Hochklassiger Trailrunning-Sport zum Saisonabschluss auf Mallorca: Lambert Santelli und Maite Maiora triumphieren auf der 138 Kilometer langen Königsdistanz durch die Serra de Tramuntana. Über 104 Kilometer feiern Marcel Fabian und Henriette Albon die Siege, während Samuel Ponce und Shangave Balendran über 56 Kilometer ganz oben auf dem Podium stehen. Aus deutschsprachiger Sicht überzeugen vor allem Daniel Jung und Daniela Bleymehl mit starken Ergebnissen. Der favorisierte Tobias Geiser kam nicht ins Ziel. Ein Blick auf die Siegerzeit des Vorjahres zeigt zudem, wie außergewöhnlich schnell Hannes Namberger 2025 unterwegs war.
Mallorca by UTMB: Hochklassiger Saisonabschluss in der Serra de Tramuntana
Vom 30. Oktober bis 1. November 2026 verwandelte sich die spanische Mittelmeerinsel Mallorca erneut in einen internationalen Treffpunkt der Trailrunning-Szene. Bei der dritten Ausgabe des Mallorca by UTMB kämpften rund 2.400 Teilnehmer aus 64 Nationen auf vier unterschiedlichen Distanzen um Siege, Podiumsplätze und wertvolle Running Stones für die UTMB World Series.
Die Strecken führten durch die Serra de Tramuntana, vorbei an historischen Trockensteinmauern, über felsige Bergpfade und durch technisch anspruchsvolle Downhills. Gerade die langen Distanzen verlangten den Athleten mit zahlreichen steilen Anstiegen, schwierigem Untergrund und wechselnden Bedingungen einiges ab. Im Mittelpunkt standen die Rennen über 138, 104 und 56 Kilometer, bei denen sich einige der international stärksten Trailrunner durchsetzen konnten.
138 Kilometer: Lambert Santelli triumphiert – französischer Dreifacherfolg
Auf der Königsdistanz über 138 Kilometer und 5.350 Höhenmeter setzte sich der Franzose Lambert Santelli in 14:38:02 Stunden durch. Nach einem zunächst umkämpften Rennbeginn übernahm Santelli zunehmend die Kontrolle und konnte sich im weiteren Verlauf entscheidend von seinen Verfolgern lösen. Bereits nach 87 Kilometern hatte der Franzose einen komfortablen Vorsprung herausgelaufen. Diesen verteidigte er auf den anspruchsvollen Schlusskilometern und erreichte Port de Sóller schließlich mit mehr als 42 Minuten Vorsprung. Auf Rang zwei folgte sein Landsmann Jérémy Lenormand in 15:20:41 Stunden. Gabriel Airiau komplettierte in 15:32:12 Stunden den französischen Dreifacherfolg. Zu den großen Favoriten auf der Königsdistanz gehörte auch der Südtiroler Tobias Geiser. Der Italiener hatte im vergangenen Jahr die 104-Kilometer-Distanz in 9:37:31 Stunden gewonnen und wollte nun auch auf der längsten Strecke um den Sieg mitkämpfen. Geiser musste allerdings bei Kilometer 60 aussteigen.
Hannes Namberger war 2025 über eine Stunde schneller
Ein Blick auf das Vorjahr unterstreicht die außergewöhnliche Leistung von Hannes Namberger. Der Deutsche hatte die Königsdistanz 2025 in 13:37:31 Stunden gewonnen und dabei den Franzosen Théo Detienne um knapp 20 Minuten distanziert. Damit war Namberger exakt 1:00:31 Stunden schneller als der diesjährige Sieger Lambert Santelli. Natürlich lassen sich die Zeiten aufgrund möglicher Unterschiede bei Strecken- und Wetterbedingungen nicht uneingeschränkt vergleichen. Dennoch zeigt die Zeitdifferenz, auf welch hohem Niveau Namberger im vergangenen Jahr unterwegs war. Namberger war 2026 nicht am Start. Auch Patrick Ehrenthaler fehlte auf der Königsdistanz. Der Deutsche hatte seine geplante Teilnahme bereits im Vorfeld verletzungsbedingt abgesagt.
Maite Maiora gewinnt bei den Frauen souverän
Bei den Frauen setzte sich die Spanierin Maite Maiora Elizondo in starken 18:01:27 Stunden durch. Mit dieser Leistung belegte sie gleichzeitig den hervorragenden 17. Gesamtrang. Auf Platz zwei folgte die Französin Céline Finas in 19:28:31 Stunden. Bemerkenswert: Finas musste aufgrund einer Streckenabweichung zwischen Son Amer und Lluc eine Zeitstrafe von 2:45 Stunden verbüßen, konnte ihren zweiten Rang aber dennoch verteidigen. Die Tschechin Andrea Vlasáková komplettierte in 20:20:19 Stunden das Podium.
104 Kilometer: Marcel Fabian und Henriette Albon setzen sich durch
Deutlich enger ging es beim Camins de Pedra en Sec über 104 Kilometer und 3.740 Höhenmeter zu. Der Pole Marcel Fabian setzte sich nach einem spannenden Rennen in 9:33:46 Stunden durch. Auf Rang zwei folgte der Norweger Morten Antonsen, der nach 9:39:37 Stunden das Ziel erreichte. Damit trennten die beiden lediglich 5:51 Minuten. Den dritten Platz sicherte sich der Spanier Urko Arizeta in 10:06:17 Stunden. Bei den Frauen bestätigte die Norwegerin Henriette Albon ihre Favoritenrolle. Sie gewann in 11:23:06 Stunden vor Denise Zacco (11:39:48 Stunden) und Karol-Ann Roy (12:07:04 Stunden).
Daniel Jung und Daniela Bleymehl überzeugen
Aus deutschsprachiger Sicht gab es auf der 104-Kilometer-Distanz gleich mehrere starke Ergebnisse. Besonders überzeugend präsentierte sich der Südtiroler Daniel Jung. Der erfahrene Ultraläufer erreichte nach 10:53:44 Stunden das Ziel und belegte damit den hervorragenden sechsten Gesamtrang. Auf Sieger Marcel Fabian fehlten ihm rund 80 Minuten. Ebenfalls stark unterwegs war die Deutsche Daniela Bleymehl. Sie erreichte nach 12:28:10 Stunden das Ziel und belegte damit den sechsten Platz bei den Frauen sowie Rang 20 im Gesamtklassement. Weitere gute Ergebnisse aus dem deutschsprachigen Raum lieferten der Österreicher Dietmar Fiedler, der in 12:55:20 Stunden auf Gesamtrang 31 landete, und der Deutsche Matthias Roith auf Rang 41 in 13:29:45 Stunden.
56 Kilometer: Samuel Ponce gewinnt spannendes Duell
Auf der 56-Kilometer-Distanz mit 2.450 Höhenmetern entwickelte sich eines der spannendsten Rennen des Wochenendes. Der Andorraner Samuel Ponce setzte sich in 4:53:19 Stunden durch und verwies den Norweger Jonas Hesthaug nach einem packenden Duell um lediglich 2:20 Minuten auf Rang zwei. Hesthaug erreichte das Ziel in 4:55:39 Stunden. Dritter wurde der Franzose Théo Bourgeois in 5:00:46 Stunden.
Bei den Frauen sorgte Shangave Balendran für eine Überraschung. Sie gewann in 5:50:14 Stunden und ließ damit die favorisierte Französin Candice Fertin-Baccon hinter sich, die nach 6:06:11 Stunden den zweiten Platz belegte. Das Podium komplettierte die Spanierin Gemma Arenas in 6:08:00 Stunden.
DACH-Favoriten über 56 Kilometer ohne Finish
Aus deutschsprachiger Sicht verlief das Rennen über 56 Kilometer enttäuschend. Mit dem Schweizer Martin Anthamatten und dem Österreicher Johannes Nussbaumer mussten gleich zwei der im Vorfeld hoch gehandelten Athleten das Rennen vorzeitig beenden (DNF). Der Deutsche Johannes Wingenfeld trat gar nicht erst an (DNS).
Damit erreichte keiner der drei aussichtsreichsten DACH-Starter das Ziel. Gerade Anthamatten, der mit einem UTMB Index von 901 zu den stärksten gemeldeten Athleten gehörte, hätte durchaus im Kampf um die Podiumsplätze mitmischen können. Auch Nussbaumer (876) und Wingenfeld (882) waren im Vorfeld starke Ergebnisse zuzutrauen gewesen.
Die Sieger und Siegerinnen im Überblick
| Distanz | Männer | Frauen |
|---|---|---|
| 138 km | Lambert Santelli – 14:38:02 | Maite Maiora – 18:01:27 |
| 104 km | Marcel Fabian – 9:33:46 | Henriette Albon – 11:23:06 |
| 56 km | Samuel Ponce – 4:53:19 | Shangave Balendran – 5:50:14 |
Alle Ergebnisse: Offizielles Live-Tracking und Ergebnislisten