Trailrunning

Ein Tag wie Gold – ARBERLAND Ultra Trail 2026

Fast 1.000 Starter, sechs Wettbewerbe, anspruchsvolle Trails rund um den Großen Arber und jede Menge Emotionen: Der ARBERLAND Ultra Trail 2026 wurde auch bei seiner neunten Auflage zu einem großen Trailrunning-Fest im Bayerischen Wald. Auf der Königsdistanz über 102 Kilometer sorgte Adam Korecky mit einem neuen Streckenrekord für das sportliche Highlight des Tages.

Vom Sternenhimmel in die Herbstsonne

Am Himmel tanzen noch die Sterne, die Stille der Nacht liegt über dem Bayerischen Wald. Doch in der Ferne tauchen erste Lichtpunkte auf. Stirnlampen bewegen sich beinahe lautlos über die steinigen Trails, während am Horizont langsam die Morgendämmerung beginnt. Es sind die Vorboten eines langen Lauftages rund um den Großen Arber.

Fast 1.000 Starter machten sich bei der neunten Austragung des ARBERLAND Ultra Trails auf die unterschiedlichen Strecken. Bereits um 5 Uhr fiel am Hohenzollern Skistadion der Startschuss für die Königsdistanz über 102 Kilometer. Was folgte, war ein Trailrunning-Tag, wie man ihn sich im Bayerischen Wald kaum besser wünschen könnte.

Technische Trails wechselten sich mit schnellen Passagen, knackigen Downhills und beeindruckenden Ausblicken ab. An den Verpflegungsstationen wartete vom Obst bis zum alkoholfreien Bier alles, was müde Läuferbeine wieder in Schwung bringen konnte.

Mindestens genauso wichtig war aber das, was den ARBERLAND Ultra Trail seit Jahren auszeichnet: seine Atmosphäre. Entspannt, familiär und herzlich wurde im Skistadion jede Leistung gefeiert. Musik, Planschbecken, Sauna und selbstgemachte Burger machten aus dem Zielbereich einen Treffpunkt für die gesamte Trailrunning-Familie.

102 Kilometer: Koreck mit Streckenrekord

Sportlich ging es auf den Trails teilweise hochspannend zur Sache. Auf den 102 Kilometern mit knapp 4.000 Höhenmetern zeigte Adam Korecky eine herausragende Leistung. Korecky, der mit Diabetes lebt, gewann nicht nur die Königsdistanz, sondern stellte dabei auch einen neuen Streckenrekord auf.

Hinter ihm belegte Vorjahressieger Felix Killermann Rang zwei, Lucas Moskau komplettierte das Podium.

Bei den Frauen feierte Dorottya Kovacs einen Start-Ziel-Sieg. Anett Hiltensberger wurde Zweite, Rang drei ging an Judith Behrendt.

Gerade einmal 30 Athletinnen und Athleten erreichten auf der Elite-Distanz innerhalb des anspruchsvollen Zeitlimits das Ziel. Auch wenn die Temperaturen deutlich angenehmer waren als im Vorjahr, verlangte die Strecke den Teilnehmern körperlich und mental alles ab.

Filip Matejovic dominiert die 66 Kilometer

Auf der 66-Kilometer-Distanz gab es an diesem Tag an Filip Matejovic kein Vorbeikommen. Der junge Skibergsteiger hatte sich eigentlich vor allem aus Spaß am Laufen und als Training für den Skibergsteiger-Weltcup angemeldet. Auf den Trails rund um den Arber zeigte er jedoch eindrucksvoll, dass er auch ohne Ski verdammt schnell unterwegs ist.

Matejovic gewann mit fast einer halben Stunde Vorsprung vor Manuel Ertl und Peter Müller.

Bei den Frauen verlief das Rennen enger. Lisa Ulrich setzte sich letztlich souverän durch und gewann vor Veronika Vavrusova. Patrizia Dorsch komplettierte das Podium.

Auerhahntrail: Jörn und Bauer setzen sich durch

Auch über die 47 Kilometer des Auerhahntrails zeichnete sich bei den Männern früh eine klare Entscheidung ab. Harald Jörn setzte sich an die Spitze und brachte seinen Vorsprung bis ins Ziel. Andreas Schierer wurde Zweiter.

Um Rang drei entwickelte sich dagegen noch einmal ein spannender Kampf. Am Ende sicherte sich Linus Lohs den letzten Platz auf dem Podest.

Bei den Frauen spielte Karina Bauer ihre Erfahrung auf den Trails des Bayerischen Waldes aus. Sie gewann vor Sophie Pilz und Zuzana Markovcova.

Geschwister Matejovic feiern gleich doppelt

Eine besondere Geschichte schrieb der 36 Kilometer lange Schachtenbachtrail. Bei den Frauen gewann mit Eva Matejovicova die Schwester des 66-Kilometer-Siegers Filip Matejovic. Die Athletin aus dem tschechischen Skibergsteiger-Nationalteam setzte sich in einem engen Rennen gegen Johanna Fenzl durch. Katerina Hradecka belegte Rang drei.

Bei den Männern feierte Quirin Lehner einen deutlichen Sieg. Dahinter folgten Daniel Nähr und Philip Scheuer.

Über die gleiche Strecke waren auch die Läufer mit ihren vierbeinigen Partnern unterwegs. Bei den Männern gewannen Mathias Floß und Sidney vor Christoph Stangl und Coco. Bei den Frauen setzten sich Lena Plötz und Poldi gegen Karin Göstl und Luke sowie Daniela Niermann und Odin durch.

Fast 400 Starter beim Arberseetrail

Den zahlenmäßig größten Andrang gab es beim letzten Start des Tages. Fast 400 Läufer standen beim 20 Kilometer langen Arberseetrail an der Startlinie.

Bei den Männern überquerte Markus Heinkel als Erster die Ziellinie. Dahinter sorgte Lokalmatador Michael Münsterer mit Rang zwei für ein starkes Ergebnis, Andreas Wohlgemuth wurde Dritter.

Bei den Frauen gewann Verana Wurzer nach einem schnellen Rennen vor Melanie Ebner und Isabella Schiller.

Auch auf dieser Distanz gab es eine Wertung für Mensch-Hund-Teams. Jan Stepanek und Olinka dominierten bei den Männern vor Sebastian Pieper und Ava sowie Peter Heinrich und DayDay.

Bei den Frauen liefen Lucie Vanikova und Finny zum Sieg. Gudrun Steininger und Nilya wurden Zweite, Iveta Vaneckova und Willow belegten Rang drei.

Alle Ergebnisse

 

Mehr als nur ein Rennen

Jedes Jahr ist der ARBERLAND Ultra Trail so etwas wie ein Familientreffen! In der warmen Herbstsonne im Skistadion in einem Liegestuhl sitzen, ein kühles Getränk in der Hand, das Glücksgefühl, gerade einen richtig geilen Trail gelaufen zu sein, und derweil Gespräche mit neuen und alten Freunden führen.

Einfach ein Tag wie Gold!

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