ATT Werfenweng – Herzensrennen zum Saisonabschluss - xc-run.de Trailrunning

ATT Werfenweng – Herzensrennen zum Saisonabschluss

Vergangenes Wochenende befand sich die Gemeinde Werfenweng wieder im Ausnahmezustand. Der AlpinTeamTrail (ATT) ging in seine nächste Runde. Rund 600 Läuferinnen und Läufer durften Martin Lindinger und sein Team an der Startlinie willkommen heißen. Auf drei verschiedenen Distanzen – K23, K50 und in diesem Jahr zum ersten Mal K10 – konnten die Athleten ihr Können unter Beweis stellen. Über die 50-Kilometer-Strecke mit 3.450 Höhenmetern flog unsere xc-run.de-Athletin, Bine Wurmsam, und konnte sich souverän den dritten Platz sichern.

Ein Wiedersehen zum Saisonabschluss

Was für ein schönes Wochenende und was für ein perfekter Saisonabschluss war das für mich! Wie jedes Jahr war zum Ende der Saison schon wieder deutlich spürbar, dass der körperliche Verfall zunahm und die Wettkampfmotivation abnahm. Dennoch konnte ich es kaum erwarten, nach Werfenweng zu fahren.

Bereits zum zweiten Mal war ich beim ATT mit dabei und hatte mich das ganze Jahr darauf gefreut. Es ist ein großes Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten.

Bereits am Vortag war einiges geboten. Nach dem Scarpa Community Run am Freitagnachmittag ging es weiter mit einem Vortrag von Jakob Herrmann über seinen 24-Stunden-Rekord im Skibergsteigen. Last but not least folgte der Live-Podcast, bei dem ich gemeinsam mit anderen Elite-Athleten im aja Campus Werfenweng auf der Bühne stehen durfte.

Fünf Grad, Sonnenschein und schwere Beine

Ebenfalls perfekt an diesem Wochenende war das Wetter. Zum Start um 6:30 Uhr hatten wir kühle fünf Grad, die im Laufe des Tages bei strahlendem Sonnenschein auf über 20 Grad kletterten. Als der Startschuss fiel, ging es gleich ziemlich zügig zur Sache und die schnellsten Männer schossen aus dem Startbereich hinaus. Bis Kilometer drei war ich die führende Frau. Dann wurde mir aber wieder einmal der folgende Downhill zum Verhängnis und die beiden Mädels hinter mir zogen vorbei.

Bis Kilometer zehn ging es relativ wellig mit nur kleinen Gegenanstiegen. Doch dann folgte der steilste Anstieg des Rennens: vier Kilometer mit über 1.000 Höhenmetern hinauf zur Werfener Hütte. Wenn ich behaupten würde, dass ich an diesem Tag topfit war, würde ich lügen. Meine Beine waren schwer und ich musste viele Uphill-Passagen, die ich normalerweise laufe, im Gehen bewältigen. Aber der Ausblick um mich herum war definitiv alle Mühe wert. Bis auf wenige Meter konnte ich hier auch wieder zur zweitplatzierten Frau aufrücken.

Über die Werfener Hütte Richtung Koreinhöhe

An der Werfener Hütte angekommen, ging es weiter über die Elmaualm nach Wengerau zur zweiten Verpflegungsstation. Hier waren bereits rund 20 Kilometer im Kasten.

Der zweite steile Anstieg folgte mit 800 Höhenmetern auf knapp vier Kilometern hinauf zur Söldenhütte. Nach einigen welligen Kilometern kamen gleich zwei Highlights hintereinander: das Gipfelkreuz der Koreinhöhe auf 1.811 Metern sowie das des Frommerkogels auf 1.883 Metern. Hier bot sich den Läufern ein sagenhafter Rundumblick, der die Schmerzen des Aufstiegs sofort wieder vergessen ließ.

Cheering Zone: Noch einmal Vollgas

Nun konnte ich es kaum erwarten, endlich an der Cheering Zone vorbeizukommen, die sich bei Kilometer 37 an der Hütte „minimal“ von Jakob Herrmann befand. Viele Zuschauer, ein Moderator, ein DJ mit lauter Musik und vieles mehr – hier ging es richtig ab! Die Stimmung pushte mich regelrecht auf den dritten und letzten Gipfel, die Bischlingshöhe auf 1.834 Metern.

Von hier ging es die letzten knapp zehn Kilometer fast nur noch bergab – bis auf ein paar kleine, aber fiese Gegenanstiege. Trotz meiner bereits ziemlich lädierten Oberschenkel konnte ich die Downhills noch relativ flott hinunterlaufen. Schon von Weitem hörte ich die Stimme des Sprechers im Ziel, die immer näher und näher kam.

6:59 Stunden – und Platz drei

Dann hatte ich es geschafft. Überglücklich konnte ich nach sechs Stunden und 59 Minuten als dritte Frau die Ziellinie überqueren. Hier wartete bereits das Podiumsbier im Steinkrug auf mich, das ich mir zusammen mit der Erst- und Zweitplatzierten schmecken ließ. Ein perfekter Abschluss eines langen Renntages – und meiner Saison.

 

Fazit: Der ATT ist für mich eine Herzensveranstaltung

Was soll ich sagen? Der ATT ist für mich eine Herzensveranstaltung geworden. Jedes Jahr ist es ein großes Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten. Was Martin Lindinger und sein Team vom AlpinTeamAustria hier immer wieder auf die Beine stellen, ist einfach nur grandios. So viel Zusammenhalt und Herzblut, wie in diesem Event steckt, ist einfach unfassbar.

Was ich noch einmal besonders hervorheben möchte: Beim ATT handelt es sich um ein Charity-Event. Jeder einzelne Euro wird für einen guten Zweck gespendet und kommt Menschen zugute, die dringend Hilfe benötigen. Wer ein unvergessliches Laufwochenende erleben und zugleich noch Gutes tun möchte, ist beim ATT genau richtig!

Text: Sabine Wurmsam

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