Ausprobiert: Fenix 6X Pro Solar, Sportomedix Fast Protect Malleo

Ausprobiert: Fenix 6X Pro Solar, Sportomedix Fast Protect Malleo © xc-run.de

Unter dem Motto „Ausprobiert“ stellen wir Euch neue Produkte oder Innovationen vor: Diese Woche Fenix 6X Pro Solar, Sportomedix Fast Protect Malleo:

Fenix 6X Pro Solar

Die Fenix 6X Pro Solar ist das Flaggschiff der Fenix- Reihe und beinhaltet neben sämtlichen Funktionen der anderen Modelle eine Solar- Ladelinse, mit der man die Akkulaufzeit bei günstiger Sonneneinstrahlung um bis zu 15 Prozent verlängern kann. Ich durfte während eines Testzeitraums von 90 Tagen dieses Modell genauer unter die Lupe nehmen.

Erster Eindruck

Ausprobiert: Fenix 6X Pro Solar © xc-run.de

Die Fenix 6X Pro Solar sieht auf den ersten Blick sehr groß aus. Der direkte Vergleich zeigt aber, dass dieses Modell annähernd mit der bewährten Fenix 3 vergleichbar ist. Trotz des sehr robusten Aussehens bringt diese Uhr nur erstaunliche 82 g. auf die Waage. Die Verarbeitung ist hochwertig und verstärkt den sportlich-edlen Eindruck. Die Menüführung ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase absolut verständlich und selbsterklärend. Neben den beiden vorgegebenen Displaydarstellungen kann man auf der Garmin eigenen Analyse und Auswertungssoftware „Garmin Connect“ weitere Darstellungen herunterladen. Der Sensor für die Handgelenksmessung ist flach gehalten und wesentlich weniger störend als bei Vorgängermodellen.  

Praxistest

Die ganze Bandbreite der möglichen Funktionen ist für ein ambitioniertes Training nicht notwendig, so dass ich mich auf die Wichtigsten reduzieren werde. Zu Beginn möchte ich kurz auf die alltäglich genutzten Anzeigen eingehen, die zwar für das Training nicht zwingend notwendig sind, dennoch aber gerade die Technik- affinen Läufer unter uns interessieren werden. Eine 24/7 Überwachung der Herzfrequenz ist ebenso möglich wie die tägliche Kontrolle und Aufschlüsselung der Schlafzeiten, der Erholungs- und Stressphasen und die Darstellung des Trainingszustandes. Natürlich ist auch die Funktion eines modernen Activity Trackers mit Schrittzähler und Anzahl der gestiegenen Treppen an Bord. In der Funktion einer Multisportuhr für den Bergsport sind die Infos über das Wetter, Sonnenunter- und aufgang und auch die Anzeige von barometrischen Werten von großer Bedeutung.

Auch die Genauigkeit der HF- Handgelenksmessung wurde im Rahmen des Tests geprüft. Leider ist das ein Thema, das auch nach Jahren der Entwicklung immer noch Werte jenseits von Gut und Böse abliefert. Beim „normalen“ Jogging kann man die Handgelenksmessung nutzen, wenn man gerade keinen Brustgurt zur Hand hat und nicht auf genaue Werte angewiesen ist. Ebenso verhält es sich beim Fahrradfahren. Solange man im Wohlfühltempo unterwegs ist, funktioniert diese relativ genau. Je ambitionierter das Training verfolgt wird und je stärker dadurch die Erschütterungen werden, z.B. beim Trailrunning, umso unbrauchbarer werden die gelieferten Daten und das Tragen eines Brustgurts wird unerlässlich.

Die Apps für Laufen und Radfahren sind logisch und nachvollziehbar, können aber im Menü individuell angepasst werden. Alle notwendigen Daten bei den einzelnen Sportarten werden genau und zuverlässig geliefert. Eine Aufzählung würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, so dass die Erwähnung der Gesamtdistanz, HF während der Belastung, HM im Anstieg oder verbrannte Kalorien nur eine sehr fragmenthafte Darstellung der Möglichkeiten darstellt. Egal wie ambitioniert man seine Lieblingssportart verfolgt, es gibt vermutlich keine Dateidarstellung die diese Uhr nicht bieten kann. Sehr interessant empfand ich die Unterstützung bei der Trainingsplanung. Oftmals ertappe ich mich dabei, dass ich zu oft zu verbissen trainiere. Die Garmin Fenix 6X Pro Solar hat mir durch verschiedene Angaben zur Trainingsbelastung und -zustand gezeigt, dass ich bestimmte Trainingsbereiche wie zum Beispiel das „Basistraining“ im unteren HF- Bereich nicht vernachlässigen soll.

Sehr interessant empfand ich auch die Funktion „Dynamische Pace Pro“ mit der man sein Rennen individuell einstellen kann, so dass man seine gewünschte Rennpace immer im Blickfeld hat und ein Überpacen dadurch vermeiden kann. Das Bezahlen mit Garmin Pay und die integrierte Möglichkeit zum Musik- Streamen sind zwei Gimmicks die man bei einer Sportuhr nicht essentiell sind. Trotzdem ist gerade die Möglichkeit immer und überall seine Lieblingsmusik dabei zu haben ziemlich verlockend. Zurück zu den wirklich notwendigen Dingen: Die Fenix 6 nutzt neben dem GPS- Navigationssatellitensystem auch Glonass und Galileo, so dass man an fast jedem Ort ein zuverlässiges GPS- Signal erhält. Auch die Messung der Herzfrequenz mit Hilfe eines Brustgurts startet kurze Zeit nachdem man eine Sportaktivität gestartet hat. Neben dem Garmin- Brustgurt ist diese Uhr auch mit Gurten von Fremdanbietern kompatibel.

 Fazit

Die Fenix 6X Pro Solar ist keine Eierlegende Wollmilchsau, aber sie ist verdammt nah dran. Leicht, umfangreiche Funktionen, umwerfender Style und eine überragende Akkulaufzeit, wenn da nicht der äußerst stolze Preis wäre. Mit einer UVP von 950,- Euro befinden wir uns zwar noch knapp im dreistelligen Bereich, es ist aber jedem einzelnen überlassen, ob diese Uhr in Relation zu dem Preis steht.

Sportomedix Fast Protect Malleo

Wer kennt das nicht – einmal kurz nicht aufgepasst, eine Wurzel übersehen, Fuß falsch aufgesetzt und fies umgeknickt. Im besten Fall hat man sich bei dieser Gelegenheit das Außenband nur leicht gedehnt und es kann relativ schnell wieder weitergehen. Schlimmer dagegen sind starke Dehnungen bis hin zum kompletten Riss des Bandes. Eine mehrwöchige Laufpause ist dann das Resultat dieser Verletzung und man ist doppelt gestraft, wenn man in den direkten Wettkampfvorbereitungen steckt.

Ich bin einer dieser Umknick- Kandidaten und aufgrund vieler Negativerfahrungen habe ich besonders beim Downhill eine Blockade im Kopf. Umso größer war meine Neugierde, als ich in Vorbereitung auf einen Besuch der ISPO auf ein Produkt der Marke Sportomedix (Firma Juzo) gestoßen bin. Die Fast Protect Malleo ist eine Sprunggelenksbandage, die zukünftig das Umknicken vermeiden soll.

Erster Eindruck

Ausprobiert: Sportomedix Fast Protect Malleo © xc-run.de

Die etwas futuristisch anmutende Bandage hat einen sockenähnlichen Aufbau, bei der auf Höhe des Außenknöchels die eigentliche Innovation dieses Systems angebracht ist. Der so genannte Adaptor wirkt wie ein Sicherheitsgurt, der im Falle eines drohenden Umknickens sofort blockiert und dieses verhindert. Halbwegs nachvollziehen lässt sich die Wirkungsweise durch das manuelle Ziehen am Adaptor. Mit langsam sich verstärkenden Zug lässt sich dieser, einem starken Gummiband vergleichbar, in die Länge ziehen. Treten diese Kräfte jedoch ruckartig und mit schneller Geschwindigkeit auf, bleibt der Adaptor starr und lässt sich manuell nicht verlängern. Geschlossen wird dieses System mit einer handelsüblichen Manschette.

Praxistest

In der Theorie klingt dies alles sehr vielversprechend, aber wie sieht das Ganze in der Praxis aus?

Ich habe die Fast Protect Malleo fast ausschließlich auf den Wurzeltrails in meiner Heimat genutzt, da ich erfahrungsgemäß gerade auf diesem Untergrund regelmäßig mit dem Fuß umknicke. Dabei habe ich Strecken von bis zu 35 km zurückgelegt, da die Muskulatur und der Bandapparat des Fußes mit zunehmender Distanz ermüdet. Außerdem wollte ich sehen, ob diese Bandage auch für eine Laufzeit von mehreren Stunden geeignet ist.

Das Anziehen klappt problemlos, da man in diese Bandage wie in eine Socke schlüpfen kann. Ich habe sie aus hygienischen Gründen immer über der Socke getragen. Auf eine Socke zu verzichten bleibt jedoch jedem Nutzer individuell selbst überlassen. Nachdem die Bandage übergestreift ist, wird mit Hilfe des angebrachten Bandes der Adaptor leicht vorgespannt und das System mit Hilfe der Manschette geschlossen. Dieses soll nun fest anliegen, aber keinesfalls unangenehm drücken. Beim ersten Gebrauch ist das Ganze noch relativ steif und die ersten Schritte fühlen sich etwas ungewohnt an. Nach mehrmaliger Verwendung hat man sich an diesen leicht veränderten Bewegungsablauf gewöhnt und dem Vergnügen auf dem Trail steht nichts mehr entgegen. Die anfängliche Befürchtung dieser etwas abstehende Adaptor könnte im Schuh stören, bestätigt sich nicht und nach ein paar Minuten verschwendet man an dieses Hilfsmittel keine Gedanken mehr.  Bei den Uphills oder auf flachen Passagen kann der Bewegungsablauf wie gewohnt stattfinden und es ist kein störendes Laufgefühl spürbar. Dann folgt der erste steile Downhill, der durch glitschiges Laub und stark verwurzelten Untergrund für mich nicht leicht zu laufen ist. Durch die vielen Negativerfahrungen der vergangenen Monate gehe ich sehr vorsichtig und langsam in diesen Streckenabschnitt und bin zunächst einmal froh, diesen überwunden zu haben. Natürlich sind in diesem Moment Gedanken über ein mögliches Umknicken nur Mutmaßungen, aber allein das Vorhandensein einer möglichen unterstützenden Bandage schafft ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Bei den weiteren folgenden Downhills gehe ich nun schon forscher ans Werk um meine Grenzen auszuloten. Während dieser dreistündigen Laufrunde hatte ich ein bis zweimal das Gefühl den Fuß etwas unsauber aufgesetzt zu haben. Ob mich nun das Tragen der Fast Protect Malleo vor einer Verletzung bewahrt hat oder nicht, kann natürlich nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden. Diese Gewissheit kann im praktischen Test nicht erfolgen, jedoch hilft dieses Hilfsmittel definitiv vorhandene Blockaden zu überwinden und wieder ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Man geht freier in die Downhillpassagen und kann den Lauf ungestört genießen.

Eine negative Kleinigkeit ist mir in den Testwochen aufgefallen, die sich aber bei jedem Läufer individuell anders auswirken kann. Die Manschette zum Schließen der Bandage verläuft im oberen Bereich der Achillessehne. Gerade empfindliche Menschen könnten diese etwas störend empfinden. Ich selbst bin in Bezug auf diese Problematik eher unempfindlich. Aufgrund eigener Nachlässigkeit musste ich aber trotzdem noch eine vermeidbare, leicht schmerzhafte Erfahrung sammeln.  Nach einer Distanz von ca. 15 Kilometern hatte sich bei mir die Bandage gelockert. Dabei verspürte ich anfangs ein leichtes Reiben an der Achillessehe, habe mich aber nicht weiter darum gekümmert. Nach weiteren fünf Kilometern wurden die Beschwerden stärker, so dass ich die Bandage etwas nachgezogen habe. Leider hatten sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits zwei Blasen an der betreffenden Stelle gebildet.

Fazit

Ich persönlich bin begeistert von der Fast Protect Malleo. Das Eigengewicht ist für mich vernachlässigbar. Dafür erhalte ich die notwendige Sicherheit am Trail zurück und kann nun endlich voller Elan in den Downhill gehen.