Trailrunning

UTMB 2026 am Dienstag 12 Uhr: MCC entschieden – Hegemann beim TDS auf Podiumskurs

Die UTMB-Woche nimmt Fahrt auf. Während bei der MCC die ersten Sieger bereits feststehen, läuft die TDS seit der vergangenen Nacht. Dort präsentiert sich Ida-Sophie Hegemann nach mehr als 80 Kilometern stark und liegt aktuell auf Rang drei der Frauen. Auch Eva Maria Sperger und Sarah Nouguier sind weiterhin gut im Rennen. An der Spitze haben sich bei Männern und Frauen französische Läufer abgesetzt.

MCC: Airiau gewinnt knapp vor Bernabeu-Seguy

Die erste Entscheidung der UTMB-Woche 2026 ist gefallen. Die MCC führte am Montag über 40 Kilometer und rund 2.350 Höhenmeter von Martigny-Combe nach Chamonix. Das Rennen richtet sich traditionell vor allem an Volunteers, Partner und Einwohner der Mont-Blanc-Region.

Bei den Männern entwickelte sich ein äußerst knappes Rennen. Gatien Airiau aus Frankreich setzte sich nach 3:26:58 Stunden durch. Gerade einmal 23 Sekunden später erreichte sein Landsmann Florian Bernabeu-Seguy in 3:27:21 Stunden das Ziel. Das rein französische Podium komplettierte Jules Mongellaz in 3:30:56 Stunden. Mit Alvïn Alexandre und Baptiste Ellmenreich gingen auch die Plätze vier und fünf nach Frankreich. Das offizielle MCC-Podium bestätigt diese Reihenfolge.

Bei den Frauen gelang Noemie Lepoutre aus Belgien ein souveräner Sieg. In 3:55:55 Stunden belegte sie gleichzeitig den starken 22. Gesamtrang. Pauline Girardet aus Frankreich folgte nach 4:24:43 Stunden, Juliette Chassagne wurde in 4:26:13 Stunden Dritte.

 

TDS: Clovis Chaverot bestimmt das Tempo

Deutlich länger dauert die zweite große Geschichte dieser UTMB-Woche. Seit Montagabend um 23:50 Uhr ist die TDS unterwegs. Die offizielle Streckenangabe liegt 2026 bei rund 150 Kilometern und 9.500 Höhenmetern, die maximale Laufzeit beträgt knapp 45 Stunden.

Stand Dienstag, 25. August, kurz nach 12 Uhr führt bei den Männern Clovis Chaverot. Der Franzose hatte Beaufort bei Kilometer 92,4 nach 11:25:17 Stunden Rennzeit verlassen und sich damit bereits einen kleinen Vorsprung erarbeitet. Zweiter war zu diesem Zeitpunkt sein Landsmann Remy Brassac in 11:38:53 Stunden, gefolgt vom Norweger Roald Froskeland in 11:55:37 Stunden.

Dahinter folgten Pierre-Adrien Hivert und Davide Rivero. Der hoch eingeschätzte US-Amerikaner Tyler Green lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang acht und damit bereits etwas hinter der Spitze. Noch ist allerdings ein großer Teil des Rennens zu absolvieren. Die ersten Männer werden laut offiziellem Zeitplan erst gegen 18 Uhr in Chamonix erwartet.

Hegemann auf Rang drei: Gelingt diesmal das TDS-Finish?

Besonders spannend sieht es aus deutscher Sicht bei den Frauen aus. Ida-Sophie Hegemann ist bislang hervorragend unterwegs. Am Pas d’Outray bei Kilometer 84 und bereits 5.644 absolvierten Höhenmetern wurde die The-North-Face-Athletin nach 12:07:05 Stunden als dritte Frau geführt. Vor ihr lagen zu diesem Zeitpunkt lediglich zwei Französinnen. Sarah Vieuille führte das Rennen und hatte den Pas d’Outray nach 11:27:52 Stunden passiert. Alice Meignié folgte in 12:02:43 Stunden. Der Abstand Hegemanns auf Rang zwei betrug damit gerade einmal gut vier Minuten. Für Hegemann besitzt diese Position eine besondere Bedeutung. Mit der TDS hat sie noch eine Rechnung offen: Mehrfach musste sie bei diesem Rennen bereits vorzeitig aufgeben. Auch 2025 war sie über lange Zeit weit vorne unterwegs, ehe sie das Rennen nach rund 100 Kilometern beenden musste. Diesmal sieht es nach gut zwölf Rennstunden zunächst vielversprechend aus. Allerdings beginnt bei der TDS gerade jetzt jener Abschnitt, in dem sich das Rennen zunehmend entscheidet.

Sperger arbeitet sich durch die zweite Rennhälfte

Auch Eva Maria Sperger ist weiterhin im Rennen. Die Salomon-Athletin hatte La Gittaz bei Kilometer 73,6 nach 11:35:00 Stunden verlassen und wurde zu diesem Zeitpunkt als 14. Frau und 72. im Gesamtklassement geführt.

Damit liegt Sperger zwar hinter Hegemann, hält aber weiterhin Kontakt zu den vorderen Positionen. Gerade bei einem Rennen wie der TDS ist nach gut der Hälfte der Strecke noch viel Bewegung möglich. Vor dem Start stand hinter der Form der erfahrenen Deutschen ein Fragezeichen. Verletzungsbedingt hatte sie zuletzt nur wenige Wettkämpfe bestritten. Dass sie nun nach der ersten Nacht weiterhin solide unterwegs ist, dürfte deshalb bereits ein positives Zeichen sein.

Sarah Nouguier unmittelbar hinter Sperger

Nur wenige Minuten hinter Sperger folgt mit Sarah Nouguier eine weitere deutsche Läuferin. Die Athletin der adidas Runners Munich passierte La Gittaz nach 11:37:43 Stunden und lag damit auf Rang 15 der Frauen sowie Rang 76 gesamt.

Sperger und Nouguier trennte an diesem Punkt also weniger als drei Minuten. Beide befanden sich auf dem Weg Richtung Entre deux Nants und damit unmittelbar vor dem nächsten schwierigen Abschnitt in Richtung Pas d’Outray.

Mit Sylvie Geissler war im Vorfeld eine weitere starke deutsche Athletin für die TDS angekündigt. In dem aktuell vorliegenden Live-Spitzenausschnitt erscheint sie jedoch nicht, sodass sich daraus derzeit kein belastbarer Zwischenrang ableiten lässt. Geissler hatte erst Ende Juni beim Lavaredo 80K mit Rang fünf der Frauen ihre gute Form über lange Distanzen unter Beweis gestellt. Die Deutsche erreichte den Cormet de Roselend bei Kilometer 66,1 und 4.328 Höhenmetern nach rund zwölf Stunden Rennzeit und wurde dort auf Rang 32 der Frauen und Rang 232 gesamt geführt. Auffällig ist vor allem die lange Verweildauer am Checkpoint. Geissler hielt sich dort mehr als 90 Minuten auf, bevor es weiterging. Bei einem Rennen wie der TDS ist eine derart lange Pause ungewöhnlich und dürfte ein Hinweis darauf sein, dass sie mit Problemen zu kämpfen hat.

Sarah Vieuille führt – Hegemann mitten im Kampf ums Podium

An der Spitze der Frauen hat Sarah Vieuille bislang die stärkste Vorstellung gezeigt. Ihr Vorsprung auf die direkte Konkurrenz ist jedoch keineswegs komfortabel. Meignié und Hegemann liegen weiterhin in Reichweite, dahinter folgen Alyssa Clark, Aurore Dacier und Blandine Orsini.

Bemerkenswert ist vor allem Hegemanns Rennverlauf. Nach der schwierigen Vorgeschichte bei der TDS befindet sich die Deutsche nach mehr als 80 Kilometern nicht einfach nur auf Finishkurs, sondern mitten im Kampf um das Podium. Noch liegen allerdings mehr als 60 Kilometer und mehrere tausend Höhenmeter vor den Läufern. Wie schnell sich die Kräfteverhältnisse auf dieser Strecke verändern können, hat die TDS in den vergangenen Jahren oft genug gezeigt. Die ersten Frauen werden nach Angaben des Veranstalters am Dienstagabend gegen 22 Uhr in Chamonix erwartet.

Stand der TDS-Zwischenstände: Dienstag, 25. August 2026, ca. 12:00 Uhr. Die Platzierungen können sich aufgrund des laufenden Rennens jederzeit verändern.