Tarawera Ultramarathon 2026: Janosch Kowalczyk nur knapp am Podium vorbei - xc-run.de Trailrunning

Tarawera Ultramarathon 2026: Janosch Kowalczyk nur knapp am Podium vorbei

Dauerregen, tiefer Matsch und dennoch Weltklassezeiten: Bei der 17. Ausgabe des traditionsreichen Ultramarathons in Neuseeland sicherten sich die Lokalmatadoren Ruth Croft und Daniel Jones jeweils ihren vierten Sieg über die 102-Kilometer-Distanz.

Über 5.500 Läuferinnen und Läufer gingen bei sommerlichen Temperaturen, aber nassen Bedingungen an den Start. Nach einer traditionellen Māori-Zeremonie in Kawerau führte die Strecke vorbei an fünf Seen – darunter der Lake Tarawera – bis ins Ziel nach Rotorua. Insgesamt warteten rund 2.300 Höhenmeter, verteilt vor allem auf zwei lange Anstiege im Mittelteil. Das Rennen war erneut ein Golden-Ticket-Event für den Western States 100 – die jeweils zwei besten Frauen und Männer qualifizierten sich automatisch für den legendären US-Ultramarathon im Juni.

Crofts entscheidender Antritt am Berg

Das Rennen der Frauen begann schnell. Früh setzte sich die US-Amerikanerin Beth McKenzie gemeinsam mit Honoka Akiyama (Japan) und Juliette Soule (Neuseeland) an die Spitze. Am Lake Tarawera (Kilometer 28) führte Akiyama in starkem Tempo. Doch die Favoritinnen Ruth Croft und Caitlin Fielder liefen kontrolliert dahinter – und warteten auf das hügelige Terrain.

Am ersten großen Anstieg spielte Croft ihre Stärke aus: Bei Kilometer 58 (Okataina) übernahm sie klar die Führung. Fielder schob sich auf Rang zwei, Akiyama fiel auf Platz drei zurück. Von da an kontrollierte Croft das Rennen souverän.

Im Ziel bestätigte sich das Bild:

  1. Ruth Croft (NZL) – 8:41:11

  2. Caitlin Fielder (NZL) – 8:45:35

  3. Honoka Akiyama (JPN) – 9:00:24

Croft verpasste zwar ihren eigenen Streckenrekord aus 2025 (8:24:31), sicherte sich aber ihren dritten Sieg in Folge. Da sie als Siegerin des Western States 2022 bereits gesetzt ist, gab sie ihr Golden Ticket weiter. Dieses ging an Akiyama (3.) und Holly Ranson (4.).

Janosch Kowalczyk nur knapp am Podium vorbei

Bei den Männern war Titelverteidiger Daniel Jones der Gejagte. Früh formierte sich eine große Spitzengruppe, unter anderem mit Petter Engdahl, Jia-Sheng Shen und Jacob Banta. Nach rund 42 Kilometern lag Jones zwischenzeitlich nur auf Rang sechs – Jacob Banta führte mit über drei Minuten Vorsprung. Doch am ersten großen Anstieg drehte sich das Rennen komplett. Jones übernahm die Spitze – und lief fortan allein.

Im Kampf um die Podestplätze entwickelte sich ein spannendes US-Duell zwischen Jacob Banta und Nicholas Handel. Doch im letzten Renndrittel stürmte der Neuseeländer Max Yanzick noch auf Rang drei nach vorn.

Das Endergebnis:

  1. Daniel Jones (NZL) – 7:31:27

  2. Jacob Banta (USA) – 7:57:39

  3. Max Yanzick (NZL) – 8:01:56

  4. Nick Handel (USA) – 8:07:43

  5. Janosch Kowalczyk (GER) – 8:08:02

Jones blieb über seinem Streckenrekord von 2025 (7:17:42), was die schwierigen Bedingungen unterstreicht. Da Jones durch Platz fünf beim Western States 2025 bereits qualifiziert war, gingen die Golden Tickets an Banta und Yanzick.

Aus deutscher Sicht überzeugte besonders Janosch Kowalczyk. Der erfahrene Ultraläufer kämpfte sich im stark besetzten Feld lange in Schlagdistanz zum Podium und verpasste Rang vier um lediglich 19 Sekunden. Mit Platz fünf in 8:08:02 Stunden zeigte Kowalczyk ein international konkurrenzfähiges Rennen auf technisch anspruchsvoller Strecke. Angesichts der rutschigen Trails und des hohen Tempos an der Spitze unterstreicht das Ergebnis seine Klasse im Golden-Ticket-Feld.

Ergebnisse

 

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