Trailnews: GGUT, Skyrace Comapedrosa, K3, Südtirol Ultra Skyrace

Sheila Avilés, Siegerin Skyrace Comapedrosa © MRSWS / Roger Salanova

Ergebnisse und kurze Rennberichte zum GGUT, Skyrace Comapedrosa, K3, Südtirol Ultra Skyrace:

Südtirol Ultra Skyrace

Die siebte Ausgabe des Südtirol Ultra Skyrace 2019 wurde am Samstagabend von einem tragischen Unglück überschattet. Eine Teilnehmerin aus Norwegen wurde im Bereich des Kratzberger Sees von einem Blitz getroffen und dabei tödlich verletzt.    

Zu dem Unglück kam es gegen 19.15 Uhr. Eine mehrköpfige Gruppe war im Bereich des  Kratzberger Sees auf rund 2.120 Metern Seehöhe unterwegs, als eine 44-jährige Athletin aus Norwegen während eines Gewitters von einem Blitz getroffen und verletzt wurde. Rund 30 Minuten vor dem Unglück war das Rennen wetterbedingt unterbrochen und die Teilnehmer bei Antran, der Hirzerhütte und beim Kesselberg aufgehalten worden. Einige Athleten befanden sich in diesen Streckenabschnitten jedoch außerhalb der Reichweite der Streckenposten. So auch jene Gruppe mit der verunglückten Norwegerin.

Athleten, die das Unglück beobachtet hatten, setzten den Notruf ab. Die Verunglückte wurde nach der Erstversorgung mit dem Rettungshubschrauber Pelikan I umgehend ins Krankenhaus Bozen geflogen, erlag jedoch ihren Verletzungen.

„Wir sind geschockt und tief erschüttert über dieses tragische Unglück“, so Josef Günther Mair, Leiter des OK Teams des Südtirol Ultra Skyrace. „Den Angehörigen der verunglückten Athletin drücken wir unser tiefstes Mitgefühl aus.“

Die für Sonntag, 11 Uhr angesetzte Siegerehrung wurde abgesagt.

Seit Juli 2013 wird der Extremberglauf entlang der Hufeisentour in den Sarntaler Alpen ausgetragen. Doch dass nach 121 Kilometern und 7554 Höhenmetern zwei Athleten das Zielband gleichzeitig durchtrennen, das hatte es in den vergangenen sechs Jahren noch nie gegeben. Bis zum heutigen Samstag, als sich der Ultner Josef Thaler und Gerald „Sancho“ Fister aus Finkenstein in Österreich den Triumph bei einem der anspruchsvollsten Trail-Läufe der Welt teilten.

Das Duo bewältigte die Hufeisentour in sagenhaften 17:43.00 Stunden und damit in der zweitschnellsten jemals gelaufenen Zeit beim Südtirol Ultra Skyrace. Auf den Streckenrekord des Naturnsers Daniel Jung (17:34.37) fehlten Josef Thaler und Gerald Fister rund achteinhalb Minuten. Doch auch ohne neue Bestmarke zeigten sich die beiden Extremsportler höchst zufrieden. „Ich bin überglücklich. Das Rennen hier ist extrem technisch. Wir sind mit einem sehr hohen Tempo gestartet und haben uns unterwegs wirklich einen tollen Fight geliefert. Fünf Kilometer vor dem Ziel haben Josef (Thaler,Anm. d. Red.) und ich dann beschlossen, gemeinsam anzukommen. Wir hätten uns auch weiterhin duellieren können, aber daraus hätte dann womöglich ein anderer Athlet Profit geschlagen“, sagte Gerald Fister im Ziel, der als erster Nicht-Südtiroler das renommierte Südtirol Ultra Skyrace gewinnen konnte.

GGUT

Bei der fünften Auflage des Großglockner Ultra-Trails® – powered by DYNAFIT, starteten rund 1.800 Läufer aus mehr als 40 Nationen auf der anspruchsvollsten Wettkampf-Strecke der Ostalpen. Mit fünf neuen Streckenrekorden und Top-Ergebnissen internationaler Sportler nimmt der Wettkampf, den DYNAFIT seit Beginn als Hauptpartner unterstützt, in der Trailrunning-Szene einen wichtigen Platz in den Rennkalendern von Profis und ambitionierten Hobbyläufern ein.

Auf der Königsdisziplin über 110 Kilometer sicherte sich der Österreicher Florian Grasel (Boa Running Team) mit einer Zeit von 14:40:14,5 Stunden den ersten Platz. Bei den Damen erreichte die deutsche Gore-Athletin Eva Sperger aus München einen sensationellen ersten Platz mit einer Zeit von 16:03:13,8 Stunden. Sie wurde insgesamt drittschnellste über die 110 Kilometer und 6.500 Höhenmeter-Distanz. „Dass ich es auch aufs Herren-Podium schaffe, hätte ich nicht gedacht“, sagte die 38-jährige Diplom-Psychologin, die den Streckenrekord von Kristin Berglund (AUT) aus dem Vorjahr um mehr als eine Stunde verbessert hatte.

Insgesamt fielen trotz der wetterbedingten Streckenverkürzung der 75 km auf 50 km fünf Streckenrekorde: Neben der neuen Traumzeit bei den Damen über 110 Kilometer pulverisierte der Tscheche Jiri Cipa mit 4:19.28,4 Stunden den Vorjahresrekord von Flo Reichert (GER/4:37.13,8) über die 50 Kilometer bei den Damen lieferte über diese Distanz die spanische DYNAFIT-Athletin Anna Comet in 5:28.08,9 die neue Top- Zeit. Die Salzburgerin Sandra Koblmüller verbesserte in 3:16.49,6 Stunden den 30 Kilometer-Rekord von Johanna Erhart um wenige Sekunden, bei den Herren hält Tomas Hudec (CZ) mit 2:38.38,0 Stunden die neue Streckenbestzeit.

Detaillierter Rennbericht & Ergebnisse

 

Skyrace Comapedrosa

550 Läufer versammelten sich in Arinsal, Andorra, hinter der Startlinie des zehnten Rennens der Migu Run Skyrunner® World Series. Mit fast 2.300 Höhenmetern auf nur 21 km gilt Skyrace Comapedrosa als das steilste, kürzeste und intensivste Rennen der Saison und hat erneut alle Erwartungen erfüllt.

In beiden Kategorien wurde das Rennen von zwei extrem starken lokalen Läufern dominiert. Bei den Männern startete ein talentiertes junges Team, bestehend aus dem Slowenen Rok Bratina, Théo Detienne und Jan Margarit, und gab von Anfang an das Tempo vor.

Der erste am Gipfel in Les Fonts war der Spanier Jan Margarit. Der Skyrace Comapedrosa-Champion von 2017 hatte von Anfang an große Anstrengungen unternommen, um die Führung zu übernehmen, und erwies sich für den Rest des Feldes als zu stark. Margarit konnte auch nach zwei Anstiegen von mehr als 1.000 Metern und einem steilen Downhill, in dem der russische Downhill-Profi Evgeny Markov, der Zweiter wurde, fast aufschließen konnte, die Führung behalten. Das zweite Mitglied des jungen Teams, der 20-jährige Théo Detienne aus Frankreich, schaffte es, bis zur Hälfte des Rennens mit Margarit mitzuhalten, doch der zweite Abstieg forderte seinen Tribut. Nach einem harten Kampf um das Podium konnte Detienne nicht mithalten und belegte schließlich den fünften Platz. Das dritte Mitglied der „Wunderkinder“ -Gruppe war Rok Bratina. Er erreichte als Dritter die Ziellinie, knapp drei Minuten hinter dem Sieger.

Es war heute ein Hattrick für Sheila Avilés, die zum dritten Mal in dieser Saison unschlagbar war. Nachdem sie das Rennen der Frauen von Anfang an dominiert hatte, überquerte sie die Ziellinie unglaubliche fünfzehn Minuten vor der Zweitplatzierten Ester Casajuana. Sehr zur Freude der Fans und Zuschauer wurde das Podium der Frauen von lokalen Läufern dominiert. Claudia Sabata komplettierte das Damenpodium an dritter Stelle.
 
Men:
1. Jan Margarit (ESP), Salomon – 02h36’32“
2. Evgeny Markov (RUS), Salomon Russia – 02h37’52“
3. Rok Bratina (SVN), SCOTT – 02h39’41“
4. Pere Rullan (ESP), FEEC – 02h42’39“
5. Théo Detienne (FRA), Haut Vallespir Athlétisme – 02h44’37“
 
Women:
1. Sheila Avilés (ESP), Adidas Terrex – 03h01’38“ 
2. Ester Casajuana (ESP), Team Raidlight / FEEC – 3h16’35“
3. Claudia Sabata (ESP), FEEC – 03h19’29“
4. Julia Font (ESP), Eukon-El Conchel Sport – 3h20’02“
5. Sanna El Kott (SWE), Merrel/Gore – 03h23’29“

BEI K3

Das fünfte Rennen des Vertical Kilometer® World Circuit 2019 fand Samstag, dem 28. Juli, auf dem unglaublich herausfordernden BEI K3 statt. Mit 3.030 Höhenmetern auf weniger als 10 km und einer durchschnittlichen Steigung von 30% gilt der italienische BEI K3 als ultimative Herausforderung in der Welt des vertikalen Laufens. Obwohl schlechtes Wetter das Rennen am Morgen bedrohte, klärte sich der Himmel im Morgengrauen und die Veranstaltung verlief wie geplant. Da sich auf dem Gipfel im Laufe des Tages Wolken bildeten, mussten die Sperrzeiten verkürzt werden, was jedoch für die ersten Läufer, die schnell an der Spitze ankamen, keine Probleme bereitete. Die ersten Männer und Frauen, die heute den 3.538 m hohen Rocciamelone-Gipfel erreichten, waren die Schweizer Athleten und Paare Victoria Kreuzer und Martin Anthamatten. 2019 BEI K3 results

Men
1. Martin Anthamatten (SUI) – 2h03’58“
2. Roberto Delorenzi (SUI) – 2h04’37”
3. Daniel Osanz (ESP) – 2h07’08”
4. Alban Berson (FRA) – 2h10’56”
5. Andreas Steindl (ITA) – 2h13’53”

Women
1.Victoria Kreuzer (SUI) – 2h27’55”
2. Oihana Azkorbebeitia (ESP)  – 2h35’00”
3. Jessica Pardin (FRA) – 2h38’16”
4. Maya Chollet (SUI) – 2h38’16”
5. Corinna Ghirardi (ITA) – 2h41’32”