Leicht federnd gibt der dichte Waldboden unter meinen Schuhen nach. Der Wind streicht durch die Bäume und lässt die ersten Blätter zu Boden segeln. Alles leuchtet in satten Grün- und warmen Brauntönen, während sich der Himmel langsam rosa färbt. Bald geht die Sonne unter – doch noch ist genug Zeit. Zeit, um die flowigen Trails durch den dichten Buchenwald zu genießen und das ersehnte Gipfelkreuz zu erreichen.
Der Weg wird schmaler, die Heidelbeersträucher dichter. Mein Laufpartner folgt mir mit erhobenem Kopf, gerade noch sichtbar über den rostrot gefärbten Sträuchern. Ab und an bleibt er stehen, nimmt einen kleinen Snack und genießt die spätsommerlichen Früchte. Dann wieder hebt er die Nase in den Wind – die Hirschbrunft ist gerade vorbei, der Duft der Tiere liegt noch in der Luft.
Endlich angekommen gehen wir die letzten Meter bis zum Kreuz. Eine wohlverdiente Pause, etwas zu essen und ein Schluck Wasser – jedenfalls für meinen Partner. Ich genieße die Aussicht und komme nach dem Anstieg wieder zu Atem. Doch mein Laufpartner ist schneller wieder startklar, als mir lieb ist. Das Training macht sich bemerkbar.
Also ab in den Downhill – meine Paradedisziplin. Wie immer läuft er locker hinter mir, hat es sich längst abgewöhnt, beim Laufen um mich herum zu tollen. Energiesparen heißt die Devise, auch für ihn. Seine Körpersprache verrät dennoch eindeutig: Das hier macht ihm richtig Spaß. Viel sagen muss er nicht – mein Laufpartner ist schweigsam. Und flauschig. Und mit vier Pfoten hat er mir gegenüber einen klaren Vorteil. Aber zusammen sind wir ein ziemlich gutes Team.
Warum Trailrunning mit Hund?
Als mein Hund in unser Leben trat, war schnell klar: Irgendwann würden wir gemeinsam trailrunning gehen. Trailrunning – meine große Leidenschaft über viele Jahre, die im Alltag immer öfter zu kurz kam. Auch deshalb entschieden wir uns bewusst für einen Vierbeiner, der für seine sportliche Art bekannt ist und laut Rassebeschreibung gerne aktiv an der Seite seines Menschen unterwegs ist.
Doch was bedeutet Trailrunning mit Hund eigentlich genau? Worauf sollte man achten? Kann man einfach loslaufen? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir mit begeisterten Trailrunner*innen gesprochen, die regelmäßig von ihrem vierbeinigen Partner begleitet werden – und mit dem Spezialisten für Hundesport schlechthin: dem Shop Der Hundling.
In diesem Special bündeln wir alles Wissenswerte rund um das Trailrunning mit Hund. Damit auch ihr schon bald mit eurem Hund voller Freude die Trails dieser Welt entdecken könnt.
Unsere Experten für Trailrunning mit Hund
Zum Einstieg stellen wir euch unsere Expertinnen und Experten vor und zeigen, wie sie ihren Weg zum Trailrunning mit vierbeiniger Begleitung gefunden haben.
Eileen & Yoko – Trailrunning mit Australian Shepherd
Los geht’s mit Eileen aus der Schweiz und ihrer fünfjährigen Australian-Shepherd-Hündin Yoko (@theaussieyoko), die bereits bei Marathons am Start war. Eileen liebt Abenteuer und ist am liebsten draußen unterwegs – beim Laufen, Wandern oder mit dem Camper. Hauptsache draußen, am besten in den Bergen.
Zum Trailrunning kam sie auf ungewöhnliche Weise: Bei einem Trailwettkampf in Südtirol sah sie einen Mann mit seinem Australian Shepherd.
„Ihre Bindung zueinander hat mich zutiefst beeindruckt. Ab diesem Moment war klar: Genau das ist mein Traum.“
Johanna & Emma – Trailrunning im alpinen Graubünden
Auch Johanna stammt aus der Schweiz und erkundet gemeinsam mit ihrer 2,5 Jahre alten Border-Collie-Appenzeller-Mix-Hündin Emma (@mountain_dog_emma) die Berge. Die Österreicherin lebt seit einigen Jahren in Graubünden – ein echtes Paradies für Läufer*innen.
„Trailrunning war schon vor dem Hund ein Thema für mich. Als wir uns bewusst für eine aktive, arbeitswillige Rasse entschieden haben, war klar: Emma soll uns auf unseren Bergabenteuern begleiten.“
Karin & Luke – vom Zughundesport zum Trailrunning
Karin (@fit4dogs) aus München ist mit ihrem sechsjährigen Malinois-Rüden Luke unterwegs. Die Liebe zu den Bergen und zum Laufen begleitet sie schon ihr ganzes Leben. Gemeinsam waren sie zunächst im Turnierhundesport (THS) im Geländelauf über 5.000 Meter erfolgreich.
„Wandern in den Bergen und Canicross waren schon immer unsere Leidenschaft. Der Einstieg ins Trailrunning kam dann spontan beim MountainMan in Mittersill – danach waren wir infiziert.“
Kristina & Lilo – Trailrunning unabhängig von der Rasse
Dass nicht die Rasse allein über das Laufglück entscheidet, beweisen Kristina (@kristina_runningpaws) und ihre 3,5-jährige Hündin Lilo. Vermutlich ein Labrador-Greyhound-Mix, kam Lilo mit neun Monaten aus dem italienischen Tierschutz.
„Ich habe Lilo bei fast allen Läufen mitgenommen. So konnte ich Gassigehen und Training verbinden – und fühlte mich auf Trails, besonders im Dunkeln, deutlich sicherer.“ Im Mai 2024 starteten die beiden bei ihrem ersten Traillauf über 33 Kilometer und 2.000 Höhenmeter. „So glücklich sehe ich Lilo selten wie beim gemeinsamen Downhill oder beim Laufen über einen Ridge im schönsten Bergpanorama.“
Der Hundling – Experten für Zughundesport & Trailrunning
Auch der Shop Der Hundling aus Oberpframmern bei München hat sich dem Trailrunning mit Hund verschrieben – neben Canicross, Bikejöring, Skijöring und weiteren Hundesportarten.
„Unsere Wurzeln liegen klar im Zughundesport. Wir wollten zeigen, welche großartigen Möglichkeiten dieser Sport bietet – für Jung und Alt, für große und kleine Hunde. Zughundesport kann auch CaniWalk sein: Gassi gehen mit Hüftgurt und Bungeeleine. Aber eben auch Trailrunning und Canicross.“
Das Team lebt, was es liebt: Outdoorbegeisterte Hundehalter*innen, die mit ihren Hunden laufend, wandernd oder auf Skiern unterwegs sind. Die perfekte Beratung findet ihr bei Der Hundling.
Ausblick: Training, Ausrüstung & Tipps
Alle unsere Experten eint die Liebe zum Trailrunning – und zu ihren Hunden. In den kommenden Beiträgen teilen sie ihre Erfahrungen, Tipps und Tricks: vom richtigen Training über sinnvolle Pausen bis hin zur passenden Ausrüstung für Mensch und Hund.



