Manuel Merillas und Sara Alonso sind die großen Gewinner der Merrell Skyrunner World Series 2026. Beim SkyMasters-Finale im Rahmen des Marató dels Dements in Spanien sicherten sich beide nicht nur den Tagessieg, sondern auch den Gesamttitel. Während Merillas seine Konkurrenten früh distanzierte, kämpfte sich Alonso trotz eines Sturzes zum fünften Saisonsieg.
Spektakuläres Saisonfinale auf anspruchsvoller Strecke
Das große Finale der Merrell Skyrunner World Series fand am Samstag, 7. November, im spanischen Eslida statt. Der traditionsreiche Marató dels Dements verlangte den Athletinnen und Athleten auf 42 Kilometern mit 3.903 Höhenmetern noch einmal alles ab. Neun größere Anstiege und technisch anspruchsvolle Downhills durch den Naturpark Serra d’Espadà sorgten für ein würdiges Saisonfinale.
Die Strecke musste in diesem Jahr allerdings angepasst werden. Ein verheerender Waldbrand hatte im Juli mehr als 10.000 Hektar des Naturparks zerstört, darunter auch Teile der ursprünglichen Route. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden entwickelten die Veranstalter eine neue Streckenführung, die den charakteristischen Mix aus steilen Anstiegen, felsigen Passagen und technischen Downhills beibehielt.
Sportlich war die Ausgangslage besonders bei den Männern spannend: Mit José Manuel Quispe, Frédéric Tranchand und Manuel Merillas hatten gleich drei Athleten realistische Chancen auf den Gesamtsieg. Lediglich 31 Punkte trennten die drei Titelanwärter vor dem Start. Da beim SkyMasters-Finale doppelte Punkte vergeben wurden, war ein packender Dreikampf zu erwarten.
Manuel Merillas lässt der Konkurrenz keine Chance
Der erhoffte Dreikampf entwickelte sich allerdings schnell zu einer Machtdemonstration von Manuel Merillas. Der Spanier drückte von Beginn an aufs Tempo und setzte sich früh von seinen Konkurrenten ab.
Für Frédéric Tranchand nahm das Rennen bereits vor der Zehn-Kilometer-Marke eine unglückliche Wendung. Der Franzose bekam Rückenprobleme und konnte dem hohen Tempo nicht mehr folgen. Zwar kämpfte er sich bis ins Ziel, musste sich letztlich aber mit Rang sieben zufriedengeben.
Merillas hingegen ließ nichts anbrennen. Nach 4:20:33 Stunden erreichte er das Ziel in Eslida und feierte seinen zweiten SkyMasters-Sieg in Folge. Gleichzeitig sicherte er sich damit den Gesamttitel der Skyrunner World Series 2026.
„Ich bin von Anfang an Vollgas gelaufen, weil ich wusste, dass es mir meine Konkurrenten nicht leicht machen würden. Es tut mir ein bisschen leid für Fred. Er ist einer der Stärksten und ich hätte mir ein direktes Duell bis zur Ziellinie gewünscht“, erklärte Merillas nach dem Rennen.
Hinter dem überlegenen Sieger entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Besonders Lucien Mermillon überzeugte mit einer starken Leistung in den technischen Downhills. Bereits nach 25 Kilometern hatte sich der Franzose auf den zweiten Platz vorgeschoben, den er bis ins Ziel verteidigte.
Mit 4:32:41 Stunden belegte Mermillon Rang zwei vor dem jungen Spanier Marcos Villamuera (4:38:26), der seine starke Saison mit einem weiteren Podiumsplatz bestätigte.
Die Top 5 der Männer
| Platz | Athlet | Nation | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Manuel Merillas | ESP | 4:20:33 |
| 2 | Lucien Mermillon | FRA | 4:32:41 |
| 3 | Marcos Villamuera | ESP | 4:38:26 |
| 4 | Loïc Robert | FRA | 4:43:09 |
| 5 | Morgan Elliott | USA | 4:43:30 |
Sara Alonso gewinnt trotz Sturz und Schmerzen
Auch bei den Frauen setzte sich mit Sara Alonso die große Favoritin durch. Die Spanierin benötigte vor dem Finale lediglich einen Platz unter den besten vier, um den Gesamttitel perfekt zu machen. Doch Alonso wollte sich nicht mit einer taktischen Platzierung zufriedengeben.
Von Beginn an übernahm sie die Führung und bestimmte das Renngeschehen. Bereits im ersten Downhill musste sie allerdings einen Rückschlag hinnehmen: Bei einem Sturz verletzte sie sich im Rippenbereich und hatte anschließend mit erheblichen Schmerzen zu kämpfen.
Trotzdem verteidigte Alonso ihre Führung und erreichte nach 5:30:38 Stunden als Siegerin das Ziel.
„Es war heute wirklich hart. Ich bin im ersten Downhill gestürzt und habe mir die Rippen angeschlagen. Ich weiß nicht, ob eine gebrochen ist. Die letzten beiden Stunden waren schrecklich“, berichtete Alonso im Ziel.
Besonders emotional wurde die Spanierin, als sie über ihre Motivation während der schwierigen Rennphase sprach. Sie habe an Menschen und Ereignisse gedacht, die sie in diesem Jahr bewegt hätten, darunter die verheerenden Waldbrände des Sommers.
Mit ihrem fünften Saisonsieg krönte Alonso eine außergewöhnliche Premierensaison in der Skyrunner World Series. Zuvor hatte sie bereits die Rennen Acantilados del Norte, Calamorro, Gorbeia Suzien und Sobrescobio gewonnen.
Hinter Alonso überzeugte Elena Karanfiloska aus Nordmazedonien. Mit einer Zeit von 5:40:17 Stunden sicherte sie sich Rang zwei. Greta García komplettierte in 5:45:35 Stunden das Podium.
Die Top 5 der Frauen
| Platz | Athletin | Nation | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Sara Alonso | ESP | 5:30:38 |
| 2 | Elena Karanfiloska | MKD | 5:40:17 |
| 3 | Greta García | ESP | 5:45:35 |
| 4 | Alice Bausseron | FRA | 5:46:59 |
| 5 | Eva Delafosse | FRA | 5:49:56 |
Gesamtwertung 2026: Merillas und Alonso an der Spitze
Mit den 200 Punkten für seinen Finalsieg machte Manuel Merillas einen entscheidenden Sprung in der Gesamtwertung. Der Spanier verbesserte sich vom dritten auf den ersten Platz und sicherte sich mit 647 Punkten den Titel.
José Manuel Quispe, der als Gesamtführender nach Eslida gereist war, belegte beim Finale Rang acht und verteidigte damit knapp den zweiten Platz in der Jahreswertung. Gerade einmal fünf Punkte trennten ihn am Ende von Frédéric Tranchand.
Bei den Frauen fiel die Entscheidung wesentlich deutlicher aus. Sara Alonso beendete die Saison mit der Maximalpunktzahl von 700 Zählern und einem komfortablen Vorsprung auf Eva Delafosse und Patricia Pineda.
Gesamtwertung Männer – Top 10
| Platz | Athlet | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Manuel Merillas (ESP) | 647 |
| 2 | José Manuel Quispe (PER) | 568 |
| 3 | Frédéric Tranchand (FRA) | 563 |
| 4 | Marcos Villamuera (ESP) | 530 |
| 5 | Morgan Elliott (USA) | 484 |
| 6 | Lucien Mermillon (FRA) | 476 |
| 7 | Nicolas Molina (ESP) | 441 |
| 8 | Alex Oberbacher (ITA) | 431 |
| 9 | Loïc Robert (FRA) | 410 |
| 10 | Daniel Izquierdo (ESP) | 409 |
Gesamtwertung Frauen – Top 10
| Platz | Athletin | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Sara Alonso (ESP) | 700 |
| 2 | Eva Delafosse (FRA) | 506 |
| 3 | Patricia Pineda (ESP) | 492 |
| 4 | Amanda Nilsson (SWE) | 479 |
| 5 | Alice Bausseron (FRA) | 461 |
| 6 | Elena Karanfiloska (MKD) | 454 |
| 7 | Natalie Beadle (GBR) | 439 |
| 8 | Oihana Zubillaga (ESP) | 417 |
| 9 | Greta García (ESP) | 414 |
| 10 | Rosalía Zegarra (PER) | 409 |
70.000 Euro Preisgeld und Ausblick auf 2027
Die Merrell Skyrunner World Series schüttete in der Saison 2026 insgesamt 70.000 Euro an Preisgeldern für die Gesamtwertung aus. Die beiden Champions Manuel Merillas und Sara Alonso dürfen sich jeweils über 12.000 Euro freuen.
Während Merillas in einer hart umkämpften Saison vor allem durch seine Konstanz und seine Stärke bei den entscheidenden Rennen überzeugte, dominierte Alonso die Frauenkonkurrenz beinahe nach Belieben.
Mit Marcos Villamuera, Lucien Mermillon und Elena Karanfiloska haben sich zudem weitere Athleten in den Vordergrund gelaufen, die in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen dürften.
Der Rennkalender für die Merrell Skyrunner World Series 2027 soll in Kürze veröffentlicht werden.
