Der dritte Schuh der aktuellen Trailrun-Kollektion von 361 ist auf lange Touren in widerborstigem Terrain ausgerichtet. Leider schneidet der Futura 3 dabei merklich schlechter ab als seine beiden Saison-Kollegen.
Erster Eindruck
Wie schon beim Lynx 2 (hier der Test) und dem Taroko 5 (hier der Test) schwebt als erstes ein auffallend chemischer Geruch aus dem Schuhkarton. Ihm folgt ein Schuh, der zwischen den beiden genannten angesiedelt ist. Robuster und gepolsterter als der Lynx 2 und mit mehr Traktion als der Taroko 5 erfüllt er auf den ersten Blick erstmal den Auftrag, für lange Läufige in ruppigem Gelände zur Verfügung zu stehen.
Dazu passt nicht nur die grobstollige Apex Grip Sohle, sondern auch die stabile Mittelsohle und die am Schuhboden verankerten Schlaufen, die in der Schnürung verbaut sind und den Fuß deutlich griffiger umschließen, als beim Taroko 5. Eine Technik, die auch beim Lynx 2 gut funktioniert.
Das Außenmaterial ist nicht nur sehr bunt, sondern auch robust und die Protektion der Zehenbox verspielt designt. Zusätzlich können über die Lasche an der Ferse und eine Öse vorne an der Schnürung Gamaschen angebracht werden.
Laufeigenschaften
Die Krux des Futura 3 sind nicht die sinnvollen Features, sondern das Laufgefühl. Die recht starre Sohle lässt kaum Gefühl für den Boden zu – und bringt dafür leider viel zu wenig Vortrieb. Von Lauffreude kann keine Rede sein. Der Schaft ist per se gut gepolstert, doch die hochgezogene Ferse kratzt beim Testschuh auf einer Seite an der Achillessehne, so dass sie schon nach einem 25km-Lauf wundgerieben ist.
Der Grip hingegen ist überzeugend. Die Gummimischung, sowie das Design und die Länge der Stollen funktionieren gerade auf nassem, weichem Boden sehr gut. Auch das stabile Mesh trägt und schützt den Fuß gut und ist damit auf das angepeilte ruppige Terrain ausgerichtet. Für genau dieses gibt es aber deutlich agilere Schuhe. Aufgrund der unzureichenden Energierückgabe macht sich das hohe Gewicht von 386 Gramm bei Größe 46 schnell bemerkbar und die Beine werden vorzeitig müde. Für einen Ultra empfiehlt sich der Futura 3 damit nicht.
Für wen?
Wenn der Futura 3 von 361 sauber am Fuß liegt und keine Reibungsstellen entstehen, kann er für langsame Trainingsläufe bei eher schlechtem Wetter und matschigem Terrain eingesetzt werden. Wer schnell oder lang laufen möchte, sollte aber auf einen anderen Schuh umschwenken.
XC-RUN.de Einschätzung
Der Gedanke hinter dem Futura 3 ist nachvollziehbar und gut: zwei sich ergänzende Stärken der beiden verwandten Schuhe verbinden und damit einen klaren, eigenen Charakter entwickeln. Auf dem Papier funktioniert das auch gut. Leider übersetzen 361 das nicht in ein überzeugendes Lauferlebnis.
Weitere Informationen
Übersicht der Trailschuhe 2026
Technische Daten
| Hersteller: | 361° |
| Einsatzgebiet: | Allrounder |
| Preis: | 150 € |
| Sprengung: | 6 mm |
| Gewicht: | 386 g |
| Schnürsystem: | Schuhbänder |
| Fußtyp: | normal |
| Körpergewicht: | mittel, schwer |
| Dämpfung: | mittel |
| Gelände: | Waldboden |
| Modelljahr: | 2026 |
| Protektion: | moderat |
Testergebnis
| Verarbeitung |
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| Schnürung |
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| Protektion |
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| Grip |
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| Lauffreude |
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| Fersenhalt |
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| Gesamtnote | |
| Der Gedanke hinter dem Futura 3 ist nachvollziehbar und gut: zwei sich ergänzende Stärken der beiden verwandten Schuhe verbinden und damit einen klaren, eigenen Charakter entwickeln. Auf dem Papier funktioniert das auch gut. Leider übersetzen 361 das nicht in ein überzeugendes Lauferlebnis. | |