Test: Suunto Spartan Sport Wrist HR - xc-run.de Trailrunning

Test: Suunto Spartan Sport Wrist HR

Suunto Spartan Sport Wrist HR © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Die SUUNTO Fangemeinde hatte sich lange danach gesehnt und seit April 2017 ist sie nun endlich am Markt: Die Spartan Sport Wrist HR. Damit hat der finnische Hersteller Suunto ein weiteres Kapitel in der Entwicklung von Multifunktionsuhren aufgeschlagen. Neben den für Sportuhren üblichen Standardfunktionen besitzt die Uhr eine optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk. Entstanden ist das Ganze unter Einbeziehung des amerikanischen Partners Valencell, des führenden Innovators tragbarer biometrischer Datensensorik. Bei dieser Technologie wird über LED-Sensoren der Blutfluss gemessen und daraus die Frequenz des Herzschlages erfasst.

Erster Eindruck

Bei der Spartan Sport HR Wrist kann man wohl von Liebe auf den ersten Blick sprechen: Tolle Farbe (blue), niedriges Gewicht (74g) und durch das Silikon-Armband ist die Uhr sehr soft und angenehm zu tragen. Der farbige Touchscreen bietet eine brillante Auflösung und in Verbindung mit den drei Aktionsknöpfen ist die Bedienung sehr einfach und intuitiv. 

Display

Das Display der Spartan Sport HR Wrist mit einer Auflösung von 320 x 300 Pixeln bietet eine brillante, sehr stylische Anzeige und ist einfach nur genial. Besonders gefällt uns auch die grafische Darstellung der Herzfrequenz oder der Leistung als farbiges Liniendiagramm. Der Touchscreen funktioniert dabei einwandfrei. Im Notfall (starker Regen) lassen sich sämtliche Funktionen über drei Aktionsknöpfe bedienen.

Akku

Der Akku hält bei bester GPS-Genauigkeit (GPS-Ortungsfrequenz: 1 Sek. bei Vollleistung) bis zu acht Stunden. Unter Verwendung des optischen Herzfrequenzmessers und eines Footpods zur Wattmessung war teilweise bereits nach sechs Stunden Schluss, was die Uhr für Ultratrails disqualifiziert. Behelfen kann man sich noch mit etwas geringerer GPS-Genauigkeit im Energiesparmodus, was die Akkulaufzeit um etwa drei Stunden verlängert.

SUUNTO Movescount

Als SUUNTO Neuling war ich von der Bedienung und Funktionalität von Movescount von Beginn an begeistert. Ich habe mittlerweile viele GPS-Uhren, vieler verschiedener Hersteller getragen und getestet und natürlich auch die herstellerspezifische Software verwendet. Nichts war so durchdacht, einfach, intuitiv und praktikabel wie SUUNTO Movescount. Auch die Kompatibilität und automatische Synchronisation mit der von mir bevorzugten zusätzlichen Trainingssoftware (TrainingsPeak) klappt tadellos.

Einsatzbereich

Die SUUNTO Sport HR ist eine klassische Trainingsuhr für Straßenläufe, Triathlon und Rennradfahrer. Aufgrund der etwas kurzen Akkulaufzeit und des fehlenden barometrischen Höhenmessers eignet sie sich für den Einsatz im Bergsportbereich nur bedingt. Hier wäre die Ambit3 Peak die bessere Wahl. Als Trailrunner streift man auch mal einen Baum oder Felsen, oder stürzt beim Laufen, was doch recht schnell zu Kratzern am Gehäuse führt.

Zuverlässigkeit:

Die Uhr verbindet sich blitzschnell mit dem Herzfrequenzsensor und baut innerhalb kürzester Zeit eine GPS-Verbindung auf. Im dreimonatigen Testzeitraum traten keinerlei Empfangsprobleme auf und die Spartan HR Wrist lieferte äußerst zuverlässig die GPS-Daten sowie die genauen Kilometer- und Höhenmeterangaben. Bei der Messung der Herzfrequenz kam es bei der optischen Messung während des Laufens zu größeren Ungenauigkeiten (siehe unten). Manchmal klappte die Kopplung des externen Brustgurtes erst beim zweiten Versuch.

 

Besonderheiten:

Die Uhr bietet einige Besonderheiten, die sich im Alltag bewährt haben und die Uhr zu einem tollen Begleiter für Sport und Freizeit machen. Dazu gehören:

  • Personalisierbare Ziffernblätter
  • Aktivitätsüberwachung rund um die Uhr, mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk sowie Schritt- und Kalorienangaben
  • Grafische Sofortanzeige der Herzfrequenz und des Kalorienverbrauchs 
  • Verfolgen der Herzfrequenz im Ruhezustand
  • Trainingszusammenfassung über 30 Tage
  • Unterstützung für mehr als 80 Sportarten, mit Renn- und Intervallmodi
  • Triathlon- und Multisport-Modus
  • Komfortables, auf der Uhr einstellbares Intervalltraining

Herzfrequenzmessung:

Nun zum spannendsten Punkt und dem Grund weshalb ich mir die Spartan Sport Wrist HR eigentlich gekauft hatte: Der komfortablen Messung der Herzfrequenz am Handgelenk. Was hatte ich mich gefreut – und beim ersten Test geärgert. Puls von 220 im Downhill (bei einem Maximalpuls von 179) und deutliche Sprünge, vor allem im technischen Gelände. Ich habe die Uhr so eng geschnallt, dass es mir das Blut abschnürte, den Arm gewechselt, verkehrt herum getragen, kurz: alles versucht. Vor allem auf Trails (Erschütterung) funktioniert die HR Messung am Handgelenk nicht, bzw. sehr unzuverlässig. Mittlerweile habe ich mich damit ab- und eine für mich sehr praktikable Lösung  gefunden. Beim Langlaufen, im Fitnessstudio, beim Radfahren, Straßenläufen oder einfach zur Pulsmessung im Alltag funktioniert die Herzfrequenz am Handgelenk gut und ist eine große Hilfe bei der Aufzeichnung meines Trainings. Bei ambitionierten Trainingseinheiten setze ich einen externen Brustgurt ein, der automatisch von der Uhr gefunden und gekoppelt wird. Das bedeutet: Trage ich den Gurt, nimmt die Uhr automatisch dessen Werte, verzichte ich darauf, dann erfolgt die Messung über das Handgelenk.

Fazit:

Ich kann nicht leugnen, dass ich mich Anfangs über die Spartan Sport Wrist HR und die mangelhafte Herzfrequenzmessung am Handgelenk geärgert habe. Mittlerweile habe ich die Uhr mit dem brillanten Display, der tollen, intuitiven Bedienung und den zahlreichen netten Extras lieb gewonnen und nutze sie fast 24 Stunden am Tag für Training und Alltag. Sie ist einfach hübsch, trägt sich äußerst angenehm und gerade beim Radfahren, Schwimmen oder Wandern reicht die Genauigkeit der optischen Herzfrequenzmessung. Beim Laufen habe ich mir angewöhnt für exakte Pulswerte zusätzlich einen Brustgurt zu tragen. Im Wettkampf führt kein Weg an der zuverlässigen Ambit3 Peak vorbei.

Galerie:

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