Ein Vierteljahrhundert Trailrunning-Geschichte
Am 17. Mai 2026 blickt die Trailrunning-Welt nach Spanien: Mit der 25. Ausgabe von Zegama-Aizkorri startet nicht nur eine Jubiläumsedition, sondern gleichzeitig die neue Saison der Golden Trail World Series (GTWS).
Was einst als Initiative gegen die Landflucht in einem Dorf mit gerade einmal 1.500 Einwohnern begann, ist heute eines der prestigeträchtigsten Trailrennen weltweit. Zegama steht für Authentizität, Leidenschaft und eine tiefe Verbundenheit zur Region – Werte, die bis heute spürbar sind.
Vom Dorfprojekt zur globalen Ikone
Die Ursprünge reichen zurück in die frühen 2000er-Jahre. Aus einer einfachen Idee – einem gemeinsamen Picknick in den Bergen – entwickelte sich Schritt für Schritt ein Marathonlauf. Bereits 2002 fand die erste Ausgabe statt.
Der Durchbruch kam schnell:
- Integration in nationale Serien
- Aufnahme in den Weltcup
- steigendes internationales Interesse
Spätestens mit dem Sieg eines damals 19-jährigen Kilian Jornet im Jahr 2007 war klar: Zegama ist auf dem Weg zur Legende.
Kilian Jornet kehrt zurück
Kaum ein Name ist so eng mit Zegama verbunden wie der von Kilian Jornet. Mit elf Siegen ist er der erfolgreichste Athlet der Geschichte – und prägt den Mythos wie kein anderer.
2026 kehrt er zurück an den Start:
„Ein besonderes Rennen in einem besonderen Jahr. 25 Jahre Zegama – da konnte ich nicht fehlen.“
Sein Comeback verleiht der Jubiläumsausgabe zusätzliche Strahlkraft – sportlich wie emotional.
Die Strecke: Hart, technisch, legendär
Zegama-Aizkorri gilt als eines der anspruchsvollsten Rennen im Kalender. Die Eckdaten sprechen für sich:
- 42 Kilometer
- 2.736 Höhenmeter
- technisch anspruchsvolles Terrain
Die Strecke führt durch das Aizkorri-Massiv und über mehrere der höchsten Gipfel des Baskenlandes.
Der Mythos „Sancti Spiritu“
Das Herzstück des Rennens ist der legendäre Anstieg zum Sancti Spiritu:
- 180 Höhenmeter
- bis zu 30 % Steigung
- tausende Zuschauer entlang der Strecke
Hier entsteht Jahr für Jahr eine der elektrisierendsten Stimmungen im Trailrunning.
Atmosphäre: Ein Rennen wie kein anderes
Was Zegama wirklich einzigartig macht, ist die Atmosphäre. Tausende Fans säumen die Strecke, feuern die Läufer frenetisch an und verwandeln das Rennen in ein emotionales Spektakel.
Nur 500 Startplätze stehen jährlich zur Verfügung – bei über 11.000 Bewerbungen.
Für viele ist bereits die Teilnahme ein Lebenstraum.
Zegama und die Golden Trail World Series
Seit 2018 ist Zegama fester Bestandteil der Golden Trail World Series – und für viele das Herzstück der Serie.
Die Organisatoren betonen:
„Die GTWS ist das höchste Niveau im Trailrunning weltweit.“
Mit globaler Live-Übertragung, Drohnenbildern und internationaler Reichweite hat sich die Sichtbarkeit des Rennens in den letzten Jahren nochmals enorm gesteigert.
Titelverteidiger und Rekorde
Die Sieger des Jahres 2025:
- Sara Alonso (Spanien)
- Elhousine Elazzaoui (Marokko)
Streckenrekorde (seit 2022):
- Kilian Jornet – 3:36:40
- Nienke Brinkman – 4:16:43
Neben Preisgeld warten traditionelle baskische Symbole auf die Gewinner:
- die Txapela (Sieger-Mütze)
- eine gravierte Axt als Trophäe
Mehr als ein Rennen
Zegama ist nicht nur Sport, sondern gelebte Kultur. Zum Jubiläum wird die Geschichte des Rennens in einer Ausstellung im lokalen Museum aufgearbeitet – mit Startnummern, Ausrüstung und Erinnerungsstücken aus 25 Jahren.
Doch am Ende bleibt das Entscheidende unverändert:
die Leidenschaft der Menschen, die dieses Rennen tragen.
Fazit: „Zegama ist Zegama“
Viele Rennen sind spektakulär. Einige sind legendär.
Aber Zegama ist einzigartig.
Mit seiner Mischung aus brutalem Kurs, emotionaler Atmosphäre und tief verwurzelter Tradition steht der Klassiker wie kaum ein anderes Event für den Kern des Trailrunnings.
Oder, um es mit den Worten von Kilian Jornet zu sagen:
„Zegama ist Zegama.“