52 Kilometer, über 3.500 Höhenmeter, Temperaturen jenseits der 30 Grad und schmerzende Beine vom ersten Kilometer an: Beim Tschirgant Skyrun in Imst musste sich xc-run.de-Athletin Bine ihren Zieleinlauf hart erkämpfen. Trotz großer Schmerzen und schwieriger Bedingungen erreichte sie einen starken 4. Gesamtrang.
Anspruchsvolle Trails rund um Imst
Vergangenes Wochenende fand die sechste Auflage des Tschirgant Skyrun im wunderschönen Imst in Tirol statt. Auf vier verschiedenen Distanzen (16 km, 26 km, 42 km und 52 km) konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Können unter Beweis stellen. Auf der Ultra-Distanz über 52 Kilometer war auch unsere XC-RUN.DE Athletin Bine am Start – und musste sich den Zieleinlauf an diesem Tag hart erarbeiten.
Schmerzen vom ersten Kilometer an
Nachdem es die gesamte Nacht durchgeregnet hatte, wurde das Wetter pünktlich zum Start um 6:30 Uhr zunehmend freundlicher und wärmer. Mit dem Startschuss merkte ich bereits nach wenigen Schritten, dass meine Oberschenkel extrem schmerzten und sich beinahe so anfühlten, als würden sie „zerreißen“. In der Hoffnung, dass sich das während des Rennens legen würde, blieb ich motiviert und konnte mich gemeinsam mit einer weiteren Läuferin an die Spitze des Feldes setzen.
Die ersten drei Kilometer verliefen noch relativ flach. Danach warteten jedoch zehn Kilometer mit rund 1.600 Höhenmetern hinauf zum Tschirgant (2.372 m). Trotz der Schmerzen konnte ich die Führung bei den Damen zunächst behaupten. Allerdings merkte ich, dass ich zunehmend langsamer wurde. Kurz nach dem Gipfel zogen schließlich die vier Läuferinnen hinter mir vorbei und ich fiel auf Rang fünf zurück.
Ein Rennen voller Rückschläge
Der anschließende Downhill gab meinen Oberschenkeln endgültig den Rest. Nur noch langsam kam ich voran und spielte sogar kurz mit dem Gedanken aufzugeben.
„Reiß dich zusammen. Die Platzierung ist egal – zieh es einfach durch“,
redete ich mir immer wieder zu.
Ich blickte auf die beeindruckende Bergkulisse rund um mich herum und fasste neuen Mut. So kämpfte ich mich auch den nächsten langen Anstieg hinauf zum Simmering (2.096 m).
Es folgte ein gefühlt endloser, extrem technischer Downhill. Der Singletrail war durch den Regen der vergangenen Tage äußerst rutschig und alles andere als angenehm für meine ohnehin angeschlagenen Beine.
Hitze als zusätzlicher Gegner
An der vierten Verpflegungsstation in Nassereith warteten die nächsten knapp 900 Höhenmeter auf uns. Obwohl ich mich weiterhin nicht besonders gut fühlte, konnte ich in diesem Anstieg zur viertplatzierten Läuferin aufschließen und sie schließlich überholen.
Inzwischen machte uns allen die Hitze schwer zu schaffen. Temperaturen von über 30 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit erschwerten das Rennen zusätzlich.
Nach langen elf Kilometern mit ständigem Auf und Ab erreichte ich die letzte Verpflegungsstation bei Kilometer 48. Zwar befand sie sich bereits in Imst, doch das Ziel war noch längst nicht erreicht.
Weitere 300 Höhenmeter durch die Hachleschlucht kosteten mich die letzten Reserven. Anschließend führte die Strecke über nasse und rutschige Steine sowie Holzstege durch die Rosengartenschlucht hinunter nach Imst.
Erleichterung im Ziel
Ein letzter kurzer, aber giftiger Anstieg hinauf zum Sportzentrum – und dann war es geschafft. Mit schmerzenden Oberschenkeln und völlig erschöpft war ich froh, endlich die Ziellinie überquert zu haben. Trotz meiner schwierigen Verfassung reichte es am Ende für einen starken 4. Platz in der Gesamtwertung sowie Rang 2 in meiner Altersklasse. Auch wenn ich mit meiner Leistung nicht vollständig zufrieden war, überwog am Ende der Stolz, dieses Rennen unter diesen Bedingungen durchgezogen zu haben.
Fazit: Ein Skyrun für echte Berglauf-Fans
Zwei Daumen hoch für den Tschirgant Skyrun. Die Veranstaltung ist liebevoll organisiert, die Stimmung großartig und die Strecke spektakulär.
Wer sich einmal so richtig fordern möchte, ist hier genau richtig. Technisch anspruchsvolle Trails, knackige Anstiege, zahlreiche Höhenmeter und eine beeindruckende Bergkulisse machen den Tschirgant Skyrun zu einem echten Highlight im Trailrunning-Kalender.
Text und Bilder: Sabine Wurmsam

