Hanna Groeber setzt das nächste internationale Ausrufezeichen: Die amtierende Europameisterin gewinnt den Myoko Trail in Japan und feiert damit ihren ersten Sieg in der Golden Trail World Series. Auf der anspruchsvollen Strecke über 24 Kilometer und knapp 2.000 Höhenmeter bestimmt die Deutsche das Rennen von Beginn an und setzt sich souverän vor Marie Nivet und Barbora Bukovjan durch.
Groeber gelingt der erste Sieg in der Golden Trail World Series
Der Myoko Trail feierte 2026 seine Premiere in der Golden Trail World Series – und wurde zur großen Bühne für Hanna Groeber. Die amtierende Europameisterin im Up & Down unterstrich eindrucksvoll ihre starke Form und sicherte sich ihren ersten GTWS-Sieg. Auf dem anspruchsvollen Kurs über 24 Kilometer und knapp 2.000 Höhenmeter warteten zwei große Anstiege und zwei technisch anspruchsvolle Downhills durch die Myoko-Bergwelt.
Groeber übernahm im Frauenrennen von Beginn an die Initiative. Bereits bei Kilometer drei lag die Deutsche an der Spitze, zunächst noch dicht gefolgt von Ruth Gitonga. Dahinter hielten Barbora Bukovjan, Marie Nivet, Estel Roig und María Fuentes den Abstand zunächst gering.
Doch Groeber machte früh deutlich, dass sie an diesem Tag nur schwer zu schlagen sein würde. Nach dem ersten langen Anstieg ging es in einen schnellen Downhill mit Blick auf den Lake Nojiri. Bei Kilometer acht hatte sie bereits 1:08 Minuten Vorsprung auf Gitonga und 2:50 Minuten auf Bukovjan herausgelaufen. Auch das Downhill-Segment entschied Groeber in 3:27 Minuten für sich. Beim ersten Durchlauf durch den Zielbereich betrug ihr Vorsprung bereits rund zwei Minuten.
Nivet kämpft sich nach vorne
Hinter Groeber entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Vor allem Marie Nivet drehte in der zweiten Rennhälfte auf. Die Französin gewann zunächst das Sprint-Segment und anschließend auch das Uphill-Segment. Damit arbeitete sie sich an Bukovjan und Gitonga vorbei und übernahm Rang zwei.
An Groeber kam jedoch niemand mehr heran. Die Europameisterin kontrollierte das Rennen weiter von der Spitze und erreichte nach 2:30:19 Stunden als Siegerin das Ziel. Nivet folgte mit 2:48 Minuten Rückstand auf Rang zwei, Bukovjan komplettierte mit 3:34 Minuten Rückstand das Podium. Für Groeber war es der erste Sieg ihrer Karriere in der Golden Trail World Series.
Nach dem Rennen erklärte Groeber, dass sie ursprünglich gar nicht geplant hatte, derart früh die Führung zu übernehmen. Ihr Ziel sei gewesen, am ersten Gipfel unter den besten drei bis fünf Läuferinnen zu liegen. Vor allem der jüngste Europameistertitel habe ihr jedoch das nötige Selbstvertrauen gegeben, ihr eigenes Rennen durchzuziehen. Als sie auch den zweiten Gipfel in Führung erreichte, begann sie erstmals ernsthaft an den Sieg zu glauben.
Kipngeno gewinnt – Kiriago übernimmt Gesamtführung
Bei den Männern setzte sich Patrick Kipngeno durch. Der Kenianer teilte sich seine Kräfte auf dem anspruchsvollen Kurs hervorragend ein und profitierte in der zweiten Rennhälfte vom Einbruch des lange führenden Timothy Kibett. Kipngeno erreichte das Ziel nach 2:07:12 Stunden und feierte damit bereits seinen dritten GTWS-Sieg auf japanischem Boden.
Philemon Kiriago kämpfte sich auf Rang zwei zurück, Michael Selelo wurde Dritter. Damit ging das komplette Männerpodium an Run2Gether On Trail. Für Kiriago hatte Rang zwei zusätzliche Bedeutung: Durch das Ergebnis übernahm er mit 860 Punkten die Führung in der Gesamtwertung vor Elhousine Elazzaoui mit 824 Punkten.
Bei den Frauen bleibt Madalina Florea trotz ihrer Abwesenheit in Japan mit 872 Punkten Gesamtführende. Ruth Gitonga liegt mit 698 Punkten auf Rang zwei, Barbora Bukovjan folgt mit 696 Punkten auf Platz drei.
Für Hanna Groeber dürfte der Sieg in Myoko dennoch weit mehr sein als nur ein weiterer Erfolg in der Ergebnisliste: Nach dem Europameistertitel folgt nun der erste Triumph auf der großen Bühne der Golden Trail World Series – und damit das nächste internationale Ausrufezeichen.
