Der Laufsport in Deutschland wächst so stark wie seit Jahren nicht mehr. Laut dem aktuellen SportsShoes Running Report 2026 ist das Interesse am Laufen innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen – Google-Suchanfragen legten um 16 % zu. Doch der eigentliche Boom zeigt sich vor allem draußen: Immer mehr Menschen schnüren regelmäßig ihre Laufschuhe, Laufgruppen entstehen im ganzen Land und Plattformen wie Strava verzeichnen eine Vervielfachung neuer Communities.
Immer mehr Deutsche laufen – aber meist noch nicht auf Trails
Rund 25 % der Deutschen gehen mindestens einmal im Monat laufen. Das entspricht etwa 17,5 Millionen Menschen. Besonders aktiv sind jüngere Generationen wie Gen Z und Millennials, von denen rund ein Drittel regelmäßig läuft. Gleichzeitig zeigt sich: Während Laufen insgesamt boomt, bleibt Trailrunning mit nur 11 % Anteil noch eine Nische. Laut der Studie ergibt dies 1,9 Millionen aktive Trailrunner in Deutschland.
Genau darin liegt jedoch die große Chance. Denn viele der Hauptmotivationen fürs Laufen – Natur erleben, mentale Erholung und persönliche Herausforderung – sprechen direkt für das Trailrunning. Besonders der Wunsch, draußen aktiv zu sein (35 %), macht deutlich, dass Offroad-Laufen enormes Wachstumspotenzial hat.
Laufen wird persönlicher – und weniger strukturiert
Ein überraschendes Ergebnis der Studie: Die meisten Läufer trainieren ohne festen Plan. 41 % entscheiden spontan nach Gefühl, wie sie laufen, weitere 37 % laufen einfach so weit sie können. Nur eine Minderheit nutzt strukturierte Trainingsansätze oder Apps.
Das zeigt einen klaren Trend: Laufen wird für viele Menschen weniger leistungsorientiert und stärker zu einer persönlichen, flexiblen Aktivität. Für Trailrunner ist das typisch – hier stehen Erlebnis, Natur und Freiheit oft mehr im Fokus als feste Trainingspläne.
Gesundheit, Natur und mentale Stärke als Haupttreiber
Die wichtigste Motivation bleibt die Fitness: 40 % der Läufer wollen ihre körperliche Leistungsfähigkeit verbessern oder erhalten. Doch direkt dahinter folgen Gründe, die besonders gut zum Trailrunning passen: Zeit im Freien, mentale Gesundheit und persönliche Herausforderungen.
Auch die wahrgenommenen Vorteile gehen über körperliche Effekte hinaus. Viele Läufer berichten von mehr Energie, weniger Stress und besserem Schlaf. Besonders häufig wird genannt, dass Laufen wertvolle Zeit für sich selbst schafft – ein Aspekt, der im Trailrunning durch Ruhe und Natur noch verstärkt wird.
Sicherheit bleibt ein entscheidender Faktor
Trotz aller positiven Entwicklungen zeigt der Report auch eine zentrale Herausforderung: Sicherheit. Mehr als die Hälfte der Läufer hat sich bereits unsicher gefühlt, nachts sind es sogar über 70 %. Besonders Frauen sind deutlich häufiger betroffen.
Für Trailrunner ist das besonders relevant. Über ein Drittel der Läufer meidet bewusst Trails, weil sie abgelegen sind. Damit wird klar: Sicherheitsbedenken bremsen die Entwicklung des Trailrunnings stärker als mangelndes Interesse.
Laufen wird teurer – auch für Trailrunner
Laufen gilt oft als einfacher Sport, doch die Realität sieht anders aus. Im Durchschnitt geben Läufer in Deutschland fast 900 Euro pro Jahr aus. Der größte Kostenpunkt sind Laufschuhe, gefolgt von Kleidung, Ernährung und Technologie.
Gerade im Trailrunning können die Kosten noch höher liegen, etwa durch spezielle Schuhe, Ausrüstung wie Trinkwesten oder längere Wettkämpfe. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Viele Läufer sind bereit, in ihr Hobby zu investieren – ein Zeichen für die wachsende Bedeutung des Sports.
Fazit: Trailrunning trifft den Zeitgeist
Der Running Report 2026 macht deutlich, dass sich der Laufsport in Deutschland verändert. Weg von reinem Leistungsgedanken, hin zu mehr Erlebnis, Gesundheit und persönlichem Ausgleich. Genau hier setzt Trailrunning an.
Auch wenn aktuell noch vergleichsweise wenige Läufer auf Trails unterwegs sind, sprechen die wichtigsten Trends klar für ein Wachstum in den kommenden Jahren. Naturverbundenheit, mentale Erholung und Abenteuer werden immer wichtiger – und genau das bietet Trailrunning.
Die größte Herausforderung bleibt dabei die Sicherheit. Wer es schafft, hier Lösungen zu bieten – etwa durch Gruppenläufe, bessere Aufklärung oder geeignete Strecken – wird maßgeblich zur Entwicklung der Szene beitragen.
Quelle: SportsShoes Running Report 2026 (basierend auf einer repräsentativen Umfrage unter 3.000 Erwachsenen in Deutschland, Januar 2026)
