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2025 Trail World Championships – Short Trail Preview

Die Strecke in Canfranc

Das Short-Trail-Rennen der WM 2025 führt über rund 44 Kilometer und 3.600 Höhenmeter durch die Pyrenäen. Canfranc ist bekannt für seine extrem steilen Anstiege, ausgesetzten Grate und technische Downhills – ein Kurs, der mehr nach Skyrunning als nach klassischem Trailrunning aussieht. Hier entscheidet nicht nur reine Laufkraft, sondern auch alpine Erfahrung und taktische Cleverness. Wer zu hart bergauf geht, riskiert auf den langen Abstiegen wertvolle Minuten zu verlieren.


Frauen – Die Favoritinnen

Clémentine Geoffray (Frankreich) – Titelverteidigerin von 2023, technisch versiert und zuletzt Sechste beim Mont-Blanc-Marathon. Nicht die konstanteste Siegkandidatin, aber immer für Großes gut.

Denisa Dragomir (Rumänien) – Aktuell Führende der Skyrunner World Series. Ihre Stärke: steile, kurze Anstiege – exakt das Profil von Canfranc.

Judith Wyder & Maude Mathys (Schweiz) – Wyder ist in blendender Form mit Podien bei Zegama, Mont-Blanc und dem OCC, Mathys bringt enorme Routine und auch eine Topplatzierung beim OCC mit. Beide können um den Titel laufen.

Sara Alonso (Spanien) – Zegama-Siegerin 2025, in Topform und mit Heimvorteil. Gemeinsam mit Teamkolleginnen wie Malen Osa oder Ikram Rharsalla hat Spanien auch im Teamrennen Chancen auf Edelmetall.

Grayson Murphy (USA) – Mehrfache Berglauf-Weltmeisterin, nun auf längerer Distanz unterwegs. Ihr Speed am Berg macht sie gefährlich, wenn sie die technischen Downhills übersteht.

Tove Alexandersson (Schweden) – Spektakulär am Berg, furchtlos bergab. Ihr Sieg im Canfranc-Marathon trotz Sturz und 18 Minuten Pause (!) macht sie zu einer der größten Sieganwärterinnen.

Caroline Kimutai (Kenia) – Überraschungssiegerin von Sierre-Zinal (nach Dopingsperre von Joyline Chepngeno). Die Distanz in Canfranc ist Neuland für sie – reicht ihr Speed auch über 45 km mit 3.600 hm im technischen Gelände?

Theres Leboeuf (Schweiz) – WM-Dritte 2023, konstante Top-5-Läuferin bei den Klassikern. Immer für eine Überraschung gut.

Deutsche Starterinnen

  • Daniela Oemus: Sechste bei der WM 2023, Zegama-Siegerin 2023 – internationale Erfahrung und taktische Stärke. Eine Top-10-Platzierung ist realistisch.

  • Sarah Kistner: National in Bestform, international noch ein eher unbeschriebenes Blatt. Eine Top-15-Platzierung wäre ein Erfolg, Top 10 eine kleine Sensation.


Männer – Die Favoriten

Stian Angermund (Norwegen) – Titelverteidiger von 2022 und 2023. Nach einer Dopingsperre ist er noch nicht zurück in alter Form, doch seine Erfahrung macht ihn trotzdem gefährlich.

Spanien mit Blanes, Martínez, Merillas – Das Heimteam ist breit aufgestellt:

  • Andreu Blanes: Zweiter bei Zegama, exzellenter Allrounder.

  • Antonio MartĂ­nez: Konstanter Läufer fĂĽr Top 10 Platzierung gut.

  • Manuel Merillas: Ehemaliger OCC-Sieger, aber 2025 bislang nicht in Topform.

Italien – Gleich drei Podiumskandidaten:

  • Davide Magnini: Comeback nach Verletzung, gerade Sieger des Mont-Blanc-Marathons.

  • Daniel Pattis: Italienischer Meister, sehr stark im GTWS.

  • Luca Del Pero: WM-Dritter 2023, top Platzierungen bei Zegama und OCC.

Kristian Jones (GBR) – Fünfter bei OCC, bereits zweimal in den WM-Top-10. Ein Mann für die Überraschung.
Thomas Roach (GBR) – Vizeweltmeister 2023 und zuletzt mit Streckenrekord beim Karwendelmarsch, wenn alles passt, wieder podiumsreif.

USA – Starke, breite Mannschaft mit Eli Hemming, Seth Ruhling und David Sinclair. Vor allem Hemming (frischer 5. beim Broken Arrow 23k) gilt als Mann für den schnellen Kurs.

Außenseiter mit Podiumspotenzial – Martin Nilsson (Schweden, Sierre-Zinal Top 6), Sylvain Cachard (Frankreich), Raúl Criado (Spanien, Sieger Canfranc Marathon) oder Ruy Ueda (Japan).

Deutsche Starter

  • Marc DĂĽrr: Der nominell stärkste Läufer im Team. Sein 19. Platz beim GTWS-Rennen im Pitztal war solide, doch die Form fĂĽr Canfranc bleibt unklar.

  • Moritz auf der Heide: Seine vierte WM-Teilnahme, top vorbereitet, erfahren und mental stark. Ein Platz unter den besten 30 scheint realistisch, vielleicht sogar mehr.

  • Johannes Ostfalk: Ăśberraschungsstarter nach starkem Rennen in Naturns und herausragender Saison.


Fazit

Der Short Trail in Canfranc verspricht eines der härtesten und best besetztesten WM-Rennen der letzten Jahre. Die Frauen liefern ein hochklassiges Duell zwischen Geoffray, Wyder, Alonso, Alexandersson und Dragomir. Bei den Männern trifft die Erfahrung von Angermund und Merillas auf die junge Power von Magnini, Blanes und Hemming. Für das deutsche Team wird es schwer, in die absoluten Spitzenränge vorzustoßen – die größten Chancen hat dabei vermutlich Daniela Oemus die an einem starken Tage durchaus vorne mitmischen könnte. Schade, dass Laura Hottenrott nicht für den Short Trail nominiert wurde. Mit ihrem Sieg und Streckenrekord beim Jungfrau Marathon und dem starken Auftritt beim Sierre Zinal hätte sie es nicht nur mehr als verdient, als dritte Frau hätte sie auch zu einer starken Mannschaftsplatzierung der Damen beitragen können. 

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