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Trailrunning mit Hund: So werdet ihr gemeinsam fit auf den Trails

Laufschuhe an und los. Erst einmal locker einlaufen, ein bisschen Lauf-ABC, damit die Muskulatur schön warm wird. Nach dem Training dehnen wir uns natürlich, und für die Muskeln geht es ins Fitnessstudio, wo wir fleißig Stabi-Übungen machen. Die Blackroll hat einen Ehrenplatz in der Wohnung – nicht zu vergessen die Yoga-Routine, die uns geschmeidig hält. Schließlich wollen wir lange fit bleiben und die Läufe auch richtig genießen können.

Und dann kommt der vierbeinige Laufpartner – Geschirr rauf und los. Heimkommen und hinlegen. Doch auch Hunde profitieren von durchdachtem Training und gezielten Fitnessübungen. Schließlich sollen auch sie uns lange und mit Spaß am Laufen begleiten können.

Ab wann wird der Hund zum Laufpartner?

Trailrunning mit Hund im Winter - ©Woidlife Photography © woidlife photography

Aber fangen wir ganz vorne an – bevor der Hund überhaupt zum Laufpartner wird. Als Welpe unter einem Jahr raten Tierärzte entschieden davon ab, ihn auf längere Laufstrecken mitzunehmen. Bei kleineren Hunden kann man etwas früher anfangen, aber solange der Bewegungsapparat nicht vollständig ausgereift ist, kann zu langes und intensives Lauftraining schädlich sein.

Am besten klärt man im Vorfeld mit dem eigenen Tierarzt ab, ab wann man loslegen kann.

Auch unsere Experten gingen langsam vor, zum Beispiel Johanna und Emma (@mountain_dog_emma):

„Anfangs haben wir sie auf kleine Wanderungen mitgenommen, wo sie teilweise im Rucksack getragen wurde, bis sie alt genug war. Beim Laufen sind wir wie bei Laufanfängern vorgegangen und haben Spazier- und Laufabschnitte abgewechselt.“

Balance- und Fitnessübungen für junge Hunde

Was aber schon jüngere Hunde können, sind Balanceübungen im Haus. Dazu eignen sich ganz normale Balance Pads oder spezielle Pads für Hunde aus rutschfestem Weichschaum.

Ein Tipp: Schaut gerne bei unseren Experten oder bei Magical Moments Aussies auf Instagram vorbei – dort findet ihr viele Inspirationen für richtiges Balance-Training. Dieses trainiert nicht nur den Bänder- und Sehnenapparat der Hunde, sondern fördert auch spielerisch Bindung und Vertrauen.

Wie immer gilt: Nichts erzwingen – einfach mit Spaß austesten.

Der Einstieg ins gemeinsame Laufen

Trailrunning mit Hund im Winter - ©Woidlife Photography © woidlife photography

Wenn es dann mit dem gemeinsamen Laufen losgehen kann, sollte man ebenfalls nichts erzwingen.

Karin und Luke (@fit4dogs) berichten:

„Unser Einstieg war eher fließend – wir sind nie einfach losgerannt, sondern haben das Ganze mit einem soliden Aufbau und einem Trainingsplan (für uns beide) angegangen. Wichtig war mir, dass Luke und auch ich schrittweise an die Belastung herangeführt werden, Freude an der Bewegung haben und verletzungsfrei bleiben.“

Kristina und Lilo (@kristina_runningpaws) starteten lockerer:@@

„Am Anfang sind wir von normalen Waldwegen immer mehr auf Singletrails ausgewichen, haben nach Bauchgefühl trainiert und vor allem Spaß gehabt. Irgendwann sind wir für die ersten ‚richtigen‘ Trails in die Berge gefahren und haben mehr Trittsicherheit im technischen Gelände geübt.“

Egal ob mit Trainingsplan oder nach Gefühl – es sollte beiden Spaß machen. Der Spaß kommt, wenn Mensch und Hund richtig trainiert sind und keiner den anderen überfordert.

Muskulatur, Ausdauer und Technik langsam aufbauen

Dazu gehört auch, dass der Hund nicht durch zu schwieriges Terrain überfordert wird. Die Muskulatur sollte langsam und durchdacht aufgebaut werden – genauso wie die Ausdauer. Wer möchte schon gleich zu Beginn durch zu lange Läufe ermüdet werden?

Auch der Einstieg bei Eileen und Yoko (@theaussieyoko) begann erst nach einem Jahr und sehr behutsam:

„Als Yoko ein Jahr alt war, haben wir mit lockeren, flachen Runden angefangen – einfach, um sie langsam an das gemeinsame Laufen zu gewöhnen. Mit zwei Jahren sind wir dann auf alpinere Wege gewechselt und haben die Distanzen Schritt für Schritt gesteigert.“

Ein allgemeingültiges Rezept gibt es nicht. Der Hundling – unser Laufsportshop für Hunde – fasst es treffend zusammen:

„Denk daran, wie du selbst mit dem Laufen bzw. Trailrunning angefangen hast. Starte mit kürzeren, einfachen Strecken, mache Trinkpausen und steigere Schwierigkeit und Distanz schrittweise.“

Mehr als Laufen: Signale, Zug und Wettkampfatmosphäre

Zum gemeinsamen Laufen gehört noch mehr. Eileen spricht einen wichtigen Punkt an:

„Für Yoko war vieles neu – die Signale, das Ziehen, die Ablenkungen – also habe ich bewusst klein angefangen.“

Für Hunde ist es ungewohnt, in neuem und herausforderndem Terrain zu laufen oder zeitweise im Zug zu laufen. Gerade wenn Wettkämpfe geplant sind, sollte auch die Wettkampfatmosphäre bedacht werden: Menschen, Hunde, Lautstärke, Anfeuerungsrufe, Startschuss, Hektik.

All das kann Stress auslösen und sollte im Vorfeld kleinschrittig geübt werden – entweder mit Hundetrainern oder nach eigenem Gefühl ruhig und langsam.

Die richtige Ausrüstung nicht unterschätzen

Auch die Ausrüstung sollte bewusst ausgewählt werden. Eine durchdachte Beratung, wie sie bei Der Hundling angeboten wird, ist hier besonders wertvoll. Denn nicht nur das richtige Training, sondern auch ein gut sitzendes Geschirr ist entscheidend für gemeinsamen Spaß und Sicherheit.

Regeneration: Ein oft unterschätzter Faktor

Laufen mit Hunde © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Was man als laufender Hundehalter nicht vernachlässigen sollte, ist die Regeneration. Dazu gehören nicht nur hochwertiges Hundefutter, sondern vor allem Ruhe. Hunde schlafen deutlich mehr als Menschen – oft 14 Stunden oder mehr. Sportliche Hunde benötigen häufig sogar noch mehr Ruhe.

Eileen bringt es auf den Punkt:

„Für mich steht immer Yoko im Mittelpunkt. Egal wie ambitioniert mein Trainingsplan ist – wenn sie einen schlechten Tag hat, passe ich an. Regeneration ist genauso wichtig wie die Läufe selbst.“

Warm-up und Cool-down sind auch für Hunde wichtig: lockeres Traben, leichte Dehnübungen und bei Bedarf ein schützender Mantel helfen der Muskulatur, sich zu entspannen oder warm zu bleiben.

Jahreszeit, Temperatur und Tageszeit beachten

Auch Jahres- und Tageszeit spielen eine große Rolle. Gerade im Sommer sind warme Temperaturen eine große Herausforderung für Hunde – oft mehr als für uns Menschen.

Johanna rät:

„Je nach Hund können schon 20 Grad zu viel sein. Wichtig ist, seinen Hund gut zu kennen und auf Anzeichen von Überforderung zu achten.“

Kräftigungs- und Stabilisationsübungen, etwa nach Anleitung einer Hundephysiotherapeutin, sind – genau wie beim Menschen – eine wichtige Ergänzung zum Ausdauertraining.

Fazit: Verantwortung, Aufmerksamkeit und gemeinsame Freude

Hunde benötigen – genau wie wir – eine ganz individuelle Betreuung beim gemeinsamen Laufen. Sie laufen meist sehr gerne, doch wir tragen die Verantwortung, dass es ihnen dabei gut geht.

Auch wenn es beim Training mit Hund viel zu beachten gibt, lohnt es sich umso mehr, auf den vierbeinigen Laufpartner zu achten. Denn was gibt es Schöneres, als gemeinsam die Trails zu genießen?

Unsere Hunde feiern uns – egal welche Zeit, welche Platzierung oder wie stressig der Alltag ist. Sie laufen, weil es ihnen Spaß macht. Weil wir gemeinsam unterwegs sind. Weil wir ein Team sind.