Deutsche Frauen überzeugen beim OCC

Toni McCann gewinnt den OCC 2023 © UTMB

Der OCC-Lauf 2023 startete am Donnerstag, 31. August, um 8.15 Uhr in Orsières (Schweiz) und schickte 1.729 Läuferinnen und Läufer durch Champex-Lac (Schweiz) bis zum Ziel in Chamonix (Frankreich). Die Punkt-zu-Punkt-Strecke durch Orsières, Champex-Lac und Chamonix, deren Name sich aus den Ortsnamen abkürzt ist das Finale der 50k UTMB World Series und zieht die besten Trailrunner der Welt über die Marathondistanz an.

Obwohl die Strecke mit 55 Kilometern relativ kurz ist, sind auf ihr beeindruckende 3.500 Höhenmeter durch das Hochgebirge zu bewältigen. Da ein Steinschlag einen der Wege zwischen Trient und dem Col de Balme versperrte, nahmen die Läufer eine etwas direktere Route als in den vergangenen Jahren, was zusammen mit den kühlen und trockenen Bedingungen und der immer stärker werdenden Konkurrenz bei dieser Veranstaltung zu schnellen Zeiten führte.

Deutsche Damen trumpfen auf

Das stark besetzte Frauenfeldes beim OCC 2023 war beeindruckend, doch nach 55 Kilometern lief Toni McCann (Südafrika) mit einer Zeit von 5:18:21 Stunden unangefochten zum Sieg in Chamonix. Die Fünftplatzierte des letztjährigen OCC lief von Anfang bis Ende ein solides Rennen und hatte im Ziel genügend Zeit ihren Sieg zu feiern. Die Südafrikanerin hat in dieser Saison bereits eine Reihe von Siegen errungen, darunter den Davos X-Trails und den Transvulcania by UTMB 50k. 

Alle Augen waren auf die UTMB-Siegerin von 2022 und Zweitplatzierte des Western States 100 von 2023, Katie Schide (USA), gerichtet, und sie enttäuschte auf dieser viel kürzeren Distanz nicht. Die in Frankreich lebende Amerikanerin kann auf eine lange Geschichte bei den UTMB-Rennfestivals zurückblicken, darunter zwei weitere Top-10-Platzierungen beim UTMB in den Jahren 2019 und 2021 sowie ein zweiter Platz beim CCC im Jahr 2018. Auf den letzten Kilometern des Rennens war klar, dass Schide einen Platz auf dem Podium erreichen würde, aber es war ungewiss, ob sie in der Lage sein würde, eine angreifende Miao Yao (China) aufzuhalten. Mit einem Abstand von 15 bis 20 Sekunden in den letzten Minuten des Rennens schien es möglich, dass Yao, eine Marathonläuferin mit einer Zeit von 2:37 Stunden, die Lücke zu der Langstreckenspezialistin schließen konnte. Doch am Ende konnte sich Schide mit einer Zeit von 5:26:25 Stunden den zweiten Platz sichern und jede Sekunde aus der Strecke herausholte. Yao erreichte das Ziel in 5:27:07.

Daniela Oemus bestätigte ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze mit dem 5. Rang. Kim Schreiber auf Rang 13 und Maria Purschke auf der 17 runden das starke Abschneiden der deutschen Damen ab. 

Stian Angermund nicht zu schlagen

Stian Angermund (Norwegen) überquerte an einem wunderschönen Tag in Chamonix als Erster die Ziellinie des OCC 2023 mit einer Zeit von 4:42:40. In einem schnellen Rennen lagen die ersten vier Männer auf den letzten Kilometern dicht beieinander, aber es war der Norweger, der seinen Vorsprung, den er nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens aufgebaut hatte, halten konnte. Nach knapp 30 Kilometern an dritter Stelle liegend, setzte er sich am Anstieg zum Col de Balme durch und ließ sich nicht mehr abschütteln.

Dieser Sieg ist ein weiterer in einer langen Reihe von Siegen für Angermund, der in diesem Jahr bereits die Trail World Championships über 50 km gewonnen hat. Sicherlich war dieser Sieg eine süße Wiedergutmachung für sein DNF beim CCC im Jahr 2021.

Der Kampf um die letzten Podiumsplätze blieb eng zwischen Francesco Puppi (Italien), Antonio Martínez (Spanien) und You-Sheng Guan (China). Puppi lief ein kluges Rennen und hielt sich immer in der Nähe der Spitze auf. Nach 23 Kilometern lag er bereits auf dem neunten Platz, konnte dann aber Gas geben und sich bis zum Ende langsam aber sicher auf den zweiten Platz vorarbeiten. Mit einer Endzeit von 4:44:58 blieb er knapp vor Martínez, der in 4:45:19 auf dem letzten Podestplatz landete. Puppi hat bereits eine erfolgreiche Saison auf den kürzeren Distanzen hinter sich, darunter der Sieg beim Lavaredo Ultra Trail by UTMB 50k. Aus deutscher Sicht landeten Benedikt Hoffmann auf Rang 13 und Marcel Hoeche auf der 29.

Ergebnisse