Golden Trail World Series 2026: Großes Finale in Südkorea – wer holt sich den Gesamtsieg? - xc-run.de Trailrunning

Golden Trail World Series 2026: Großes Finale in Südkorea – wer holt sich den Gesamtsieg?

Die Golden Trail World Series steht vor ihrem großen Showdown! Am 24. und 25. Oktober kämpfen die besten Trailrunner der Welt beim Grand Finale in Muju (Südkorea) um die Gesamttitel. Auf einer extrem anspruchsvollen Strecke mit 28,65 Kilometern und 2.313 Höhenmetern ist Hochspannung garantiert. Während bei den Männern gleich drei Athleten nahezu gleichauf liegen, will Madalina Florea bei den Frauen ihren Titel verteidigen. Mit Hanna Groeber zählt auch eine deutsche Athletin zu den aussichtsreichen Teilnehmerinnen.

Spektakulärer Saisonabschluss im Deogyusan-Nationalpark

Die Golden Trail World Series (GTWS) biegt auf die Zielgerade ein – und die hat es in sich. Erstmals findet das große Saisonfinale in Südkorea statt. Am 24. und 25. Oktober wird Muju zum Schauplatz eines hochkarätigen Showdowns, bei dem nicht nur die Tagessiege, sondern auch die Gesamttitel der Saison 2026 vergeben werden. Die Veranstalter haben sich für die Premiere einiges einfallen lassen. Mit 28,65 Kilometern und satten 2.313 Höhenmetern wartet eine der technisch anspruchsvollsten Strecken in der Geschichte der Rennserie. Steile Anstiege mit bis zu 40 Prozent Steigung, anspruchsvolle Downhills und schnelle Laufpassagen verlangen den Athleten sämtliche Fähigkeiten ab. Dabei bildet der Deogyusan-Nationalpark eine außergewöhnliche Kulisse. Die Strecke führt durch dichte Nadelwälder, über hochalpine Bergkämme und vorbei am historischen buddhistischen Baengnyeonsa-Tempel.

„Diese erste Austragung soll den Grundstein für ein langfristiges Projekt legen, das ein bleibendes Vermächtnis schafft und zum Wachstum des Trailrunnings in Südkorea beiträgt“, erklären die Organisatoren.

Die Ambitionen reichen weit über das Rennwochenende hinaus. Südkorea erlebt derzeit einen regelrechten Trailrunning-Boom und möchte sich mit dem GTWS-Finale als internationale Destination für den Berglaufsport etablieren.

Die Strecke: 28,65 Kilometer, 2.313 Höhenmeter und Anstiege bis zu 40 Prozent

Start und Ziel befinden sich im Muju Deogyusan Resort, einem der größten Skigebiete Südkoreas. Bereits unmittelbar nach dem Start wartet der erste lange Anstieg in Richtung Seolcheonbong. Anschließend führt die Strecke zum über 1.600 Meter hohen Hyangjeokbong, dem höchsten Gipfel des Nationalparks. Nach einem technisch anspruchsvollen Downhill zum Baengnyeonsa-Tempel geht es über Jungbong erneut hinauf in die Berge. Die Läufer passieren ein weiteres Mal die Gipfelregion, bevor sie wieder zum Tempel absteigen. Doch damit ist die Arbeit noch längst nicht erledigt. Mit dem Schlussanstieg zum Chilbong wartet eine letzte schwere Prüfung, bevor es auf dem finalen Downhill zurück ins Ziel geht. Gerade diese Streckencharakteristik dürfte für spannende Positionskämpfe sorgen. Reine Kletterqualitäten werden ebenso gefragt sein wie technische Sicherheit im Downhill und die Fähigkeit, nach mehreren harten Anstiegen noch einmal Tempo zu machen.

Frauen: Kann Madalina Florea ihren Titel verteidigen?

Die Ausgangslage bei den Frauen verspricht einen spannenden Zweikampf. Titelverteidigerin Madalina Florea reist mit 872 Punkten als Gesamtführende nach Südkorea. Die Rumänin überzeugte in dieser Saison vor allem durch ihre Konstanz und hat beste Chancen, ihren Triumph aus dem Vorjahr zu wiederholen. Doch Caroline Kimutai liegt mit 806 Punkten lediglich 66 Zähler zurück. Die Kenianerin hat sich im Laufe der Saison zu einer der stärksten Athletinnen der Serie entwickelt und könnte Florea beim Finale noch abfangen. Dahinter lauert eine ganze Reihe hochkarätiger Konkurrentinnen. Ruth Gitonga, Barbora Bukovjan, Marie Nivet und die Deutsche Hanna Groeber haben insbesondere in der zweiten Saisonhälfte starke Leistungen gezeigt und dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf vordere Platzierungen machen.

Deutsche Hoffnung: Hanna Groeber will beim Finale angreifen

Aus deutschsprachiger Sicht richtet sich der Blick besonders auf Hanna Groeber (Nike ACG). Die deutsche Trailrunnerin gehört zu den Athletinnen, die sich im Laufe der zweiten Saisonhälfte zunehmend in den Vordergrund gelaufen haben. Auch wenn die Favoritenrolle im Kampf um den Gesamtsieg zunächst Florea und Kimutai zufällt, ist Groeber durchaus eine Kandidatin für eine Spitzenplatzierung beim Grand Finale. Gerade auf dem anspruchsvollen Kurs in Muju könnte sie ihre Fähigkeiten ausspielen. Die Mischung aus langen Anstiegen, technischen Downhills und schnellen Passagen macht das Rennen schwer vorhersehbar. Für Groeber bietet sich damit die Gelegenheit, ihre Saison mit einem weiteren internationalen Ausrufezeichen abzuschließen.

Männer: Drei Athleten kämpfen um die Krone

Noch enger ist die Ausgangslage bei den Männern. Titelverteidiger Elhousine Elazzaoui (NNormal) muss sich diesmal aus der Verfolgerrolle heraus gegen zwei starke Konkurrenten behaupten. Der Marokkaner liegt mit 824 Punkten aktuell nur auf dem dritten Rang der Gesamtwertung. Vor ihm rangieren die beiden Kenianer Philemon Kiriago und Patrick Kipngeno.

Die Top 3 der Gesamtwertung vor dem Finale:

  1. Philemon Kiriago (Kenia) – 870 Punkte

  2. Patrick Kipngeno (Kenia) – 830 Punkte

  3. Elhousine Elazzaoui (Marokko) – 824 Punkte

Gerade einmal 46 Punkte trennen die drei Titelanwärter. Da beim Finale deutlich mehr Zähler vergeben werden als bei den regulären Saisonrennen, ist die Entscheidung vollkommen offen. Kiriago reist als Gesamtführender nach Südkorea und hat damit die beste Ausgangsposition. Kipngeno gilt als hervorragender Bergläufer und könnte insbesondere auf den langen Anstiegen wertvolle Punkte sammeln. Elazzaoui wiederum hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er auf anspruchsvollen Strecken mit seiner Vielseitigkeit und technischen Stärke überzeugen kann. Wer am Ende die Nase vorne hat, dürfte nicht nur von der Platzierung im Ziel abhängen.

Bis zu 330 Punkte: Warum beim Finale jeder Streckenabschnitt zählt

Eine Besonderheit der Golden Trail World Series ist das Punktesystem. Während bei regulären Saisonrennen maximal 200 Punkte für einen Sieg vergeben werden, gibt es beim Grand Finale allein für den ersten Platz 300 Punkte.

Zusätzlich werden Bonuspunkte für drei spezielle Streckenabschnitte vergeben:

  • Uphill: Wer ist am schnellsten bergauf?

  • Downhill: Wer beherrscht deb technischen Downhill am besten?

  • Sprint: Wer hat auf dem schnellen Streckenabschnitt die größten Reserven?

Insgesamt kann ein Athlet damit bis zu 330 Punkte an einem einzigen Renntag sammeln.

Die Veranstalter erklären die Idee hinter diesem Konzept:

„Ein Uphill- oder Downhill-Abschnitt ist nicht einfach nur Teil der Strecke. Er kann zu einem eigenen Wettkampf werden, mit seiner ganz eigenen sportlichen Geschichte. So kann jeder Abschnitt einen neuen Kampf eröffnen und zum entscheidenden Moment eines Rennens werden, in dem jeder Punkt zählt.“

Das bedeutet: Selbst wenn ein Athlet nicht um den Tagessieg mitlaufen kann, könnten wichtige Bonuspunkte die Gesamtwertung noch einmal durcheinanderwirbeln.

231.000 Euro Preisgeld und wichtige Weichenstellung für 2027

Neben dem sportlichen Prestige geht es beim Saisonfinale auch um beträchtliche finanzielle Anreize. Insgesamt werden 231.000 Euro Preisgeld an die besten 20 Athleten der Gesamtwertung ausgeschüttet. Die beiden Gesamtsieger erhalten jeweils 30.000 Euro. Doch auch für Athleten außerhalb der absoluten Weltspitze steht einiges auf dem Spiel. Wer die Saison unter den besten 30 abschließt, sichert sich logistische Unterstützung für die Teilnahme an der Golden Trail World Series 2027. Damit kann selbst ein Platz im erweiterten Spitzenfeld von entscheidender Bedeutung für die kommende Saison sein.

Zeitplan und Livestream: Wann laufen die Favoriten?

Die Rennen werden international live übertragen. In Deutschland sind Übertragungen über HBO Max und Eurosport angekündigt.

Die Startzeiten im Überblick (deutsche Zeit):

  • Samstag, 24. Oktober 2026: Frauenrennen, 06:00 Uhr

  • Sonntag, 25. Oktober 2026: Männerrennen, 05:00 Uhr

Besonders interessant: Beide Rennen starten in Südkorea um 13 Uhr Ortszeit. Durch die Zeitumstellung in Europa ergibt sich für deutsche Zuschauer dennoch eine unterschiedliche Startzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren von Sommer- auf Winterzeit umgestellt.

Damit steht einem spannenden Trailrunning-Wochenende nichts mehr im Weg. Während bei den Frauen Madalina Florea ihren Titel gegen Caroline Kimutai verteidigen möchte und Hanna Groeber auf eine Spitzenplatzierung hofft, verspricht das Duell zwischen Kiriago, Kipngeno und Elazzaoui bei den Männern einen Showdown bis zum letzten Kilometer.

Die mobile Version verlassen
Die mobile Version verlassen