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Trailschuhe im Überblick: Kategorien, Einsatzbereiche und Empfehlungen

„Allrounder“, „Ultra-Schuh“, „Skyrunning-Schuh“, „Temposchuh“, „Door-to-Trail Schuh“, „Barfußschuh“ – die Bezeichnungen für Trailschuhe sind vielfältig und spiegeln die Bandbreite unserer Sportart wider. Manche Kategorien wurden von der Industrie geprägt, andere leiten sich einfach aus dem Einsatzgebiet ab. Auch wir nutzen in unserer Trailschuh-Suche Kategorien wie „guter Allrounder“ oder „optimal für Skyrunning“. Doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich genau?

Allrounder

Der Name sagt es schon: Allrounder können vieles, sind aber auf nichts spezialisiert. Diese Schuhe fühlen sich auf allen Untergründen wohl, meistern auch technische Passagen und bieten ausreichend Komfort und Vortrieb für Asphaltstrecken. Typisches Beispiel: Eine Trainingsrunde mit 3 km Teer, 3 km Schotter, 6 km abwechslungsreichen Trails und 2 km Radweg zurück nach Hause.

Allrounder eignen sich hervorragend fürs tägliche Training, sind aber für Wettkämpfe oft zu unspezifisch.

Beispiele:

Ultra-Schuh

Ultraläufe beginnen dort, wo Marathons enden – laut DUV über 45 km. Ultra-Schuh bedeutet, dass der Schuh für lange Distanzen im Gelände optimiert ist. Typische Merkmale: gute Dämpfung, hohe Protektion, Stützfunktion, breitere Passform, etwas höhere Sprengung, weniger tiefes Profil. Hersteller berücksichtigen, dass bei sehr langen Strecken auch weniger technische Abschnitte vorkommen. Die höhere Stabilität „bezahlt“ man oft durch etwas mehr Gewicht.

Beispiele:

Skyrunning

Skyrunning-Rennen sind geprägt von steilen Anstiegen und Abstiegen im alpinen Gelände. Flache Abschnitte auf Teer oder Schotter spielen kaum eine Rolle. Für solche Strecken braucht man Schuhe mit:

  • optimaler Traktion auf Fels

  • ausreichendem Zehenschutz

  • niedriger Sprengung für sicheres Bergablaufen

  • bombigem Fersenhalt und störungsfreiem Schnürsystem

Dämpfung ist hier weniger wichtig.

Beispiele:

Natural Running / Barfußschuhe

Natural-Running-Schuhe setzen auf die natürliche Fußstellung. Merkmale:

  • breite, nicht einengende Zehenbox

  • keine Stützfunktion

  • geringe bis keine Sprengung

Ziel ist die Stärkung der Fußmuskulatur. Performance kann dabei etwas eingeschränkt sein.

Beispiele:

Wintertrailschuhe

Wintertrails bringen zwei Herausforderungen: nasse, kalte Füße und vereiste Strecken. Wintertrailschuhe verfügen daher über:

  • wasserfeste Membran (meist GTX)

  • optional Spikes

  • hoher Schaft oder Gamasche für Schnee

Beispiele:

Temposchuhe

Nomen est omen: Temposchuhe sind für schnelle Läufe konzipiert. Einsatzbereiche: Bergläufe, 10–20 km Wettkämpfe auf Trails, Intervalltraining. Merkmale:

  • minimalistisch, leicht

  • direkte Laufgefühl

  • eingeschränkte Dämpfung, Protektion und Komfort

Beispiele:

Obstacle-Run / OCR-Schuhe

OCR-Schuhe sind spezialisiert auf Hindernisläufe. Für Trailrunner nur am Rande relevant, trotzdem häufig getestet. Eigenschaften:

  • sehr leicht

  • grobe Stollen für guten Grip

  • minimale Protektion und Stütze

Beispiele:

Fazit

Schuhkategorien sind so individuell wie die Läufer selbst. Ein gut trainierter Athlet läuft mit Temposchuhen auch Marathonstrecken, während ein Ultra-Schuh im Training oft ein hervorragender Allrounder ist. Manche Modelle fallen in zwei oder drei Kategorien. Unsere Kategorisierung dient daher als Entscheidungshilfe auf dem Weg zum perfekten Trailschuh. Genauere Informationen gibt es in den Textpassagen zu den jeweiligen Einsatzgebieten.