Die ersten Weltmeistertitel der Skyrunning WM 2026 auf La Gomera sind vergeben. Im VERTICAL über 4,9 Kilometer und 950 Höhenmeter triumphierten der erst 21-jährige Spanier Lluis Puigvert und die Schweizerin Paola Stampanoni. Für ein Ausrufezeichen aus deutschsprachiger Sicht sorgte Österreichs Maximilian Meusburger mit einem starken fünften Platz. Auch Finn Hösch und Niklas Holz liefen für Deutschland in die Top 20.
Von Meereshöhe fast bis zum Gipfel
Steil, kurz und gnadenlos: Mit dem VERTICAL fiel am Freitag der Startschuss für die Skyrunning World Championships 2026 auf La Gomera. Insgesamt 109 Athleten stellten sich der 4,9 Kilometer langen Strecke mit 950 Höhenmetern. Gestartet wurde auf rund 300 Metern über dem Meer, das Ziel wartete auf 1.279 Metern Höhe. Insgesamt sind bei den Weltmeisterschaften vom 18. bis 20. September 270 Athleten aus 38 Nationen am Start.
Während es im unteren Streckenabschnitt noch warm und schwül war, änderten sich die Bedingungen mit zunehmender Höhe deutlich. Zwischen Palmen ging es immer weiter bergauf, ehe die Läufer im Gipfelbereich von Wind, Nieselregen und Temperaturen unter 18 Grad empfangen wurden.
Puigvert krönt seinen Aufstieg aus der Jugendklasse
Bei den Männern entwickelte sich ein hochklassiger und enger Kampf. Die ersten fünf Athleten lagen am Ende innerhalb von nicht einmal eineinhalb Minuten. In den letzten 400 Metern setzte sich Lluis Puigvert entscheidend von seinen Konkurrenten ab. Der 21-jährige Spanier erreichte das Ziel nach 36:36,75 Minuten und sicherte sich damit seinen ersten WM-Titel bei den Senioren.
Nur 13 Sekunden dahinter folgte sein Landsmann José Antonio Bellido in 36:49,84 Minuten. Bronze ging an den Italiener Luca Del Pero in 37:07,30 Minuten. Mit Marcos Villamuera auf Rang vier unterstrich Gastgeber Spanien seine Stärke eindrucksvoll.
Puigvert setzt damit seine außergewöhnliche Entwicklung fort. Seit seinem Einstieg bei den Youth World Championships 2023 sammelte er über vier Nachwuchs-Weltmeisterschaften hinweg zwölf Gold- und vier Silbermedaillen. 2026 war er dreifacher Jugend-Weltmeister – nun folgte direkt der erste Titel bei den Senioren.
Meusburger sensationell auf Rang fünf
Direkt hinter dem spanischen Trio sorgte Maximilian Meusburger für das stärkste Ergebnis aus deutscher und österreichischer Sicht. Der Österreicher erreichte nach 37:51,50 Minuten als Fünfter das Ziel und fehlte damit weniger als eine Minute auf das WM-Podium.
Auch die deutschen Männer zeigten starke Leistungen. Finn Hösch belegte in 40:14,18 Minuten Rang 17, nur zwei Positionen dahinter folgte Niklas Holz in 40:46,25 Minuten auf Platz 19. Für Österreich erreichte Paul Krondorfer in 41:57,62 Minuten Platz 25, Florian Ebner wurde in 45:00,49 Minuten 44. der Männerwertung.
Die deutschsprachigen Männer im Überblick:
- Maximilian Meusburger (AUT) – 37:51,50
- Finn Hösch (GER) – 40:14,18
- Niklas Holz (GER) – 40:46,25
- Paul Krondorfer (AUT) – 41:57,62
- Florian Ebner (AUT) – 45:00,49
Stampanoni holt endlich Gold
Bei den Frauen entwickelte sich ein Sekundenkrimi zwischen Paola Stampanoni und Everarda Van Dongen. Die Schweizerin hatte im entscheidenden Streckenabschnitt die Nase vorne und gewann nach 44:33,62 Minuten ihren ersten VERTICAL-Weltmeistertitel. Nach Silber bei früheren internationalen Meisterschaften gelang ihr damit der Sprung ganz nach oben aufs Podest.
Van Dongen sorgte für eine der Überraschungen des Tages. Die Niederländerin benötigte 44:42,44 Minuten und musste sich bei ihrem ersten internationalen VERTICAL lediglich um neun Sekunden geschlagen geben. Bronze ging an Benedetta Broggi aus Italien in 45:20,05 Minuten. Die spanische Titelverteidigerin Naiara Irigoyen wurde Vierte, Joke Descheemaeker aus Belgien komplettierte die Top 5.
Nana Buhl für das xc-run.de Team bei der WM
Bei den Frauen stellte Österreich das deutlich größere deutschsprachige Aufgebot. Sabrina Pabst lief in 54:07,18 Minuten auf Platz 25, unmittelbar dahinter landete Iris Hermann in 54:10,85 Minuten auf Rang 26. Claudia Zierlinger erreichte in 56:03,13 Minuten Rang 32.
Für Deutschland stand mit Nana Buhl auch eine Athletin des xc-run.de Teams an der Startlinie. Sie bewältigte die 950 Höhenmeter in 1:00:51,37 Stunden und belegte Rang 40 der Frauenwertung.
Die deutschsprachigen Frauen im Überblick:
- Sabrina Pabst (AUT) – 54:07,18
- Iris Hermann (AUT) – 54:10,85
- Claudia Zierlinger (AUT) – 56:03,13
- Nana Buhl (GER/xcrun.de Team) – 1:00:51,37
Österreich auf Rang sieben der Nationenwertung
Neben den Einzelmedaillen werden auf La Gomera auch Punkte für die Nationenwertung gesammelt. Nach dem VERTICAL führt Spanien mit 318 Punkten vor Italien mit 284 und Ungarn mit 200 Punkten. Österreich liegt dank der starken Mannschaftsleistung mit 154 Punkten auf Rang sieben, Deutschland mit 96 Punkten auf Platz 13.
Nach dem Auftakt im VERTICAL geht die Skyrunning WM auf La Gomera mit dem SKYULTRA über 63 Kilometer und 4.100 Höhenmeter sowie dem abschließenden SKY über 29 Kilometer und 1.900 Höhenmeter weiter. Zusätzlich wird aus den Ergebnissen von VERTICAL und SKY eine Combined-Wertung ermittelt.
Ergebnisse VERTICAL – Männer
- Lluis Puigvert (ESP) – 36:36,75
- José Antonio Bellido (ESP) – 36:49,84
- Luca Del Pero (ITA) – 37:07,30
- Marcos Villamuera (ESP) – 37:33,46
- Maximilian Meusburger (AUT) – 37:51,50
Ergebnisse VERTICAL – Frauen
- Paola Stampanoni (SUI) – 44:33,62
- Everarda Van Dongen (NED) – 44:42,44
- Benedetta Broggi (ITA) – 45:20,05
- Naiara Irigoyen (ESP) – 45:48,00
- Joke Descheemaeker (BEL) – 46:08,45