Vom Trailrunner zum Langläufer in 90 Tagen: Trainingsplanung - xc-run.de Trailrunning

Vom Trailrunner zum Langläufer in 90 Tagen: Trainingsplanung

Auch wenn ich diese Artikelserie „Vom Trailrunner zum Langläufer“ genannt habe, sehe ich mich in erster Linie weiterhin als Läufer. Entsprechend bereite ich mich auch laufspezifisch auf die kommende Saison vor.

Skilanglauf ist für mich inzwischen eine hervorragende Alternative, die mir unglaublich viel Spaß macht und die ich in den Wintermonaten nicht mehr missen möchte. Trotzdem bin und bleibe ich hauptsächlich in Laufschuhen unterwegs.

Die drei Schlüsseleinheiten im Lauftraining

Für mich gibt es pro Woche drei zentrale Schlüsseleinheiten, die – wenn irgend möglich – fest im Trainingsplan verankert sind. Wie bereits im Artikel zur Trainingsstrukturierung beschrieben, sind das:

  • 1 × Tempolauf / Schwellenintervalle
    Lauf mit einiger Zeit in Wettkampfgeschwindigkeit (z. B. 4 x 10 Minuten Bergintervalle)

  • 1 × Intervalle
    Kurze, intensive Einheiten mit hohem Tempo

  • 1 × langer Lauf
    Grundlageneinheit über zwei Stunden oder länger, bevorzugt auf Trails

Diese drei Einheiten bilden das Fundament meines Lauftrainings.

Abwechslung statt Asphalt-Monotonie

Befinde ich mich nicht gerade in der Vorbereitung auf einen schnellen Straßenlauf, findet der Tempolauf meist als Fahrtspiel im Gelände statt. Auch die Intervalle gestalte ich so abwechslungsreich wie möglich:

  • 10 × 1 Minute zügig im Gelände

  • 200-Meter-Bergsprints

  • kurze Tempowechsel auf Trails

Die lange Grundlageneinheit schafft die Basis für die Ultratrails der Saison und ist gerade für uns Ultraläufer essenziell.

Die Gretchenfrage: Wie passt Langlaufen ins Training?

Doch nun zur entscheidenden Frage:
Wie lässt sich Skilanglauf sinnvoll in den Trainingsplan integrieren?

Zwischen den drei genannten Schlüsseleinheiten trainiere ich oft nach Lust, Laune, Wetter und Körpergefühl. Genau hier passt Langlaufen perfekt hinein. Es füllt Trainingslücken, unterstützt die aktive Regeneration und spricht gezielt andere Muskelgruppen an.

Durch die fließenden Bewegungen trainiert man beim Skilanglauf gleichzeitig Beine, Arme und Rumpf – ein effektives Ganzkörpertraining, das sich ideal mit dem Lauftraining kombinieren lässt.

Grundlagentraining auf Langlaufskiern

Darüber hinaus eignet sich Skilanglauf hervorragend für lange Grundlageneinheiten. In den Wintermonaten habe ich mir angewöhnt, den langen Lauf gelegentlich durch eine längere Einheit auf Langlaufskiern zu ersetzen.

Optimal wäre hier ein sogenanntes Koppeltraining:

  • lange Langlaufeinheit

  • direkt im Anschluss ein kurzer Lauf

Dieser sollte idealerweise etwas flotter sein, zum Beispiel:

  • fünf Kilometer im geplanten Marathon-Wettkampftempo

  • 200-Meter-Intervalle auf der Bahn

  • oder ein paar Steigerungsläufe

Ja, das kostet Überwindung – und auch bei mir fällt dieser „Zusatzteil“ regelmäßig aus. Aber sinnvoll wäre es auf jeden Fall 😉

Beispiel für eine typische Winter-Trainingswoche

Eine mögliche Trainingswoche im Winter, mit Fokus auf Laufen und Skilanglauf als Ergänzung, könnte folgendermaßen aussehen:

Trainingswoche mit Alternativtraining Langlauf (Programm: TrainingPeaks) © Markus Mingo / www.xc-run.de

Damit decke ich innerhalb einer Woche:

  • meine drei Laufschlüsseleinheiten ab

  • absolviere zwei Langlaufeinheiten

  • vernachlässige weder Kraft- noch Rumpftraining

Das Ganze bei einem Trainingsumfang von rund 10 Stunden, verteilt auf etwa:

  • 70 Kilometer Laufen

  • 40 Kilometer Skilanglauf

Und der Montag ist sogar familienverträglich – inklusive Kind.
Perfekt 🙂

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