Trail Business

On wagt mit Kylian Mbappé den nächsten Schritt: Vom Running in den Fußball

On ist aus der Laufszene längst nicht mehr wegzudenken. Vom Straßenlauf über den Marathon bis zum Trailrunning hat sich die Schweizer Marke in den vergangenen Jahren einen festen Platz erarbeitet. Nun erweitert On sein Spielfeld deutlich: Gemeinsam mit Kylian Mbappé steigt das Unternehmen in den Fußball ein. Technologien, die ihre Wurzeln im Running haben, sollen künftig auch auf dem Fußballplatz zum Einsatz kommen.

Vom Laufschuh-Spezialisten zur Multisport-Marke

Für Läufer und Trailrunner ist On längst eine bekannte Größe. Seit dem Marktstart im Jahr 2010 entwickelte sich das Schweizer Unternehmen vom Running-Newcomer zu einer international etablierten Sportmarke. Neben Straßenlaufschuhen gehören inzwischen auch Trailschuhe, Wettkampfmodelle und Laufbekleidung zum Portfolio.

Mit dem Einstieg in den Fußball folgt nun der nächste große Schritt. Am 18. September 2026 gab On offiziell bekannt, künftig auch Fußballschuhe und entsprechende Bekleidung zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei kein Geringerer als Frankreichs Superstar Kylian Mbappé. Auch Thierry Henry und die Schweizer Nationalspielerin Sydney Schertenleib sind Teil des Projekts. Henry übernimmt bei On die Position des Director of Football.

Running-Technologie für den Fußball

Gerade aus Sicht von Läufern ist der technologische Ansatz interessant. On möchte seine Erfahrungen aus der Entwicklung von Performance-Laufschuhen auf den Fußball übertragen. Dabei spielen Technologien wie CloudTec und insbesondere LightSpray eine wichtige Rolle.

LightSpray wurde 2024 vorgestellt und kommt bereits bei High-Performance-Laufschuhen zum Einsatz. Bei dem robotergestützten Herstellungsverfahren wird das Obermaterial aus einem kontinuierlichen Filament aufgesprüht. Dadurch soll eine besonders leichte und leistungsorientierte Konstruktion entstehen.

Genau diese Technologie will On nun an die Anforderungen des Fußballs anpassen. Gemeinsam mit Profis werden Prototypen entwickelt und getestet. Das Ziel sind extrem leichte und präzise Fußballschuhe mit einer möglichst direkten Passform. Die Erfahrungen aus dem Running werden damit zum Ausgangspunkt für die Entwicklung in einer völlig neuen Sportart.

Kylian Mbappé wird zum Entwicklungspartner

Kylian Mbappé soll dabei deutlich mehr sein als nur das Gesicht einer Werbekampagne. Der französische Nationalspieler wird laut On unmittelbar mit den Produktteams zusammenarbeiten und seine Erfahrungen in Entwicklung und Praxistests zukünftiger Fußballschuhe und Bekleidung einbringen.

„Was mich von Anfang an an On fasziniert hat, war die einmalige Chance, gemeinsam etwas völlig Neues aufzubauen und das Spiel von morgen aktiv mitzugestalten“, erklärt Mbappé.

Mit Thierry Henry bekommt das Projekt zusätzlich prominente Unterstützung. Der frühere Weltmeister begleitet den Einstieg bereits seit Ende 2025 und soll künftig unter anderem Produktentwicklung, Beziehungen zu Spielern und die strategische Positionierung von On im Fußball mitgestalten.

Auch Sydney Schertenleib wird direkt in Entwicklung und Testphasen eingebunden. Die Schweizer Nationalspielerin und Akteurin des FC Barcelona arbeitet bereits seit Dezember 2025 mit On zusammen.

Was bedeutet der Schritt für Läufer und Trailrunner?

Auf den ersten Blick hat der Einstieg in den Fußball wenig mit Trailrunning zu tun. Technologisch ist die Verbindung jedoch durchaus spannend. On hat Innovationen wie CloudTec oder LightSpray ursprünglich aus dem Running heraus entwickelt und versucht nun, dieses Know-how auf eine weitere Sportart zu übertragen.

Damit entwickelt sich eine Marke, die ihre Wurzeln klar im Laufsport hat, zunehmend zum Multisport-Anbieter. Gleichzeitig könnten Entwicklungen aus dem Fußball langfristig wiederum Erkenntnisse für Running- und Trailrunning-Produkte liefern – etwa bei leichten Obermaterialien, Passform, Halt oder direktem Bodengefühl.

Für die Trailrunning-Szene dürfte deshalb weniger entscheidend sein, welcher Superstar künftig On-Fußballschuhe trägt. Interessanter ist die Frage, wie stark der technologische Austausch zwischen den unterschiedlichen Sportarten künftig tatsächlich sein wird.