Mit dem Vizeweltmeistertitel zur Challenge Roth: Katharina Hartmuth im Interview

Katharina Hartmuth, Vizeweltmeisterin über den Trail Long beim WMTRC Innsbruck-Stubai © Michael Rackl

Katharina Hartmuth lieferte mit dem zweiten Platz über den Trail Long DIE Sensationsleistung bei der World Mountain and Trail Running Championship in Innsbruck-Stubai (zum Rennbericht). XC-RUN.de Athletin, Basilia Förster, bat die hochsymphatische Vizeweltmeisterin zum Interview:

Katharina Hartmuth: Die Vizeweltmeisterin im Interview

Herzlichen Glückwunsch zum Vize-Weltmeistertitel, Katharina. Konntest du mit nur wenigen Tagen Abstand, diesen Erfolg schon etwas verarbeiten?

Vielen Dank! So ganz angekommen ist es bei mir noch immer nicht, im Kopf stecke ich noch etwas im Rennen fest. Aber langsam legt sich alles etwas und ich begreife, was für tolle Tage das in Innsbruck waren.

Wie hast du das Rennen erlebt? Anstiege, Downhills und zum Schluss die Hitze?

Katharina Hartmuth, Vizeweltmeisterin über den Trail Long beim WMTRC Innsbruck-Stubai © Michael Rackl

Das Rennen war großartig. Eine super schöne Strecke, die für mich zwar etwas länger hätte sein dürfen, mir aber mit den vielen Höhenmetern in technischem Gelände doch sehr entgegenkam. Ich konnte mein Rennen durchziehen, auch wenn das hieß, zwischenzeitlich an der Spitze zu laufen, was mir meist nicht so gut gefällt. Ich halte mich lieber etwas zurück und schaue dann am Schluss, was noch geht. Ich hatte zum Glück nur kleinere Probleme, bis auf den Downhill nach Grinzens. Da bekam ich so starke Seitenstechen, dass ich auf dem Weg bis Kranebitten immer wieder anhalten musste, da ich keine Luft mehr bekam. Die Hitze hat mir zum Glück wenig zu schaffen gemacht, ich wusste von meiner Streckenbesichtigung, dass man mit dem Wasser haushalten musste. Ich hatte mich zudem gut mit Salz versorgt, sodass ich mich auch im Ziel dann sehr schnell gut gefühlt habe. Insgesamt war es wirklich ein tolles und ich denke auch WM-würdiges Rennen auf wunderschönen Trails mit einer grandiosen Stimmung!

Du hast dich die letzten Jahre kontinuierlich gesteigert. Letztes Jahr dann der internationale Durchbruch mit Platz 3 beim TDS. Nun Silber bei der WM. Was ist dein Geheimnis?

Keep smiling! Nein wirklich – für mich ist es in allererster Linie ein großer Spaß, in den Bergen laufen zu dürfen. Ich freue mich an jeder Startlinie auf einen grandiosen Tag auf den Trails. Um Ergebnisse mache ich mir da oft gar nicht so einen Kopf. Ich liebe das lange Traillaufen einfach und auch wenn es zwischendrin mal nicht so läuft, hilft mir das Lächeln auch über diese Momente hinweg. Am Ende bin ich einfach froh, diesen Sport gemeinsam mit anderen tollen Menschen so ausüben zu dürfen!

Du hast nicht nur im Sport anstrengende Monate hinter dir. Parallel Promotion und Leistungssport. Wie gelingt dir dieser Spagat?

Das war in den letzten Wochen tatsächlich eine große Herausforderung. Neben Arbeit und Sport gab es quasi keine Zeit mehr für andere Dinge. Da muss man schon wahnsinnig gut organisiert sein, damit alles aufgeht. Und ein bisschen Disziplin braucht es schon auch. Aber ich mache beides total gern und der Sport ist für mich immer ein Ausgleich, auch wenn man sich nach harten Einheiten dann doch mal etwas Erholungszeit wünscht.

Katharina Hartmuth, Vizeweltmeisterin beim WMTRC Trail Long 2023 in Innsbruck-Stubai © Michael Rackl

Seit letztem Jahr läufst du nun im HOKA-Team. Was hat sich dadurch für dich verändert?

Ich werde nun sowohl materiell als auch finanziell unterstützt, was mir sehr weiterhilft. Während der Promotion verdient man nicht viel, da ist das wirklich sehr wertvoll. Aber auch der Support bei Rennen und Austausch mit den anderen Athleten ist sehr wertvoll und ich werde davon in Zukunft sicherlich noch sehr profitieren!

Last but not  least interessieren uns natürlich deine nächsten Projekte. Hast du schon etwas geplant?

In zwei Wochen gibt es für mich einen Ausflug in die Triathlon-Welt, da bestreite ich meine erste Triathlon-Langdistanz an der Challenge Roth. Danach wahrscheinlich wieder ein Start am Eiger Ultra Trail – eines meiner absoluten Lieblingsrennen und quasi fast vor meiner Haustür. Und dann wird es entweder der UTMB oder nochmals der TDS Ende August.

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