheidung auf dem Downhill
Den Grundstein für ihren Sieg legte die deutsche Nachwuchshoffnung auf den Bergabpassagen. Bereits am höchsten Punkt der Strecke lag Ehrle an der Spitze, doch auf dem technisch anspruchsvollen Downhill konnte sie ihren Vorsprung entscheidend ausbauen.
„Ich war schon vorne, als wir den höchsten Punkt erreicht hatten. Aber bergab konnte ich den Abstand noch weiter vergrößern. Ich bin förmlich den Berg hinuntergeflogen“, erklärte Ehrle.
Genau dort verloren ihre Konkurrentinnen entscheidend Zeit. Sowohl Agota Szabo als auch Sofia Rubio gaben nach dem Rennen offen zu, dass ihnen die Bergabpassagen deutlich weniger lagen als die Anstiege.
„Ich mag die Uphill-Strecken viel lieber. Der Downhill war der schwierigste Teil des Rennens“, sagte Silbermedaillengewinnerin Szabo. Auch Rubio bestätigte: „Vor allem, weil ich bei den Downhills nicht besonders stark bin.“