Laufbrillen im xc-run.de Praxistest

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xc-run.de Brillentest © xc-run.de

Braucht man beim Trailrun wirklich eine Sonnenbrille? Oder ist es doch nur ein teures Insta-Accessoire? Optikfaktor hin oder her lohnt sich die Investition – wenn man beim Kauf ein paar Dinge beachtet.

Schaut man sich Trailrunning-Bilder der letzten Jahre an, geht an einer Sonnenbrille gefühlt kein Weg vorbei. Unbedingt groß, unbedingt dunkel, unbedingt auch bei bedeckten Tagen auf der Nase. Wiegt fast nichts, kostet aber so viel wie ein gutes paar Laufschuhe – und ist tatsächlich eine gute und wichtige Anschaffung. Denn nicht nur die Haut leidet unter Sonnenstrahlen, sondern auch die Augen, die trocken werden, geblendet werden und sogar dauerhafte Schäden davontragen können.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Zentral für die Laufbrille ist erstmal der Blendschutz, also die Stärke der Tönung. Hierfür gibt es Kategorien von 0 bis 4, meistens mit „Cat“ abgekürzt. 0 passt für bewölkte Tage und Dämmerung, 4 fürs Hochgebirge und Gletscher.

Blendschutz ist aber nicht gleich UV-Schutz. Und genau hier wird es spannend: UV-C-Strahlen bleiben fast komplett in der Erdatmosphäre. UV-B- und UV-A-Strahlen aber nicht. Die sind leider nicht das Gleiche wie sichtbares Licht und können zu bleibenden Schäden führen. Heißt im Klartext: Blendschutz macht das Sehen im Hellen angenehmer, UV-Schutz verhindert Schäden. Und da selbst im Schatten noch viel UV-Strahlung ankommen kann, ist eine gute Sonnenbrille eine lohnende Investition. Vor allem für den Bergsport, denn im Hochgebirge ist die Strahlung besonders stark. Und wo laufen wir am liebsten…?

So viel zur Theorie. Natürlich soll die Brille leicht und gut sitzen, auch auf einem Schweißfilm nicht verrutschen und bei einem Sturz nicht splittern. Hier sind Polycarbonat oder Trivex gute Materialien, die allerdings auch schnell verkratzen können. Vorsicht also beim Polieren mit trockenen Brillentüchern. Idealerweise sollte die Brille nun noch phototrop sein, also den Blendschutz den Lichtverhältnissen anpassen. Man spricht hier auch von photochrom. Manchen Brillen liegen zusätzlich Wechselgläser bei, die unterschiedliche Kategorien abdecken. Eine orangene Tönung wirkt kontrastverstärkend, dunkle Tönungen sind farbneutraler. Achtet vor dem Kauf der Brille auch mal darauf, ob euer Handy-Display oder die Sportuhr gut zu lesen sind. Bei manchen Gläsern kann es zu Interferenzen kommen – auch wenn das zum Glück immer seltener der Fall ist.

Die Test-Brillen

Julbo Ultimate Reactiv

Julbo Ultimate Reactiv
Julbo Ultimate Reactiv

Sportlich direktes Design, freier Blick dank phototroper Panoramascheibe, Schutzkategorien 0 bis 3 – die Julbo Ultimate Reactiv macht gleich einen guten Eindruck. Die Lichtdurchlässigkeit reicht von 80-100% in der Dämmerung bis zu 8-18% in der prallen Sonne. Das Material Trivex ist ausgesprochen leicht und bruchsicher.

Viel Wert wurde auf einen guten Sitz gelegt, der auch bei holprigem und schweißtreibendem Lauf nicht verrutscht. Die Stegweite beträgt 14mm, kann für schmalere Nasen aber nach innen angepasst werden. Die angepriesene Beschlagschutzbehandlung auf der Innenseite der Gläser ist beim Laufen zwar eher unwichtig, die ölabweisende Behandlung auf der Außenseite aber durchaus praktisch, um z. B. Fingerabdrücke leichter wieder loszuwerden und Regen abperlen zu lassen.

UVP: ab 124,95 €
Gewicht: 27g
Kategorien: 0-3
Farben: diverse Kombis erhältlich

Zur Produktvorstellung auf xc-run.de

xc-run.de Fazit

Die Julbo Ultimate Reactiv macht beim Laufen ordentlich Spaß, stört nie, rutscht nicht und passt sich bestens den Lichtverhältnissen an. Sie kann auch problemlos bei anderen Sportarten eingesetzt werden, z. B. beim Radfahren, da die Augen gut windgeschützt sind und durch die rahmenlose Panoramascheibe das Sichtfeld komplett frei ist. Einziger Wermutstropfen ist, dass sich keine klare Aussage über den UV-Schutz findet. Geliefert wird die Julbo Ultimate Reactiv in einem hochwertigen Soft Case und einer zusätzlichen Stofftasche.

CimAlp Vision One All Mountain

CIMALP VISION ONE ALL MOUNTAIN © cimalp.de

Der Name ist Programm! Die Vision One All Mountain der französischen Marke  CimAlp ist so konzipiert, dass sie für jede Outdoor-Aktivität und alle Gelände geeignet ist. Wandern, Kanufahren, Mountainbiken, Trail Running, Gleitschirmfliegen. Ein Allrounder für jedes Abenteuer. Tragekomfort und Sonnenschutz standen bei der Entwicklung ganz oben auf der Prioritätenliste. So bietet die Brille guten UV-Schutz mit bruchfesten Monoscheiben der Kategorien 1-3, eine gute Belüftung bei großer Anstrengung oder hohen Temperaturunterschieden durch die NoFog Beschichtung und eine optimale Anpassungsfähigkeit an das Gesicht der Trägerin oder des Trägers durch biegbare Bügelenden und einen anpassbaren Nasensteg.

Der untere Teil des Rahmens ist abnehmbar, was für eine bessere Belüftung sorgt. Der Schutz gegen Wind, Staub und Pollen verringert sich dadurch, dafür ist die Brille atmungsaktiver und beschlägt nicht so schnell. Online sind unzählige Farbkombinationen mit drei verschiedenen Gläsern oder einer photochromatischen Scheibeindividuell gestaltbar. Für 5 € zusätzlich kann ein optischer Clip für Korrekturgläser erworben werden.

UVP: ab 99,95 €
Gewicht: 35g
Kategorien: 1-3
Farben: frei kombinierbar im Onlineshop

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Wie bei allen bisherigen CimAlp Produkten überzeugt das großartige Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 99 € (im Moment gibt es sogar 20 % Rabatt) bekommt man eine hochwertige Sportbrille für unzählige Einsatzbereiche. Die Photochromatischen Gläser sind bereits für 30€ Aufpreis zu haben. Hier liegt man bei Konkurrenzprodukten in ganz anderen Preisdimensionen.

Der zweite große Clou der Vision One ist die individuelle Gestaltbarkeit. Online wählt man aus schier unzähligen Farbkombinationen aus Bügel, Scheiben und unteren Rahmen und kreiert dadurch ein individuelles Produkt nach eigenen Vorlieben. Für den Einsatz beim Laufen auf Trails präferierten wir klar die Version ohne unteren Rahmen. So ist die Brille leichter, besser belüftet und gefiel uns auch optisch besser als Laufbrille. Aber die Option durch den anklippbaren Rahmen eine besser schützende Brille für Sportarten wie Mountainbiken, Skifahren oder ähnliches zu haben, gefiel uns sehr. Der xc-run.de Preis-Leistungs-Tipp! 

Alpina RAM Q-Lite V

Alpina RAM Q-Lite V
Alpina RAM Q-Lite V © Alpina

Das Vollrahmendesign kann man marketingwirksam als optisches Highlight bezeichnen, oder subjektiv als sehr gewöhnungsbedürftig erleben. Einmal auf der Nase, macht die RAM Q-Lite V aber eine gute Figur. Man vergisst schnell, dass sie überhaupt da ist, das Sichtfeld ist dank der extragroßen Scheibe uneingeschränkt und die Q-Lite Technologie sorgt für satte Farben und hohen Kontrast. Dass die Brille 100% UV-Schutz bietet und dank des phototropen Varioflex Glases reaktiv die Kategorien 1 bis 3 abdeckt, kommt zusätzlich auf die dicke Habenseite.

Trotz der teilgummierten Bügel und des anpassbaren Nasenpolsters rutscht die Brille auf einer breiten Nase allerdings, wenn der Trail holprig wird und der erste Schweiß im Gesicht steht. Auch beim Multisporteinsatz sollte man vorsichtig sein. Zwar sind die Augen auch bei Rennradgeschwindigkeit komfortabel vor Wind geschützt, der Komplettrahmen schränkt allerdings beim Schulterblick gerade das kritische Ende des Sichtfeldes ein. Die Brille kommt inklusive Hardcase und Brillentuch.

UVP: ab 149,95 €
Gewicht: 33g
Kategorien: 1-3
Farben: black matt und vario red mirror

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Auf schmalen Köpfen sieht der große Vollrahmen unfreiwillig albern aus. Auf allen anderen wird die Alpina RAM Q-Lite V styletechnisch polarisieren: manche werden die auffällige Brille lieben, andere sie entgeistert zurücklegen. Auf untechnischen Läufen ist sie auf jeden Fall eine top Begleitung, verdunkelt effektiv, macht sich gefühlt unsichtbar und liefert ein scharfes Umgebungsbild. Dass sie – mindestens auf dem Testkopf – allerdings zu rutschen beginnt, sollte nicht sein. Eine klare Kaufempfehlung wird daher knapp verpasst. Wer die Brille mal runtergesetzt sieht, kauft aber definitiv Qualität.

 

Scott Pro Shield LS

Scott Pro Shield LS
Scott Pro Shield LS © Scott Sports

Eine Brille mit dominantem Design und Schutzkategorien 1 bis 3, die sich dank enganliegender Passform auch für hohe Geschwindigkeiten eignet. Der Blick geht unbeeinträchtigt durch die große, selbsttönende und hervorragend belüftete Scheibe. Die Scott Pro Shield LS passt bei mittleren bis großen Gesichtsformen perfekt, das Fit-System für Nase und Schläfen sorgt für Tragekomfort. Trotz des Belüftungssystems hält die Brille auch starkem Gegenwind stand. Abseits des Trailrunning eignet sich die Brille dank optimierter Helmintegration auch zum Biken, Inline-Skaten oder Rollskifahren.

Der Fokus der Brille liegt auf Rutschfestigkeit und Sichtfeld. Sowohl Nasenauflage, als auch Bügelenden, sind rutschfest und sorgen dafür, dass die Brille auch bei holprigen Singletrails stabil in Position bleibt. Der neue, zylindrische Stil schafft zusammen mit dem extragroßen Deckungsbereich der Gläser ein maximales Sichtfeld. Das Glas ist stoßfest und bietet hundertprozentigen UV-Schutz.

UVP: ab 119,95 €
Gewicht: 32g
Kategorien: 1-3
Farben: black / grey light sensitive und yellow / grey light sensitive

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Die Scott Pro Shield LS ist die perfekte Brille für Multisport-Tage. Morgens Skitour, mittags Mountainbike und abends in die Laufschuhe – die Brille bleibt. Selbst schnelle Wechsel der Lichtverhältnisse verarbeitet das selbsttönende Glas extrem schnell. Das große Sichtfeld sorgt dafür, dass alle Details der umgebenden Landschaften wahrgenommen werden. Geliefert wird die Brille in einer hochwertigen Hartschalentasche mit zusätzlichem Mikrofaserbeutel.

Weitere Tests und Vergleiche

Nach dem Einstieg in die Welt der Sportbrillen, könnt ihr euch auch mit unserem Special zu Laufgürteln einen Überblick verschaffen, was es 2022 Neues  gibt und welche Gürtel für welchen Einsatz geeignet sind. Wer neue Schuhe braucht, findet in unserer Übersicht der Trailschuh-Modelle 2022 nicht nur einen Überblick, sondern auch fundierte Praxistests zu den neuen Modellen.