Sechs Schuhe, eine komplette Trailsaison: xc-run.de Chefredakteur Markus Mingo präsentiert seine persönlichen Favoriten 2026. Vom komfortablen Trainingsbegleiter bis zum kompromisslosen Wettkampf-Racer – diese Modelle haben sich in der Praxis besonders bewährt.
Von entspannten Trainingsrunden über knackige Bergintervalle bis hin zu anspruchsvollen Ultratrails: Sechs Schuhe haben mich durch die Trailrunning-Saison 2026 begleitet und dabei besonders überzeugt. Warum gerade diese Modelle immer wieder an meinen Füßen landeten und welcher Schuh für welchen Einsatzzweck meine erste Wahl ist, erfahrt ihr in meinem persönlichen Saisonrückblick.
Wer regelmäßig Trailrunning-Schuhe testet, hat ein Luxusproblem: Die Auswahl ist riesig und ständig warten neue Modelle darauf, ausprobiert zu werden. Doch während manche Schuhe nach einigen Testkilometern wieder im Regal verschwinden, entwickeln sich andere zu echten Dauerbrennern. Zu Modellen, zu denen man ganz automatisch greift, wenn die nächste Trainingseinheit oder ein wichtiger Wettkampf ansteht.
Auch 2026 durfte ich für xc-run.de wieder zahlreiche Trailschuhe unterschiedlichster Hersteller testen. Dabei ging es nicht nur um ein paar lockere Kilometer zum Kennenlernen. Die Schuhe mussten sich über die gesamte Saison bewähren: bei gemütlichen Regenerationsläufen, schnellen Einheiten im heimischen Bayerischen Wald, schweißtreibenden Bergintervallen, langen Trainingstagen im alpinen Gelände und natürlich bei Wettkämpfen.
Sechs Modelle haben sich dabei besonders hervorgetan. Nicht unbedingt, weil sie in jeder Disziplin die besten Werte liefern, sondern weil sie ihren jeweiligen Einsatzzweck besonders gut erfüllen und mich über viele Wochen und Monate zuverlässig begleitet haben. Eines vorweg: Das ist keine klassische Bestenliste mit Platzierungen von eins bis sechs. Vielmehr stelle ich euch meine persönlichen Favoriten für unterschiedliche Anforderungen vor.
HOKA Tecton X 4 – Meine erste Wahl, wenn es schnell werden soll
Einsatzbereich: Wettkämpfe, schnelle Trainingsläufe und intensive Bergintervalle.
Mein persönliches Highlight: Die Kombination aus explosivem Vortrieb, reaktiver Dämpfung und erstaunlich viel Komfort. Der Tecton X 4 ist einer dieser Schuhe, bei denen man sofort Lust bekommt, das Tempo zu erhöhen. Besonders im Wettkampf und bei schnellen Trainingseinheiten spielt er seine Stärken aus. Mein Favorit, wenn es um maximale Performance geht.
HOKA Zinal 3 – Der Spaßmacher für Bergintervalle
Einsatzbereich: Bergintervalle, schnelle Einheiten im Gelände und kurze, technische Trails.
Mein persönliches Highlight: Das geringe Gewicht und das herrlich direkte Laufgefühl. Der Zinal 3 ist agil, präzise und macht gerade auf verwinkelten Waldtrails und steilen Anstiegen richtig Spaß. Kein überkonstruierter Hightech-Racer, sondern ein unkomplizierter, schneller Trailschuh, der bei intensiven Einheiten immer wieder meine erste Wahl war.
Salomon S/LAB Genesis 2 – Mein Spezialist für lange Tage im Gebirge
Einsatzbereich: Lange Trainingsläufe im technischen Gelände, alpine Bergtouren und anspruchsvolle Ultratrail-Wettkämpfe.
Mein persönliches Highlight: Die außergewöhnliche Kombination aus präzisem Sitz, Stabilität und Sicherheit im technischen Gelände. Besonders bei langen Downhills, felsigen Passagen und schwierigen Bedingungen vermittelt der Genesis 2 enorm viel Vertrauen. Wenn ein langer Tag in den Bergen ansteht, gehört dieser Schuh zu meinen absoluten Favoriten.
Topo Athletic Vista – Der Wohlfühlschuh für die ruhigen Tage
Einsatzbereich: Lange, lockere Trainingsläufe, Recovery Runs und entspannte Trailrunden.
Mein persönliches Highlight: Der überragende Laufkomfort. Die großzügige Zehenbox, die üppige Dämpfung und das harmonische Abrollverhalten machen den Vista zu meinem bevorzugten Begleiter, wenn die Beine nach harten Trainingstagen oder Wettkämpfen etwas Erholung brauchen. Ein Schuh, bei dem man einfach nur entspannt Kilometer sammeln möchte.
Brooks Cascadia Elite – Der sportliche Herausforderer
Einsatzbereich: Wettkämpfe, ambitionierte Trainingsläufe und schnelle Einheiten in anspruchsvollem Gelände.
Mein persönliches Highlight: Die Verbindung aus dynamischem Vortrieb und hervorragender Traktion. Der Cascadia Elite spielt in einer ähnlichen Liga wie der HOKA Tecton X 4, punktet aber besonders mit seinem sicheren Laufgefühl auf wechselnden Untergründen. Ein reinrassiger Performance-Schuh, der auch dann noch überzeugt, wenn die Trails technisch werden.
SCOTT Kinabalu Trail – Der unkomplizierte Allrounder für jeden Tag
Einsatzbereich: Kurze bis mittellange Trainingsläufe auf abwechslungsreichen Trails, von locker bis flott.
Mein persönliches Highlight: Seine Vielseitigkeit und das unkomplizierte Laufgefühl. Der Kinabalu Trail ist vielleicht nicht der spektakulärste Schuh dieser Auswahl, dafür aber ein richtig guter Trainingspartner. Anziehen, loslaufen, Spaß haben – egal ob auf einfachen Waldwegen oder anspruchsvolleren Trails. Ein Allrounder, der über die Saison viele Trainingskilometer gesammelt hat.
Mein Fazit: Sechs Schuhe für eine komplette Trailsaison
Was nehme ich aus der Trailsaison 2026 mit? Vor allem die Erkenntnis, dass es den einen perfekten Trailschuh für alle Anforderungen weiterhin nicht gibt. Und vielleicht ist das auch gut so.
Während der HOKA Tecton X 4 und der Brooks Cascadia Elite bei schnellen Wettkämpfen glänzen, liefert der Salomon S/LAB Genesis 2 die nötige Sicherheit für anspruchsvolle Ultratrails. Der HOKA Zinal 3 macht Bergintervalle zum Vergnügen, der SCOTT Kinabalu Trail übernimmt einen Großteil des alltäglichen Trainings und der Topo Vista sorgt dafür, dass auch die lockeren Kilometer richtig Spaß machen.
Wie jedes Jahr das persönliche Fazit:
Letztendlich ist der beste Trailschuh nicht unbedingt der teuerste, leichteste oder technisch aufwendigste. Es ist der Schuh, den man immer wieder gerne anzieht und der genau dann funktioniert, wenn man ihn braucht.
