Die TDS 2026 ist entschieden: Remy Brassac und Sarah Vieuille sorgen für einen französischen Doppelsieg auf einer der härtesten Strecken der UTMB-Woche. Aus deutscher Sicht liefert Eva Maria Sperger mit Rang acht der Frauen eine starke Vorstellung, Sarah Nouguier komplettiert als Zehnte zwei deutsche Top-Ten-Platzierungen. Für Ida-Sophie Hegemann und Sylvie Geissler endet das Rennen dagegen vorzeitig.
Remy Brassac gewinnt die TDS
Die TDS hat einmal mehr gezeigt, warum sie als eine der anspruchsvollsten Herausforderungen im Programm des UTMB Mont-Blanc gilt. Nach einer langen Nacht und einem kräftezehrenden Tag in den Bergen setzte sich bei den Männern Remy Brassac durch.
Der Franzose erreichte Chamonix nach 19:28:43 Stunden und feierte einen souveränen Sieg. Sein Landsmann Pierre-Adrien Hivert belegte in 20:14:26 Stunden Rang zwei und hatte im Ziel bereits 45:43 Minuten Rückstand. Auch der dritte Platz blieb in französischer Hand: Nicolas Court benötigte 20:56:52 Stunden.
Überhaupt dominierte Frankreich das Männerrennen. Mit Paul Creuzet und Adrien Jacques folgten zwei weitere Franzosen auf den Positionen vier und fünf. Erst auf Rang sechs durchbrach der Italiener Davide Rivero die französische Phalanx.
Bemerkenswert ist dabei auch der Rennverlauf: Lange hatte Clovis Chaverot das Feld angeführt und lag nach mehr als 90 Kilometern noch an der Spitze. Im weiteren Verlauf verschoben sich die Kräfteverhältnisse jedoch deutlich – am Ende taucht Chaverot nicht in den vorderen Ergebnisrängen auf.
Sarah Vieuille dominiert bei den Frauen
Auch bei den Frauen ging der Sieg nach Frankreich. Sarah Vieuille hatte bereits während der ersten Rennhälfte die Führung übernommen und ließ sich diese bis Chamonix nicht mehr nehmen.
Nach 22:08:16 Stunden überquerte sie als Siegerin und auf einem herausragenden neunten Gesamtrang die Ziellinie. Damit schaffte Vieuille den Sprung in die Top Ten des gesamten TDS-Feldes.
Alice Meignié sorgte in 22:30:29 Stunden für den französischen Doppelsieg. Nur 22:13 Minuten trennten die beiden im Ziel. Rang drei ging an die US-Amerikanerin Alyssa Clark, die nach 22:54:19 Stunden Chamonix erreichte.
Dahinter folgten Aurore Dacier, Blandine Orsini, Mahauld Granier und die Italienerin Lisa Borzani.
Eva Maria Sperger kämpft sich auf Rang acht
Aus deutscher Sicht gehört die vielleicht erfreulichste Geschichte dieser TDS Eva Maria Sperger. Hinter ihrem Leistungsvermögen hatte vor dem Rennen durchaus ein Fragezeichen gestanden. Verletzungsbedingt hatte die erfahrene Salomon-Athletin zuletzt nur wenige Wettkämpfe bestritten, entsprechend schwer war ihre Form für die lange und technisch anspruchsvolle TDS einzuschätzen.
Sperger ging das Rennen kontrolliert an. Nach rund 74 Kilometern wurde sie lediglich auf Rang 14 der Frauen geführt. Während zahlreiche Läufer vor ihr im weiteren Verlauf Federn lassen mussten, arbeitete sich die Deutsche Platz um Platz nach vorne.
Nach 25:35:05 Stunden erreichte Sperger schließlich Chamonix und belegte einen hervorragenden achten Platz bei den Frauen sowie Rang 28 im Gesamtklassement. Zudem wurde sie Zweite ihrer Altersklasse 45-49.
Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen vergangenen Monate ist diese Leistung besonders hoch einzuschätzen. Mehr als 150 Kilometer und rund 9.000 Höhenmeter verlangen ohnehin einen perfekten Tag – Sperger zeigte darüber hinaus, dass sie auch nach längerer Wettkampfpause auf internationalem Niveau noch immer zur erweiterten Weltspitze über die langen Distanzen gehört.
Sarah Nouguier komplettiert deutsche Top Ten
Nur wenig später gab es den nächsten deutschen Erfolg. Sarah Nouguier war bereits über weite Teile des Rennens nahezu gemeinsam mit Sperger unterwegs und bestätigte ihre starke Vorstellung bis ins Ziel. In 25:45:11 Stunden erreichte sie Chamonix als zehnte Frau und 33. des Gesamtklassements. Lediglich 10:06 Minuten fehlten ihr auf Sperger.
Damit schafften gleich zwei deutsche Läuferinnen den Sprung in die Top Ten der TDS. Ein starkes Ergebnis, zumal sich Sperger und Nouguier nach mehr als einem Tag Laufzeit lediglich rund zehn Minuten voneinander trennten.
Hegemann erneut mit DNF
Ganz anders verlief die zweite Rennhälfte für Ida-Sophie Hegemann. Dabei hatte es lange danach ausgesehen, als könnte sie bei der TDS endlich ihre offene Rechnung begleichen.
Hegemann war hervorragend ins Rennen gestartet und wurde am Pas d’Outray nach 84 Kilometern noch auf Rang drei der Frauen geführt. Zu diesem Zeitpunkt betrug ihr Rückstand auf die zweitplatzierte Alice Meignié nur wenige Minuten. Die Deutsche war damit mitten im Kampf um das Podium.
Doch erneut sollte es bei der TDS nicht sein. Hegemann musste das Rennen wegen Magenproblemen vorzeitig beenden. Damit bleibt ihre schwierige Geschichte mit diesem Rennen bestehen. Bereits bei früheren Starts musste sie verletzungsbedingt aufgeben. Besonders bitter ist das diesjährige Aus angesichts ihrer starken Ausgangslage nach mehr als der Hälfte der Strecke. Über viele Stunden hatte vieles darauf hingedeutet, dass diesmal sogar ein Spitzenresultat möglich sein könnte.
Auch Sylvie Geissler muss die TDS beenden
Ebenfalls nicht ins Ziel kam Sylvie Geissler. Bereits während des Rennens hatten sich Probleme angedeutet. Am Cormet de Roselend bei Kilometer 66,1 verbrachte die Deutsche mehr als 90 Minuten am Checkpoint – für eine Athletin ihres Leistungsniveaus ein deutliches Warnsignal. Zwar setzte Geissler das Rennen zunächst fort, letztlich musste aber auch sie die TDS vorzeitig beenden.
Damit bestätigte sich leider, was sich bereits durch die ungewöhnlich lange Pause angedeutet hatte. Nach ihren starken Leistungen der vergangenen Monate war Geissler durchaus ein gutes Ergebnis zuzutrauen gewesen.
Die deutschen Finisher der TDS 2026
Neben den beiden Top-Ten-Platzierungen von Sperger und Nouguier schafften zahlreiche weitere deutsche Läufer den Weg bis nach Chamonix. Moritz Götschel war mit 27:32:01 Stunden und Gesamtrang 52 der schnellste deutsche Mann. Viktor Vorobev folgte nach 28:12:38 Stunden auf Rang 68, Sandro Nicoletti erreichte nach 29:14:40 Stunden als 93. sogar noch die Top 100.
Weitere deutsche Finisher waren Sebastian Meiser (36:03:21), Steffen Maaz (36:19:39), Elena Steidle (39:23:25), Essaw Tesfom Tekle (39:32:48), Veronika Komprecht (39:54:50) und Aljoscha Cramer (42:55:21).
Damit erreichten nach den vorliegenden Ergebnislisten elf deutsche Läufer das Ziel in Chamonix. Herausragend waren dabei die beiden Frauen: Eva Maria Sperger als Achte und Sarah Nouguier als Zehnte sorgten für zwei deutsche Top-Ten-Platzierungen, während Moritz Götschel das beste Ergebnis der deutschen Männer erzielte.
TDS 2026 – Top 5 Männer
- Remy Brassac (FRA) – 19:28:43 h
- Pierre-Adrien Hivert (FRA) – 20:14:26 h
- Nicolas Court (FRA) – 20:56:52 h
- Paul Creuzet (FRA) – 21:12:03 h
- Adrien Jacques (FRA) – 21:22:07 h
TDS 2026 – Top 5 Frauen
- Sarah Vieuille (FRA) – 22:08:16 h
- Alice Meignié (FRA) – 22:30:29 h
- Alyssa Clark (USA) – 22:54:19 h
- Aurore Dacier (FRA) – 23:53:16 h
- Blandine Orsini (FRA) – 24:07:49 h
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