Trailrunning

Swiss Irontrail 2026 trotzt Hitze, Gewittern und Hagel

Der Swiss Irontrail hat die Trailrunning-Saison eindrucksvoll eröffnet. Rund 600 Läuferinnen und Läufer kämpften im Parc Ela nicht nur gegen anspruchsvolle Strecken, sondern auch gegen große Hitze sowie Gewitter mit Blitz und Hagel. Am Ende standen starke sportliche Leistungen und viele emotionale Momente im Mittelpunkt.

Trailrunning zwischen Genuss und Grenzerfahrung

Mit dem Swiss Irontrail im Parc Ela rund um Savognin und Bivio ist die diesjährige Trailrunning-Saison eindrucksvoll lanciert worden. Die Faszination aus Höchstleistung, kluger Renneinteilung und Flexibilität zeigte sich auf allen Distanzen.

Mit den Wettbewerben T78, T55, T22 und T20 sowie den Hiking-Kategorien H22 und H20 bot sich Trailrunnerinnen und Trailrunnern aus dem In- und Ausland erstmals in diesem Jahr die Gelegenheit, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Die abwechslungsreichen Strecken führten über malerische Pfade durch die eindrucksvolle Bergwelt Graubündens und verlangten den Teilnehmenden je nach Distanz zwischen zwei und 16 Stunden Höchstleistungen ab.

Während auf der kürzesten Trail-Distanz T20 über 20,2 Kilometer bereits 1.059 Höhenmeter zu bewältigen waren, warteten auf der Königsdistanz T78 satte 78 Kilometer und 4.996 Höhenmeter.

Emotionen im Ziel

Im Ziel überwogen Freude und Erleichterung. Glückliche Gesichter, emotionale Geschichten und dankbare Worte prägten das Bild. Gleichzeitig hinterließen die Strapazen sichtbare Spuren. Einige Teilnehmende haderten mit verpassten Chancen, taktischen Fehlern, Ernährungsproblemen oder körperlichen Schwächephasen.

Der Swiss Irontrail sorgte für zahlreiche unvergessliche Eindrücke. Immer wieder war von einem außergewöhnlichen Erlebnis die Rede:

„Das war ein großartiger Tag – voller intensiver Bilder, starker Körpergefühle und Emotionen. Fast wie ein Leben im Zeitraffer.“

Ein Thema beschäftigte allerdings nahezu alle der rund 600 Teilnehmenden: die große Hitze. Trotz zahlreicher Streckenabschnitte oberhalb von 2.000 Metern verlangten die hohen Temperaturen den Läuferinnen und Läufern zusätzlich alles ab.

Bivio als Schauplatz gegensätzlicher Geschichten

Bivio war Zielort der Rennen T55 und T22 sowie wichtiger Durchgangspunkt der Königsdistanz T78 – und wurde zum Schauplatz ganz unterschiedlicher Geschichten.

Zunächst ließ sich Beat Neff als vermeintlicher Sieger des T55 feiern. Der Zürcher schwärmte anschließend von „einem coolen Event mit vielen Bächen, Seen und einem unglaublichen Laufgefühl“. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Vorjahressieger des T78, Gregorio Arello aus Italien, nach seinem Ausstieg auf der längeren Strecke in die T55-Wertung aufgenommen wurde. Arello hatte das Rennen wegen der Hitze vorzeitig beendet.

„Es war einfach zu heiß. Ich konnte mein Tempo nicht mehr halten“, erklärte der Italiener. Mit seiner bis dahin erzielten Zeit war er letztlich dennoch mehr als 30 Minuten schneller als Neff und wurde nachträglich als Sieger des T55 gewertet.

Kim Strohmann überzeugt auf der Kurzdistanz

Für eines der schönsten Erfolgserlebnisse sorgte Kim Strohmann. Die gebürtige Deutsche lebt in Lenzerheide und hatte sich erst zwei Wochen vor dem Rennen spontan für einen Start über die T22-Distanz entschieden.

„Es war schön, so nah an meinem Zuhause starten zu können“, sagte die Hausärztin und passionierte Läuferin. Den Tipp für den Swiss Irontrail hatte sie von einer Patientin erhalten. Die Region bezeichnete sie anschließend als „Geheimtipp – nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer“.

Auch sie bekam die Hitze deutlich zu spüren. Trotz Schwindel und krampfender Muskulatur erreichte sie als Siegerin das Ziel. „Zum Glück war meine Herausforderung nach knapp zweieinhalb Stunden vorbei“, sagte sie. Für das kommende Jahr hat sie bereits neue Pläne: Dann möchte sie auf einer längeren Strecke antreten.

Castrischer und Saggin gewinnen die Königsdistanz

Auf der anspruchsvollsten Strecke über 78 Kilometer setzten sich Adrian Castrischer aus Bern in 9:57:53 Stunden sowie die Italienerin Giulia Saggin in 12:13:00 Stunden durch.

Gewitter führen zum Rennabbruch

Nicht nur die Hitze stellte die Organisation vor Herausforderungen. Im Laufe des Tages zogen Gewitter mit Blitz, Hagel und Starkregen über Teile der Strecke.

Aus Sicherheitsgründen wurden einzelne Läuferinnen und Läufer, die in die Gewitterzellen gerieten, direkt ins Tal geleitet. Unter dem Motto „Safety first“ entschieden sich die Organisatoren schließlich um 20 Uhr zum endgültigen Rennabbruch. Für die betroffenen Wettbewerbe wurden angepasste Wertungen erstellt.