Der Konos Speed Trail ATR von Columbia ist ein interessanter Schuh. Optisch in der Nähe von Gravel-Schuhen, bringt er eine ungewöhnliche Außensohle, relativ wenig Gewicht und trotzdem robustes Außenmaterial ins Rennen – und kann deutlich mehr, als der durchschnittliche Gravel-Kollege.
Erster Eindruck
Bunt, breite Vorfußsohle, sehr robustes Außenmaterial und viel Dämpfung im hinteren Fußbereich bei gleichzeitig starkem Drop und nur 293g bei Größe 45. Der erste Eindruck verspricht Geschwindigkeit, aber auch Zweifel, ob das ungewöhnliche Design der Außensohle mit nur 3mm-Stollen auch auf den Trails performt.
Die ersten Kilometer auf einfachen Trails machen Spaß. Der Schuh hat ein angenehmes Lauf- und Abrollverhalten, der Mittelfuß wird vom Navic-Fit-System stabil umschlossen und geführt, der Energierückfluss durch die Techlite-Ultra-Zwischensohle scheint einen sauberen Job zu machen. Einziger deutlicher Punkt der Warnung: Nach wenigen Minuten reißt eine Schlaufe, die die Schnürung an den Mittelfuß schmiegt (s. Foto). Normalerweise würden wir das als Produktionsfehler reklamieren. Da dies aber auch schon bei einem früheren Modell von Columbia passiert ist, scheint hier eine Schwachstelle im Schnürsystem vorzuliegen. Der Schuh sollte also nach dem Kauf sofort getestet werden, um auszuschließen, von dieser Schwachstelle betroffen zu sein.
Typisch für eine US-amerikanische Marke, fällt der Schuh etwas größer als gewohnt aus und bietet generell auch für breitere Füße genug Platz.
Laufeigenschaften
Der anfängliche Zweifel, ob der Konos Speed Trail ATR geländetauglich ist, erweist sich schnell als unbegründet. Während er auf Asphalt und Gravel sauber rollt, macht er gerade auf flowigen Trails richtig Spaß. Er ist reaktionsfreudig, treibt nach vorne und kommt auch mit schnellen Richtungsänderungen gut klar. Die Traktion reicht dafür vollkommen aus und der Fuß steht sicher genug. Nur der Fersenhalt könnte noch etwas sauberer sitzen. Einzig die gerissene Schlaufe beeinträchtig trotz problemloser Um-Schnürung die Mittelfußstabilität ein wenig ins Negative.
Kombiniert mit den 8mm Drop macht das effektive Zusammenspiel der Techlite-Ultra-Zwischensohle mit dem Rocker auf kurzen und mittellangen Trails viel Freude. Auf langen Kanten werden die meisten sich etwas mehr Dämpfung und weniger Drop wünschen, während auf matschigen Strecken die Stollen einfach zu klein sind. Auch bei zunehmend technischen Trails stößt der Schuh an seine Grenzen.
Für wen?
Ein starker Schuh für härtere Trainingseinheiten, der dank seines robusten Außenmaterials potenziell viele Trainingskilometer sammeln wird. Für kürzere, untechnische Wettkämpfe bei trockenem Wetter ist der Konos Speed Trail ATR ebenfalls gut vorstellbar.
Wem das bunte Design etwas viel des Guten ist, findet den Schuh auch in unauffälligem Schwarz.
XC-RUN.de Einschätzung
Die Marktdurchdringung von Columbia ist bei uns weiterhin eher gering. Mit dem Konos Speed Trail ATR geben die US-Amerikaner nun einen guten neuen Grund, sich mit der Traditionsmarke zu beschäftigen. Der mehrfach erwähnte Schlaufenabriss hinterlässt zwar einen faden Beigeschmack – wir gehen aber davon aus, dass dies eine seltene Ausnahme ist und haben es in der Bewertung ignoriert.
So empfiehlt sich der Konos Speed Trail ATR als leichter Trailrunning-Schuh, der für höhere Tempi auf flowigen Trails entwickelt wurde.
Weitere Informationen
Übersicht der Trailschuhe 2026
Technische Daten
| Hersteller: | Columbia |
| Einsatzgebiet: | Tempo, Allrounder |
| Preis: | 150 € |
| Sprengung: | 8 mm |
| Gewicht: | 293 g |
| Schnürsystem: | Schuhbänder |
| Fußtyp: | normal |
| Körpergewicht: | mittel |
| Dämpfung: | mittel |
| Gelände: | Schotter, Waldboden |
| Modelljahr: | 2026 |
| Protektion: | moderat |
Testergebnis
| Verarbeitung | |
| Schnürung | |
| Protektion | |
| Grip | |
| Lauffreude | |
| Fersenhalt | |
| Gesamtnote | |
| Der Konos Speed Trail ATR von Columbia empfiehlt sich als leichter Trailrunning-Schuh, der für höhere Tempi auf flowigen Trails entwickelt wurde. | |


