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Sieg außerhalb der Komfortzone: Erfolg beim 3Kings 3Hills in Haidmühle

Raus aus der Komfortzone, hinein ins Ungewisse: Beim 3Kings 3Hills in Haidmühle wartete auf mich ein Terrain, das so gar nicht meinen Stärken entspricht. Umso überraschender war, wie abwechslungsreich und anspruchsvoll sich die Trails des Bayerischen Waldes präsentierten – und wie viel dieser Sieg am Ende bedeutete.

Der Racereport unserer xc-run.de Athletin Claudi Sieder:

Raus aus der Komfortzone

Von den hochalpinen Bergen hinein in das wellige Terrain des Bayerischen Waldes – ein Wechsel, den ich mir wahrscheinlich nie selbst ausgesucht hätte. Wäre da nicht die Einladung zum 3Kings 3Hills in Haidmühle gewesen, hätte ich mich wohl kaum an die Startlinie gestellt.

Der Grund liegt auf der Hand: Das Streckenprofil entsprach so gar nicht meinen Stärken. 26 Kilometer, knapp 900 Höhenmeter und viele schnelle, laufbare Passagen – deutlich weniger Höhenmeter als gewohnt und ein Terrain, das permanentes Tempo fordert.

Genau das machte den Reiz dieses Rennens aus. Mir war von Beginn an klar, dass die Entscheidung früh fallen könnte. Auf den ersten Kilometern galt es, sofort Druck zu machen, um sich vor den Singletrails eine gute Position zu erarbeiten und Staus zu vermeiden. Wer hier den Anschluss verliert, büßt wertvolle Sekunden ein.

Überraschend vielseitige Trails

Der Startschuss fiel in der Mittagshitze – und mit ihm begann ein Rennen ins Ungewisse. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Würden die Anstiege komplett laufbar sein? Wie technisch würden die Downhills ausfallen?

Der Bayerische Wald überraschte mich auf ganzer Linie. Die Strecke bot weit mehr als schnelle Forstwege: technisch anspruchsvolle, teils steile Anstiege wechselten sich mit abwechslungsreichen Downhills ab – mal wurzelig und technisch, mal schnell und flowig. Ein Kurs, der deutlich vielseitiger war, als ich es erwartet hatte.

Ein Sieg mit besonderem Wert

Trotz des Sieges war es für mich persönlich kein perfektes Rennen. Nach 2:25 Stunden überquerte ich beim 3Kings 3Hills als erste Frau die Ziellinie, doch meine Beine fühlten sich von Beginn an schwer an. Meine bislang äußerst erfolgreiche Saison ist mittlerweile lang, und genau das machte sich bemerkbar. Vor allem auf den schnellen, laufbaren Abschnitten fehlte mir die gewohnte Frische. Ich musste deutlich härter arbeiten als bei den vergangenen Rennen.

Umso mehr bedeutet mir dieser Erfolg. Unter diesen Voraussetzungen die Führung bis ins Ziel zu verteidigen, zeigt, dass nicht nur die Tagesform entscheidet. Erfahrung, Rennintelligenz und der Wille, bis zum Schluss alles zu geben, können am Ende den Unterschied ausmachen.

Ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt

Auch abseits des Rennens wird mir Haidmühle in bester Erinnerung bleiben. Die rund sechsstündige Anreise bis an die tschechische Grenze hat sich absolut gelohnt. Das 3Kings 3Hills war hervorragend organisiert, die Helferinnen und Helfer unglaublich engagiert und herzlich, und die Atmosphäre entlang der Strecke machte das Wochenende zu einem rundum gelungenen Erlebnis.

Besonders erfreulich war zudem der starke Auftritt unseres XC-RUN.de Teams. Mit meinem Sieg über die 26 Kilometer konnten wir gleich drei Gesamtsiege feiern: David Reichelt gewann souverän die Männerwertung über 16 Kilometer, während Thomas Wanninger die Konkurrenz über die 26 Kilometer für sich entschied. Ein erfolgreicheres Wochenende hätte man sich als Team kaum wünschen können.

Manchmal sind es gerade die Rennen außerhalb der eigenen Komfortzone, die am längsten in Erinnerung bleiben. Das 3Kings 3Hills in Haidmühle gehört für mich definitiv dazu.

 

Manchmal sind es gerade die Rennen außerhalb der eigenen Komfortzone, die am meisten in Erinnerung bleiben – und genau eines davon war das 3Kings 3Hills in Haidmühle.