Knapp 1.500 Teilnehmer, neue Strecken und ein erfolgreicher Umzug nach Hellbrunn: Das Salzburg Trailrunning Festival feierte sein 15-jähriges Jubiläum mit hochklassigen Leistungen. Johannes Wingenfeld und Johanna Bucher triumphierten beim Gaisbergtrail, Lukas Hollaus holte seinen dritten Trail-Amadeus-Sieg.
Gelungene Premiere in Hellbrunn: 15 Jahre Salzburg Trailrunning Festival
Drei Tage Trailrunning, knapp 1.500 Teilnehmer und ein neuer Veranstaltungsort: Das Salzburg Trailrunning Festival hat bei seiner 15. Auflage vom 23. bis 25. Oktober 2026 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Erstmals bildete das Gelände rund um Schloss Hellbrunn das Zentrum der Veranstaltung.
Bereits am Freitagabend sorgten knapp 400 Starter beim Nightrun für einen stimmungsvollen Auftakt. Die Strecke führte durch das Schlossareal, die Wasserspiele und den Zoo. Für eine besondere Geschichte sorgten die Geschwister Josef und Angela Grundbichler, die jeweils den Sieg bei den Männern und Frauen holten.
Am Samstag folgten der Sparkasse Panoramatrail und der Suzuki Festungstrail mit insgesamt 435 Startern. Mehr als 200 Kinder nahmen an den Nachwuchsbewerben teil. Die neuen Strecken führten unter anderem über den Hellbrunner Berg und die Hellbrunner Allee bis zur Festung Hohensalzburg, wo erstmals auch die Siegerehrungen stattfanden.
Der sportliche Höhepunkt folgte am Sonntag mit dem Salomon Gaisbergtrail, dem UNIQA Gaisbergvertical und den Entscheidungen in den Mehrtageswertungen Trail Amadeus und BUFF Trailmarathon.
Gaisbergtrail: Johannes Wingenfeld und Johanna Bucher dominieren
Der Salomon Gaisbergtrail führte über 24,6 Kilometer und rund 1.280 Höhenmeter von Hellbrunn über Aigen auf die Gaisbergspitze. Anschließend ging es über Gersberg, Kühberg, Kapuzinerberg und die Salzburger Altstadt zurück nach Hellbrunn.
Bei den Männern zeigte der Deutsche Johannes Wingenfeld vom Team Schamel eine überragende Vorstellung. In 1:58:25 Stunden blieb er als einziger Athlet unter der Zwei-Stunden-Marke und distanzierte die Konkurrenz deutlich.
Collin van Almkerk aus den Niederlanden erreichte nach 2:10:16 Stunden als Zweiter das Ziel. Der Österreicher Harald Oberkofler komplettierte in 2:16:05 Stunden das Podium.
Auch bei den Frauen gab es eine klare Siegerin. Die Österreicherin Johanna Bucher gewann in 2:36:35 Stunden und hatte damit beinahe zehn Minuten Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen.
Dahinter entwickelte sich ein regelrechter Sekundenkrimi. Sabine Hofer sicherte sich in 2:46:01 Stunden den zweiten Platz, nur gut zwei Sekunden vor Luisa Linsinger (2:46:03 Stunden).
Gaisbergvertical: David Reichl vom xc-run.de-Team auf Platz zwei
Aus Sicht des xc-run.de-Teams lieferte David Reichl eines der erfreulichsten Ergebnisse des Wochenendes. Der für xc-run.de und den WSV Viechtach startende Deutsche belegte beim UNIQA Gaisbergvertical einen hervorragenden zweiten Platz.
Auf der 5,1 Kilometer langen Strecke vom Campingplatz Aigen zur Gaisbergspitze mussten die Athleten rund 820 Höhenmeter überwinden.
Reichl lieferte sich mit dem Österreicher Mathias Gwechenberger ein spannendes Duell. Erst am Stefaniesteig konnte sich Gwechenberger entscheidend absetzen und seinen Vorsprung bis ins Ziel verteidigen.
Das Ergebnis an der Spitze:
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Mathias Gwechenberger (AUT) – 35:07,3 Minuten
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David Reichl (GER, xc-run.de / WSV Viechtach) – 35:31,2 Minuten
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Christian Hoffmann (AUT) – 36:45,7 Minuten
Damit fehlten Reichl gerade einmal 23,9 Sekunden zum Sieg. Ein starkes Ergebnis auf einer Strecke, die mit ihren steilen Anstiegen vor allem die ausgewiesenen Berglaufspezialisten fordert.
Bei den Frauen gewann Emily Gwechenberger aus Österreich in 47:34 Minuten vor den beiden Deutschen Helena Schöbinger (49:29,6 Minuten) und Diana Happenhofer (49:30,9 Minuten). Auch hier fiel die Entscheidung um den zweiten Platz denkbar knapp aus.
Trail Amadeus: Lukas Hollaus feiert dritten Gesamtsieg
Eine der bemerkenswertesten Geschichten schrieb Lukas Hollaus. Nach einer rund dreimonatigen Laufpause war der Salzburger ohne große Erwartungen in das Festival gestartet.
Doch bereits am Samstag setzte er sich im ersten Teil des Trail Amadeus an die Spitze. Im Verfolgungsrennen am Sonntag verteidigte er seine Führung souverän und sicherte sich in 2:49:42 Stunden zum dritten Mal den Gesamtsieg.
Jakob Hochradl belegte in 2:58:24 Stunden den zweiten Platz, gefolgt von Roland Höll in 3:02:48 Stunden.
Hollaus zeigte sich nach seinem Comeback entsprechend zufrieden:
„Nach meiner dreimonatigen Laufpause wusste ich nicht genau, wo ich stehe. Umso mehr freut mich dieser dritte Sieg beim Trail Amadeus. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden – und vor allem war es richtig schön, wieder bei diesem Event dabei zu sein.“
Deutlich spannender verlief die Entscheidung bei den Frauen. Die nach dem Samstag führende Tschechin Hana Homolková verlor im Downhill vom Gaisberg zunächst ihre Spitzenposition an Isabell Speer.
Auf den flacheren Abschnitten spielte Homolková jedoch ihre Stärke aus und kämpfte sich zurück an die Spitze. Nach 3:15:56 Stunden stand ihr Gesamtsieg fest. Speer folgte in 3:17:23 Stunden, Amelie Muss wurde in 3:19:05 Stunden Dritte.
BUFF Trailmarathon: Andreas Schleifer erfüllt sich seinen Traum
Ein Jahr nach seinem sechsten Platz hatte Andreas Schleifer ein klares Ziel formuliert: 2026 sollte es beim BUFF Trailmarathon zum Gesamtsieg reichen.
Bereits im März meldete er sich für das Festival an und bereitete sich mit gezielten Berglaufeinheiten auf die drei Teilbewerbe Nightrun, Festungstrail und Gaisbergtrail vor.
Die Rechnung ging auf. In einer Gesamtzeit von 3:37:28 Stunden gewann Schleifer vor Peter Hausberger (3:39:38 Stunden) und dem Deutschen Nick Vlasak (3:48:12 Stunden).
„Nach Platz sechs im vergangenen Jahr wollte ich heuer unbedingt gewinnen. Ich habe mich deshalb schon im März angemeldet und mein Training mit speziellen Berglaufeinheiten darauf ausgerichtet. Dass es jetzt tatsächlich aufgegangen ist, freut mich natürlich riesig.“
Bei den Frauen krönte Johanna Bucher ihr erfolgreiches Wochenende mit einem weiteren Triumph. Nach ihrem Sieg beim Gaisbergtrail sicherte sie sich auch den Gesamtsieg im BUFF Trailmarathon in 4:02:49 Stunden.
Luisa Linsinger folgte in 4:19:59 Stunden auf Platz zwei, die Deutsche Antonia Abel komplettierte das Podium in 4:34:07 Stunden.
Veranstalter ziehen positive Bilanz – Fortsetzung 2027 geplant
Mit dem Umzug nach Hellbrunn hatte das Organisationsteam um Josef Gruber und Wolfgang Aigner einen großen Schritt gewagt. Neue Strecken, veränderte Abläufe und ein komplett neu gestaltetes Festivalgelände stellten die Verantwortlichen vor zusätzliche Herausforderungen.
Nach dem Jubiläumswochenende überwog jedoch die Zufriedenheit.
„Das 15-jährige Jubiläum war für uns in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Wir haben Strecken, Abläufe und das gesamte Festivalgelände neu gedacht. Umso schöner ist es, nach diesem Wochenende sagen zu können: Wir sind in Hellbrunn angekommen.“
Auch Christian Sernatinger, Leiter der Schlossverwaltung Hellbrunn, lobte die Zusammenarbeit und bezeichnete das Festival als gelungene Premierenveranstaltung.
Für die Organisatoren steht bereits fest, dass das Salzburg Trailrunning Festival am neuen Standort weiterentwickelt werden soll. Die Planungen für 2027 sollen in Kürze beginnen.
