Bisher ist die japanische Traditionsmarke Mizuno im Trailrunning noch keine der ganz großen Adressen. Dass soll der Neo Accera jetzt ändern und nimmt nichts weniger als die UTMB-Rennen ins Visier. Ein ambitioniertes Ziel.
Erster Eindruck
Der Neo Accera soll ihr erster „Super-Trailschuh“ sein, sagen Mizuno. Trail-Running-Performance auf dem nächsten Level wird versprochen. Was allerdings als erstes auffällt, ist der komplett versilberte Karton, in dem die eigenwillig designten Schuhe mit ausgesprochen dicker Dämpfung ausgeliefert werden. Die Aufmerksamkeit ist also sicher. Jetzt muss geliefert werden
Die Enerzy Nxt Dämpfung macht von den ersten Metern an viel Freude. Sie gibt beim gemächlichen Start ein angenehmes Laufgefühl, bei höherem Tempo ordentlichen Rebounce. Der Fuß liegt gut im Schuh, die Dämpfung ist immens, aber nicht zu weich. Damit rollen sich nicht nur die ersten, sondern auch viele weitere Kilometer sehr angenehm weg.
Das Außenmaterial ist minimalistisch und die Schnürung klassisch. Das stellt sich allerdings schon beim ersten Testlauf im Wald als trügerisch heraus, da ohne ungewöhnlich hohen Zug in der Schnürung der Fuß leicht anfängt, im Schuh zu schwimmen.
Laufeigenschaften
Schnell kann er, der Neo Accera. Und lang auch. Die Dämpfung dämpft, die 8,5 mm Sprengung unterstützen den Vorwärtstrieb vor allem bei mittellangen Strecken, der Rebounce bleibt sehr lang sehr schön – und von der Vibram-Sohle erhält man die gewohnte Traktion. Läufer mit breiten Füßen werden vom vorne recht schmalen Schnitt zwar ausgeschlossen, alle anderen finden im Neo Accera aber einen sehr ambitionierten Begleiter, der am liebsten auf schnelle Läufe mitgenommen werden möchte.
Trotzdem hat der Schuh seine Tücken. Der auffällig hohe Stand von 32,5 mm am Fußballen und 41 mm an der Ferse sind für Läufer und Läuferinnen mit schwachen Bändern eine Herausforderung. Selbst bei einfachen Wald- und Wiesenwegen besteht durch die Höhe die Gefahr, seitlich wegzuknicken. Hier bieten Schuhe mit weniger Höhe deutlich mehr Kontrolle. Auch das leichte Mesh fordert Konzentration, da es in sich recht beweglich ist und daher bei technischen Passagen oder unvorhersehbaren Unebenheiten wenig Unterstützung bringt. Auf Restschneefeldern oder starkem Matsch stoßen hingegen die Stollen trotz der Vibram-Sohle schnell an ihre Grip-Grenzen.
Der Mizuno Neo Accera ist trotz dieser Punkte ein starker Schuh, scheitert aber an den eigenen, sehr hoch angesetzten Ambitionen und ruft dafür einen ziemlich stolzen Preis ab.
Für wen
Der Mizuno Neo Accera richtet sich an erfahrene Läuferinnen und Läufer, die lange Laufeinheiten mit sportlichem Tempo anpeilen. Das können sogar Wettkämpfe sein – auch wenn der Schuh dafür mit 343 g bei Größe 46 etwas zu schwer ist. Außerdem ist der Neo Accera kein Techniker, weshalb gerade die langen Strecken vorher genau auf Technikanspruch gecheckt werden sollten.
XC-RUN.de Einschätzung
Für die Entwicklungsabteilung von Mizuno ist der Neo Accera ein großer Schritt nach vorne. Hier liegen viele gute Anlagen, die allerdings noch nicht vollständig ausgereift sind. Dafür ist unseres Erachtens der Preis von 190,00 EUR allerdings zu hoch.
Weitere Informationen
Übersicht der Trailschuhe 2026
Technische Daten
| Hersteller: | Mizuno |
| Einsatzgebiet: | Tempo, Allrounder |
| Preis: | 190 € |
| Sprengung: | 8 mm |
| Gewicht: | 343 g |
| Schnürsystem: | Schuhbänder |
| Fußtyp: | schmal, normal |
| Körpergewicht: | mittel, schwer |
| Dämpfung: | üppig |
| Gelände: | Schotter, Waldboden |
| Modelljahr: | 2026 |
| Protektion: | moderat |
Testergebnis
| Verarbeitung | |
| Schnürung | |
| Protektion | |
| Grip | |
| Lauffreude | |
| Fersenhalt | |
| Gesamtnote | |
| Der Mizuno Neo Accera ist trotz einiger Schwächen ein starker Schuh, scheitert aber an den eigenen, sehr hoch angesetzten Ambitionen und ruft dafür einen ziemlich stolzen Preis ab. | |

