Georg Piazza und Regina Spieß rocken das 9. Südtirol Ultra Skyrace - xc-run.de Trailrunning

Georg Piazza und Regina Spieß rocken das 9. Südtirol Ultra Skyrace

Südtirol Ultra Skyrace 2022 © Harald Whistaler

Sarnthein, 27. August 2022 – Sie waren die Favoriten auf den Sieg beim 119 km langen Extremberglauf mit 7850 Höhenmetern entlang der Hufeisentour in den Sarntaler Alpen und sie wurden ihrer Rolle mehr als gerecht: Der Grödner Georg Piazza und Lokalmatadorin Regina Spieß triumphierten am Samstag bei der 9. Ausgabe des Südtirol Ultra Skyrace. Knapp 400 Athletinnen und Athleten aus 22 verschiedenen Nationen waren für eine der insgesamt vier Distanzen, die zur Auswahl standen, gemeldet.

Bereits vor drei Jahren wollte Georg Piazza am Südtirol Ultra Skyrace teilnehmen. Doch zwei Tage vor dem Startschuss wurde der Grödner krank und musste seine Teilnahme schweren Herzens absagen. Im Vorjahr nahm der 43-Jährige auf der Marathonstrecke teil und entschied diese souverän für sich. Am Freitag wollte es Piazza schließlich auf der „Königsdistanz“ wissen.

Schon bald nach dem Start um 17 Uhr auf dem Waltherplatz übernahm Piazza die Führung und baute diese auf den weiteren Streckenteilen – Rittner Horn, Sarner Scharte, Latzfonser Kreuz, Flaggerscharte, Penser Joch, Ebenberg, Hirzer, Meraner Hütte, Kesselberg und Stoanerne Mandlen – sukzessive aus. Am Ende triumphierte der Ladiner in der Fabelzeit von 16:21.09 Stunden und traf nach 119 Kilometern mit 7850 Höhenmetern als erster Extremsportler im neuen Zielgelände auf dem Sportplatz in Sarnthein ein.

Ein technisch sehr schwieriges Rennen

Südtirol Ultra Skyrace 2022: Georg Piazza © Harald Whistaler

„Das Rennen war extrem hart. Es ist technisch sehr anspruchsvoll und weist einige knifflige Passagen vor. Ich habe mich von Beginn an gut gefühlt, wollte eigentlich bis zur Flaggerscharte mit der Gruppe laufen, doch ich konnte einfach nicht widerstehen und bin meinen Rhythmus gelaufen. Das ist sicherlich einer der schönsten Siege in meiner Karriere“, sagte ein überglücklicher Georg Piazza im Ziel.

Fast zweieinhalb Stunden später traf mit Zach Violett der Zweitplatzierte ein. Der 40-jährige US-Amerikaner bewältigte die 119 km mit 7850 Höhenmetern in 18:46.55 Stunden. Den dritten Platz teilten sich hingegen zwei Sarner Lokalmatadoren: Naturbahnrodel-Legende Martin Psenner (er stammt aus Völs, lebt aber seit vielen Jahren in Sarnthein) und Sigmar Innerebner, der mittlerweile in St. Andrä zu Hause ist. Dem Duo stand eine Zeit von 20:12.48 Stunden zu Buche. Auch der fünfte Platz ging an einen starken Sarner Extremsportler, nämlich Armin Aichner (20:37.45 Stunden).

Spieß bei den Frauen das Maß aller Dinge

Bei den Frauen kürte sich Regina Spieß zum ersten Mal zur Ultra-Skyrace-Königin. Die 49-jährige Sarnerin, die 2019 den zweiten Platz erreicht hatte, setzte sich in einer Zeit von 21:51.41 Stunden durch und blieb als einzige Teilnehmerin unter der magischen 24-Stunden-Marke. „Der Zieleinlauf war der Wahnsinn. Auf dem letzten Kilometer wurde ich von so vielen Menschen, egal ob jung oder alt, angefeuert. Was mich angetrieben hat? Einfach der Wille, das Ziel zu erreichen und das Rennen zu beenden. Das ist sicherlich der schönste Erfolg meiner Karriere“, gab Spieß im Ziel zu Protokoll. Die weiteren Teilnehmerinnen werden in den nächsten Stunden in Sarnthein erwartet.

Die teilnehmenden Extremsportler haben bis Sonntag, 28. August um 7 Uhr Zeit, die 119 Kilometer mit 7850 Höhenmetern zurückzulegen. Dabei gilt es einige Zeitfenster einzuhalten. Die Hirzer Hütte (nach ca. 87 km) muss dabei bis um 18 Uhr erreicht werden. Um 23 Uhr muss die Kesselberghütte (nach ca. 97 km) passiert sein, um 3 Uhr die Möltner Kaser (nach ca. 108 km).

So verlief das Südtirol Skyrace (63 km/4490 hm)

Südtirol Ultra Skyrace 2022 © Harald Whistaler

Auf der zweitlängsten Distanz gab es ebenfalls zwei Südtiroler Siege. Der Gsieser Martin Graf (9:18.19) und Angelika Eckl aus Taisten (10:57.51) setzten sich beim Skyrace durch. Sie liefen in den Nachtstunden durch das Ziel am Penser Joch auf 2211 Metern Meereshöhe, nachdem sie von Bozen aus die Hälfte der legendären Hufeisentour zurückgelegt hatten. Graf verwies Paul Willeit aus St. Vigil in Enneberg (9:49.16) und den Deutschen Oliver Helmboldt (9:56.06) auf die Plätze. Eckl ließ Anna Böttcher aus Dresden (11:51.13) und die Sarnerin Maria Kemenater (11:57.03) hinter sich. Kemenater hatte das Skyrace 2016 gewonnen und 2017 auf der Originalstrecke den Sieg davongetragen.

So verlief der Südtirol Sky Marathon (45 km/2750 hm)

Edeltraud Thaler ist hingegen die Miss Sky Marathon. Die Grand Dame der Südtiroler (Berg)-Laufszene aus Lana gewann die 45 km lange Distanz mit 2750 Höhenmetern vom Bozner Waltherplatz über das Rittner Horn, die Sarner Scharte und das Totenkirchl hinab nach Sarnthein bereits zum vierten Mal in Serie. Thaler erreichte das Ziel nach 5:19.46 Stunden mit elf Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte Veronica Del Grosso aus Rom. Das Podium komplettierte die Boznerin Sophie Maschi (5:32.22), die auf dem Rittner Horn noch hinter Thaler auf Rang zwei gelegen war. Den Marathon der Männer entschied Tobias Geiser für sich. Der 32-Jährige stammt aus Mölten, lebt nun aber in Osttirol. Geiser kam nach starken 4:09.18 Stunden am Sportplatz in Sarnthein an. Rang zwei nahm der Pusterer Ulrich Beikircher ein (4:30.26), der dritte Platz ging hingegen an Orientierungslauf-Legende und Wahl-Südtiroler Mikhail Mamleev (4:37.26). 

So verlief der Südtirol Sky Trail (27 km/1800 hm)

Zur Austragung kam am Samstag auch der Südtirol Sky Trail. Hier zeigte sich der Sarner Hannes Perkmann von seiner Schokoladenseite, der die Strecke vom Bozner Waltherplatz über Jenesien und die Stoanernen Mandlen nach Sarnthein in 2:25.04 Stunden bewältigte. Das reine Südtiroler Podium komplettierten Patrick Ramoser aus Freienfeld (2:34.28) und mit Andreas Innerebner aus Durnholz ein weiterer Sarner Lokalmatador (2:36.27). Bei den Frauen wiederholte die Deutsche Justine Jendro ihren Vorjahressieg. Der 30-Jährigen stand eine Zeit von 3:18.17 zu Buche. Rang zwei ging an die in Vahrn lebende Deutsche Manuela Beer (3:20.09), während Petra Dibiasi aus Deutschnofen den dritten Platz einnahm (3:30.52).

Ergebnisse

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