Trailrunning

Gran Trail Courmayeur 2026: Sum und Borzani triumphieren unter extremen Bedingungen

Regen, Hagel und wechselnde Temperaturen prägten den Gran Trail Courmayeur 2026. Trotz der schwierigen Bedingungen erlebten die Läuferinnen und Läufer spektakuläre Rennen rund um das Mont-Blanc-Massiv. Die Siege über die Königsdistanz sicherten sich der Pole Lukasz Sum und Lokalmatadorin Lisa Borzani.

Wetterkapriolen prägen den Gran Trail Courmayeur

Nach den Hitzetagen der vergangenen Wochen präsentierte sich der Gran Trail Courmayeur 2026 von seiner wechselhaften Seite. Pünktlich zum Start des GTC100 öffnete der Himmel über Courmayeur seine Schleusen und begleitete die rund 700 Starterinnen und Starter mit Regen durch die Nacht. Später kamen erneut kräftige Schauer und sogar Hagel hinzu. Dennoch bot das Trailrunning-Wochenende rund um den Mont Blanc hochklassigen Sport und beeindruckende Leistungen auf allen Distanzen.

Lukasz Sum feiert souveränen Sieg beim GTC100

Auf der anspruchsvollen 100-Kilometer-Strecke mit 7.500 Höhenmetern setzte sich der Pole Lukasz Sum mit einem kontrollierten Rennen durch. Der Viertplatzierte des diesjährigen Ultra-Trail Snowdonia und Zehnte der Transgrancanaria 100 km lief von Beginn an konstant an der Spitze und gewann nach 15:20:08 Stunden.

Rang zwei ging an den Franzosen David Leveille, der das Rennen in 15:45:36 Stunden beendete. Nur gut eine Minute dahinter komplettierte der erfahrene Pole Marcin Swierc, Sieger des TDS 2018, in 15:46:53 Stunden das Podium.

Lisa Borzani holt historischen fünften Erfolg

Bei den Frauen war das Rennen früh entschieden. Nachdem Mitfavoritinnen Chiara Innocenti und die Deutsche Michaela Portenkirchner vorzeitig aussteigen mussten, lief Lisa Borzani ungefährdet ihrem insgesamt fünften Sieg beim Gran Trail Courmayeur entgegen.

Die zweifache TOR des Géants-Gewinnerin, die seit Jahren im Aostatal lebt, zeigte erneut ihre außergewöhnliche Streckenkenntnis und gewann nach 17:44:51 Stunden als Gesamtelfte. Nach ihren Erfolgen 2019 sowie von 2023 bis 2025 war es bereits ihr vierter Sieg in Folge.

Spannend verlief dagegen der Kampf um Platz zwei. Die US-Amerikanerin Jenna Marie Randolph setzte sich erst auf den letzten Kilometern gegen die Slowenin Aja Kozinc durch. Lediglich knapp zwei Minuten trennten die beiden im Ziel.

Corsini verteidigt Titel über 55 Kilometer

Auch über die 55-Kilometer-Distanz gab es einen erfolgreichen Titelverteidiger. Simone Corsini gewann nach seinem Vorjahressieg erneut den GTC55 und setzte sich in 5:48:20 Stunden durch.

Lange lieferte sich der Italiener ein Duell mit dem Spanier Jairo Laguna Picó, bevor er sich auf der zweiten Rennhälfte entscheidend absetzen konnte. Platz drei sicherte sich Lokalmatador Didier Abram, der sich mit einer starken Schlussphase noch auf das Podium schob.

Bei den Frauen wurde Victoria Stansfield ihrer Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht. Die Britin gewann souverän in 6:31:22 Stunden und belegte damit sogar Rang neun der Gesamtwertung. Dahinter komplettierten die Spanierin Paula Pevida Arbesú und die US-Amerikanerin Jessica Cohen das Podium.

Barailler und Nijman gewinnen den GTC30

Über 30 Kilometer setzte sich Lokalmatador André Barailler aus La Thuile in 2:56:50 Stunden durch. Hinter ihm lieferten sich Mattia Barlocco und der erst 20-jährige Matteo Cesano bis zum Schluss einen engen Kampf um die weiteren Podestplätze.

Bei den Frauen überzeugte die Niederländerin Rens Nijman. Sie gewann in 3:19:36 Stunden und belegte damit den hervorragenden siebten Gesamtrang. Sonia Melecca und Alexandra Taylor komplettierten das Frauenpodium.

Diskussion um olympische Zukunft des Trailrunnings

Neben den sportlichen Wettkämpfen stand beim Mont Blanc Trail Fest auch die Zukunft des Trailrunnings im Mittelpunkt. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierten Vertreter von ITRA, Sportverbänden, Politik und Veranstaltern über eine mögliche Aufnahme der Disziplin in das olympische Programm.

Während einige darin die verdiente Anerkennung für den boomenden Sport sehen, äußerten Trailrunning-Legende Marco Olmo und weitere Diskussionsgäste deutliche Vorbehalte. Sie befürchten, dass der Charakter des Sports durch eine stärkere Ausrichtung auf Fernsehübertragungen und olympische Strukturen verloren gehen könnte.