München, 11. Mai 2026 – Er hat es geschafft – und sich dabei selbst an seine absoluten Grenzen gebracht. Red-Bull-Athlet Arda Saatçi ist nach 604,6 Kilometern und 123 Stunden vom Death Valley am Santa Monica Pier in Los Angeles angekommen. Dabei löste er eine Welle der Begeisterung weit über den Sport hinaus aus: Hunderttausende verfolgten seine Challenge rund um die Uhr, Millionen fieberten bei seiner Ankunft in Santa Monica live mit. Das ursprünglich gesetzte Ziel von 96 Stunden rückte dabei in den Hintergrund – im Mittelpunkt stand eine außergewöhnliche Leistung, die bewegte.
„Wir haben es geschafft. So viele Menschen hier, das ist einfach verrückt“, sagte Arda Saatçi, nachdem er seiner Mutter am Santa Monica Pier in die Arme gefallen war. „Danke für die unglaubliche Unterstützung – online und vor Ort. Greift nach den Sternen, auch wenn nicht immer alles perfekt läuft, und vergleicht euch mit niemandem. Am Ende zählt, dass ihr euren eigenen Weg geht. Ich liebe euch. Danke für alles.“
Der 28-jährige Berliner startete am 5. Mai 2026 um 11:00 Uhr (PST) im Badwater Basin im Death Valley – dem tiefsten Punkt der USA auf 85,5 Metern unter dem Meeresspiegel. Am 10. Mai 2026 um 14:29 Uhr (PST) erreichte er den Pazifik. In 123:21 Stunden legte er 604,6 Kilometer zurück – 4,6 Kilometer mehr als ursprünglich geplant, bedingt durch einen notwendigen Umweg infolge eines Erdrutschs. Zudem bewältigte er rund 6.000 Höhenmeter – mehr als 14 Marathons in fünf Tagen. Die Route führte durch endlose Salzflächen, abgelegene Wüstenstraßen, schottrige Backcountry-Trails, entlang der historischen Route 66, vorbei an stark befahrenen Highways und schließlich durch urbane Korridore bis nach Los Angeles.
Millionen verfolgen die Challenge live
Was diesen Lauf besonders machte: Arda lief nicht allein. Millionen Fans begleiteten ihn rund um die Uhr live über Social Media. Die Chats waren durchgehend gefüllt mit Nachrichten, Motivation und Emotionen. Viele schrieben, dass sie selbst die Laufschuhe geschnürt hätten – inspiriert von dem, was sie sahen. Aus einer persönlichen Challenge wurde ein kollektives Erlebnis.
Der deutsche Streamer und Content Creator Elias „Eli“ Nerlich brachte es auf den Punkt:
„Arda hat die Challenge bereits in dem Moment geschafft, als er sie begonnen hat – mit seinem ersten Schritt. Denn damit hat er Hunderttausende Menschen motiviert.“
Extreme Bedingungen und ein Körper am Limit
Der Lauf fand unter Bedingungen statt, die selbst für erfahrene Ultraläufer außergewöhnlich sind: Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius, Asphalt mit bis zu 60 Grad Oberflächentemperatur und eine Luftfeuchtigkeit von meist nur 10 bis 20 Prozent. Saatçi verlor dabei bis zu 1,5 Liter Flüssigkeit pro Stunde. Die trockene Hitze ließ den Schweiß sofort verdampfen – die Gefahr der Dehydrierung war dadurch schwer erkennbar, aber jederzeit präsent.
Über die gesamte Distanz setzte der Ausnahmeathlet rund 75.000 Kalorien um, bei einer täglichen Energieaufnahme von etwa 15.000 Kalorien. Pro Stunde nahm er bis zu 90 Gramm Kohlenhydrate sowie 800 bis 1.000 Milligramm Natrium zu sich. Seine Herzfrequenz lag im Schnitt bei rund 90 bpm, mit Spitzenwerten bis zu 165 bpm.
Schlafentzug, Hitze und Halluzinationen an Tag 3
Zur größten Herausforderung wurde der Schlafentzug. Nach 61 Stunden und rund 320 Kilometern zwangen Halluzinationen Arda Saatçi an Tag 3 zu einer längeren Pause. Nach einem medizinischen Check durch einen Sportmediziner absolvierte er eine 90-minütige Schlafeinheit.
Die 300-Kilometer-Marke stellte die kritischste Phase der Challenge dar und erforderte ständige Anpassungen: Gegenwind ließ Saatçis Pace zwischenzeitlich auf 10:30 min/km fallen, lose Untergründe und extreme Hitze erschwerten jeden Schritt.
„Die 300 Kilometer haben sich angefühlt wie 3.000“, sagte Saatçi zur Halbzeit der Strecke.
In den Morgenstunden fand er nach einigen Kilometern Gehstrecke seinen Rhythmus wieder und steigerte auf den abschüssigen Streckenabschnitten entlang der historischen Route 66 seine Pace kontinuierlich auf unter sechs Minuten pro Kilometer.
„You vs. You“: Ein Lauf gegen sich selbst – und für andere
Auch wenn Arda Saatçi ständig von seinem Team begleitet sowie insbesondere von Physiotherapeut Gzim Ferizi behandelt und unterstützt wurde, musste er die 604,6 Kilometer allein bewältigen – mental wie physisch.
Der Zuspruch seiner stetig wachsenden Community trug ihn durch schwierige Phasen und inspirierte gleichzeitig Fans weltweit. Entlang der Strecke wurde diese Unterstützung greifbar: Der in Los Angeles lebende schwedische Content Creator Marlon Lundgren Garcia lief spontan rund 17 Kilometer mit Saatçi, ein Fan reiste mehrere Stunden aus San Diego an, um ihn kurzzeitig zu begleiten.
„Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich Menschen mit meiner Challenge etwas mitgeben kann“, sagte Saatçi. „Am Ende geht es nicht nur um mich.“
Auch prominente Persönlichkeiten aus Sport und Entertainment verfolgten den Lauf und fieberten mit: Streamer Knossi, Rapper Luciano, Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger, Leichtathletin Alica Schmidt, Fitness-Influencerin Pamela Reif sowie Fußballprofis wie David Alaba, Antonio Rüdiger und David Raum begleiteten das Projekt im Livestream und würdigten Saatçis Leistung.
Fitness-Content-Creatorin Imke Salander zeigte sich beeindruckt von seinem Durchhaltevermögen:
„Ich kenne viele Ultramarathonläufer, aber diese Art, sich immer wieder zu pushen, ist außergewöhnlich – das ist Next Level.“
Gezielte Vorbereitung auf extreme Bedingungen
Die Vorbereitung auf diese Belastung erfolgte über Monate hinweg: mit mehreren Trainingsläufen über 80 bis 100 Kilometer, einem siebentägigen Trainingsblock mit insgesamt 242 Kilometern sowie einer 32-stündigen Phase ohne Schlaf.
Zusätzlich simulierte Saatçi die Hitze gezielt auf dem Laufband mit spezieller Wärmekleidung. Die finale Vorbereitung erfolgte durch die Akklimatisierung an Klima und Zeitzone in Kalifornien, unterstützt durch das Red Bull Athlete Performance Center in Santa Monica (USA). Schlaf-, Ernährungs- und Hydrationsstrategien wurden im Vorfeld detailliert geplant.
Der 600-Kilometer-Lauf ist Teil von Saatçis „Cyborg Season“ – einer Serie extremer Ultraprojekte. Nach einem 3.000-Kilometer-Lauf von Berlin nach New York (2024) und der Durchquerung Japans mit 72 Marathons in 43 Tagen (2025) markiert dieser Lauf einen weiteren Höhepunkt der Serie.
Das Re-Live sowie weitere Informationen zum Lauf sind unter www.redbull.com/cyborg-season verfügbar.
Key Facts
- Projekt: 600-km-Ultramarathon im Rahmen der Red Bull Cyborg Season 2026
- Athlet: Arda Saatçi (Deutschland, 28 Jahre)
- Start: 05.05.2026, 11:00 Uhr PST (20:00 Uhr MESZ)
- Ziel: 10.05.2026, 14:29 Uhr PST (23:29 Uhr MESZ)
- Startort: Badwater Basin, Death Valley, Kalifornien
- Zielort: Santa Monica Pier, Los Angeles, Kalifornien
- Distanz: 604,6 Kilometer
- Höhenmeter: 5.967 Meter
- Gesamtzeit: 123:21:10 Stunden
- Äquivalent: mehr als 14 Marathons
- Täglicher Energiebedarf: ca. 15.000 Kalorien
- Gesamtenergieverbrauch: ca. 75.000 Kalorien
- Flüssigkeitsverlust: bis zu 1,5 Liter pro Stunde
Über den Athleten
Arda Saatçi ist Ultramarathonläufer, Hybrid-Athlet und Unternehmer aus Berlin. Der 28-Jährige wurde in die Forbes-Liste „30 Under 30“ aufgenommen und hat mehr als 2,5 Millionen Follower in den sozialen Medien. Sein zentrales Motto lautet: „You vs. You“ – der Wettkampf gegen sich selbst. Seine Mission ist es, Menschen weltweit zu inspirieren, sich zu bewegen und Sport zu treiben.
Über die Cyborg Season
Die „Cyborg Season“ ist eine von Arda Cyborg Saatçi initiierte Reihe extremer Ausdauerprojekte, die sportliche Grenzleistungen mit Live-Dokumentation verbindet. Bisher umfasste die Serie einen rund 3.000 Kilometer langen Lauf von Berlin nach New York (2024), die Durchquerung Japans mit 72 Marathons in 43 Tagen (2025) sowie den 600-Kilometer-Ultramarathon vom Death Valley nach Los Angeles.
