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CCC 2026: Minoggio triumphiert – Kaspersen entscheidet Herzschlagfinale für sich

Cristian Minoggio und Yngvild Kaspersen heißen die Sieger des CCC 2026. Während der Italiener das Männerrennen auf der zweiten Streckenhälfte kontrollierte, entwickelte sich bei den Frauen ein Krimi mit ständigen Führungswechseln. Kaspersen fing Toni McCann und Miao Yao erst auf den letzten Kilometern ab und feierte ihren zweiten CCC-Sieg. Lena Laukner überzeugte als starke Elfte.

Minoggio krönt sich zum CCC-Sieger

Ein Jahr nach seinem hauchdünn verpassten OCC-Sieg hat Cristian Minoggio in Chamonix diesmal ganz oben auf dem Podium gestanden. Der Italiener gewann den wetterbedingt veränderten CCC über 107,8 Kilometer und 6.198 Höhenmeter in 10:21:48 Stunden.

Lange hatte sich bei den Männern das erwartet offene Rennen entwickelt. Thomas Cardin bestimmte die frühe Phase, später übernahm Hans Troyer zeitweise die Spitze. Auch Eli Hemming, Benjamin Roubiol und Andrzej Witek mischten zunächst vorne mit.

Die entscheidende Phase begann auf dem Weg nach Trient. Minoggio erhöhte am Anstieg das Tempo und setzte sich zunehmend von seinen Konkurrenten ab. Während Troyer zunächst noch folgen konnte und Hemming Probleme bekam, arbeitete sich von hinten vor allem Miguel Arsenio immer weiter nach vorne.

Minoggio ließ sich den Vorsprung auf den verbleibenden Kilometern nicht mehr nehmen. Nach seinem zweiten Platz beim OCC 2025, als er Jim Walmsley erst unmittelbar vor Chamonix den Vortritt lassen musste, folgte nun der große Sieg beim 100K-Finale der UTMB World Series.

Arsenio und Troyer auf dem Podium

Hinter Minoggio sicherte sich der Portugiese Miguel Arsenio in 10:27:25 Stunden den zweiten Platz. Er hatte sich im letzten Renndrittel Stück für Stück nach vorne gearbeitet und erreichte Chamonix nur 5:37 Minuten nach dem Sieger.

Hans Troyer komplettierte nach 10:33:29 Stunden das Podium. Der US-Amerikaner hatte das Rennen zeitweise sogar angeführt, konnte Minoggios Tempoverschärfung in Richtung Trient aber nicht mehr beantworten.

Auf Rang vier folgte der Brite Luke Grenfell-Shaw in 10:47:23 Stunden vor Simon Paccard aus Frankreich in 10:50:59 Stunden.

Daniel Jones wurde Sechster, während Ji Duo und Guillaume Tiphene zeitgleich auf Platz sieben geführt wurden. Mathieu Delpeuch und Anthony Felber komplettierten die Top 10.

Top 10 Männer

  1. Cristian Minoggio (ITA) – 10:21:48
  2. Miguel Arsenio (POR) – 10:27:25
  3. Hans Troyer (USA) – 10:33:29
  4. Luke Grenfell-Shaw (GBR) – 10:47:23
  5. Simon Paccard (FRA) – 10:50:59
  6. Daniel Jones (NZL) – 10:54:14
  7. Ji Duo (CHN) – 10:58:26
  8. Guillaume Tiphene (FRA) – 10:58:26
  9. Mathieu Delpeuch (FRA) – 10:59:16
  10. Anthony Felber (FRA) – 11:06:39

Frauen liefern sich einen CCC-Krimi

Noch wesentlich dramatischer verlief die Entscheidung bei den Frauen. Über weite Teile des Rennens entwickelte sich ein packendes Duell zwischen Toni McCann und Miao Yao. Beide ehemaligen CCC-Siegerinnen wechselten sich mehrfach an der Spitze ab und lagen bereits in La Fouly nur wenige Sekunden auseinander.

Auch dahinter blieb das Rennen lange offen. Jennifer Lichter, Honoka Akiyama und vor allem Yngvild Kaspersen hielten den Abstand in Grenzen.

Kurios wurde es nach rund 68 Kilometern: An einem Bahnübergang schlossen sich die Schranken vor einem herannahenden Zug. Ausgerechnet die zu diesem Zeitpunkt führende McCann wurde dort gestoppt. Yao konnte dadurch wieder aufschließen, wurde wenig später allerdings ebenfalls kurz aufgehalten.

Ob die Szene tatsächlich Einfluss auf den Ausgang des Rennens hatte, lässt sich kaum seriös beantworten. Angesichts eines Rennens dieser Bedeutung und der geringen Zeitabstände ist sie aber zumindest eine bemerkenswerte Randnotiz.

Kaspersen kommt von hinten

Während McCann und Yao über viele Kilometer ihr direktes Duell austrugen, lief Kaspersen dahinter ihr eigenes Rennen. Noch in Vallorcine lag die Norwegerin rund vier Minuten hinter dem Spitzenduo.

Zunächst sah es sogar danach aus, als könnte McCann die entscheidende Attacke setzen. Die Südafrikanerin setzte sich rund 15 Kilometer vor dem Ziel von Yao ab und schien auf dem Weg zu ihrem zweiten CCC-Erfolg zu sein.

Doch Kaspersen hatte sich ihre Kräfte offenbar perfekt eingeteilt.

Auf den letzten Kilometern schloss sie zunächst die Lücke und zog schließlich an Yao und McCann vorbei. Was lange nach einem Zweikampf um den Sieg ausgesehen hatte, wurde innerhalb weniger Kilometer komplett auf den Kopf gestellt.

Nach 12:01:14 Stunden lief Kaspersen als Siegerin in Chamonix ein. Fünf Minuten später folgte McCann in 12:06:14 Stunden, Yao wurde nach 12:15:41 Stunden Dritte.

Für Kaspersen ist es nach ihrem Triumph 2023 bereits der zweite Sieg beim CCC. Damit ist sie die erste Frau, die das Rennen zweimal gewinnen konnte.

Bemerkenswert ist auch die Zusammensetzung des Podiums: Mit Kaspersen, McCann und Yao standen ausschließlich ehemalige CCC-Siegerinnen auf den ersten drei Plätzen.

Lichter verpasst das Podium

Die im Vorfeld anhand des UTMB Index als Favoritin gehandelte Jennifer Lichter konnte in den Kampf um den Sieg letztlich nicht mehr eingreifen. Die US-Amerikanerin wurde in 12:24:01 Stunden Vierte.

Nur gut eine Minute später erreichte Caitlin Fielder als Fünfte Chamonix. Anna-Stiina Erkkilä folgte auf Rang sechs vor Honoka Akiyama und Adeline Martin.

Marie Goncalves wurde Neunte, die Schweizerin Theres Leboeuf komplettierte in 12:58:47 Stunden die Top 10.

Top 10 Frauen

  1. Yngvild Kaspersen (NOR) – 12:01:14
  2. Toni McCann (RSA) – 12:06:14
  3. Miao Yao (CHN) – 12:15:41
  4. Jennifer Lichter (USA) – 12:24:01
  5. Caitlin Fielder (NZL) – 12:25:17
  6. Anna-Stiina Erkkilä (FIN) – 12:36:12
  7. Honoka Akiyama (JPN) – 12:37:02
  8. Adeline Martin (FRA) – 12:45:38
  9. Marie Goncalves (FRA) – 12:51:08
  10. Theres Leboeuf (SUI) – 12:58:47

Lena Laukner kratzt an den Top 10

Für das stärkste deutsche Ergebnis sorgte Lena Laukner. Die The-North-Face-Athletin hatte sich bereits in der Anfangsphase gemeinsam mit Juliane Rössler im Bereich der erweiterten Top 20 bewegt und arbeitete sich im weiteren Rennverlauf immer weiter nach vorne.

Nach 13:05:49 Stunden erreichte Laukner schließlich als hervorragende Elfte das Ziel in Chamonix. Lediglich gut sieben Minuten fehlten ihr auf einen Platz unter den besten zehn Frauen.

Damit bestätigte sie eindrucksvoll die Einschätzung aus dem Vorbericht, dass ihr bei einem guten Rennverlauf eine Top-20-Platzierung zuzutrauen war – und verpasste die Top 10 am Ende nur knapp.

Auch Miria Meinheit ist weiterhin auf dem Weg nach Chamonix. Nach 90,1 Kilometern wurde sie in Vallorcine auf Rang 25 der Frauen geführt und gegen 23:14 Uhr im Ziel erwartet.

Juliane Rössler passierte denselben Punkt auf Rang 32 und wird derzeit gegen 23:55 Uhr in Chamonix prognostiziert.

Damit zeichnet sich auch in der Breite ein starkes deutsches Frauenergebnis beim CCC 2026 ab.

Wetter sorgt für ungewöhnlichen CCC

Schon vor und während des Rennens hatte das Wetter für zusätzliche Spannung gesorgt. Wegen der Gefahr von Gewittern und schwierigen Bedingungen wurde die Streckenführung kurzfristig verändert. Statt der ursprünglich geplanten rund 101 Kilometer führte die tatsächlich gelaufene Variante über 107,8 Kilometer und 6.198 Höhenmeter.

Unter anderem wurde aufgrund der Gewittergefahr der traditionelle Schlussanstieg zur La Flégère aus dem Kurs genommen. Die Entscheidung fiel erst nach dem Start des Rennens.

Sportlich tat dies der Qualität des CCC keinen Abbruch. Minoggio bestätigte mit einem souveränen Rennen seine Ausnahmestellung auf dieser Distanz. Und bei den Frauen sorgten McCann, Yao und Kaspersen für einen der spannendsten Rennverläufe in der CCC Geschichte.

Am Ende gehörte der Tag jedoch vor allem Cristian Minoggio und Yngvild Kaspersen – zwei Athleten, die in Chamonix bereits große Geschichten geschrieben hatten und ihrer Karriere beim CCC 2026 ein weiteres Kapitel hinzufügten.